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Rom – Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) beklagte letzte Woche im „Spiegel“, kein Bundeskanzler müsse so viel Diskreditierung im Internet ertragen wie er. Was er aber nicht ertragen muss: Fake-Bilder von sich in Unterwäsche wie Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49). Die zeigt aber, wie man souverän mit solchen Schmutzkampagnen umgeht.

Ein mutmaßlicher politischer Gegner schrieb in die soziale Medien: Es sei „wahrlich beschämend“, dass sich eine Ministerpräsidentin „in diesem Zustand präsentiert“, heißt es darin. Angehängt: Meloni in lasziver Schlafzimmer-Pose – und in Reizwäsche. Sie kenne „keine Scham“, so der anonyme, vermeintlich empörte Kontrahent. Echt an dem Bild ist aber nur Melonis Gesicht, alles andere wurde offenbar mit Künstlicher Intelligenz erstellt.

Diesen Post eines politischen Gegners teilte die Politikerin auf Facebook.

Diesen Post eines politischen Gegners teilte die Politikerin auf Facebook

Foto: giorgiameloni.paginaufficiale/Facebook

Meloni reagiert charmant-schlagfertig

Meloni ließ das Bild gar nicht erst die Runde machen, sondern postete es selbst, um der Attacke den Wind aus den Segeln zu nehmen. Offensiv warnte sie davor, dass es sich um eine Fälschung handelt, und warnte, wie mit KI politische Desinformation betrieben werden kann.

Charmant-süffisant schrieb sie auch: „Ich muss zugeben, dass derjenige, der die Fälschung gemacht hat, zumindest in diesem Fall, mich ziemlich aufgewertet hat“. Danach schaltete sie auf Attacke: Es sei ein Fakt, dass „fleißige Gegner“ heute alles Mögliche nutzen würden, um sie zu attackieren.

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„Deepfakes sind ein gefährliches Werkzeug, denn sie können jeden täuschen, manipulieren und treffen“, so die Regierungschefin weiter. Sie forderte, dass immer die Regel „Verifizieren, bevor man glaubt, und glauben, bevor man es teilt“ gelten müsse. Im vergangenen Jahr hatte Italien als erstes europäisches Land umfassende Regelungen zum Umgang mit künstlicher Intelligenz erlassen. Auch in Deutschland wird das Thema diskutiert: Justizministerin Stefanie Hubig (57, SPD) setzt sich für strengere Regeln ein. Kritiker betonen, dass mögliche Einschränkungen nicht zulasten der Meinungsfreiheit gehen dürfen – etwa, indem mithilfe von KI erstellte, politische Karikaturen strafrechtlich verfolgt werden.