Im Gespräch mit dem BärnerBär spricht OK-Präsidentin Andrea Zryd über den Grand-Prix von Bern. Die 44. Ausgabe vom Samstag ist ausgebucht.
Die OK-Präsidentin des Grand-Prix von Bern, Andrea Zryd. – zVg
Vor Jahresfrist hat Andrea Zryd die Nachfolge von Matthias Aebischer als OK-Präsidentin des Grand-Prix von Bern angetreten.
An der Erfolgsgeschichte dieses am Samstag zum 44. Mal stattfindenden Grossanlasses hat sich nichts geändert – im Gegenteil, die Teilnehmerzahlen sind nach wie vor steigend. Deshalb ist die Zahl auf 35’000 Läuferinnen und Läufer beschränkt und der Grand Prix sei seit Wochen ausgebucht.
Andrea Zryd: «Ja, ich werde laufen.» – zVg
Im Gespräch mit Zryd wird deutlich, mit welch grosser Begeisterung sie dieses Amt ausübt. Sie ist mit Herz, Leib und Seele dabei und gerät ins Schwärmen, wenn sie über die Mitglieder des Organisationskomitees spricht.
BärnerBär: Sie sind die erste Frau an der Spitze des Grand-Prix von Bern. Wie sind Sie zu diesem Amt gekommen?
Andrea Zryd: Als mich Matthias Aebischer darauf ansprach, ich solle seine Nachfolgerin werden, war ich zuerst skeptisch. Erstens, weil ich mich fragte, ob ich wirklich noch ein weiteres Amt annehmen will und zweitens, weil ich grossen Respekt vor der Aufgabe hatte.
Aber in Gesprächen haben mich Matthias und alt-Bundesrat Adolf Ogi überzeugt, dass ich das tun muss. Ich habe mich gefreut und sagte zu.
Jetzt würde ich das Amt nicht mehr hergeben. Ich habe ein grossartiges Team um mich, alles sind Leute, die schon jahrelang dabei sind und mit viel Herzblut für den Grand Prix arbeiten.
Die Stimmung im Team ist sehr gut, die Diskussionskultur perfekt, auch kritische Stimmen sind erlaubt. Kurz und gut: Wenn man so arbeiten kann, muss man einfach happy sein.
BärnerBär: Ihr Vorgänger hat im BärnerBär von einem Traum-OK gesprochen – zuverlässig, fantasievoll und innovativ. Wie sehen nach dem ersten Jahr Ihre Erfahrungen aus?
Zryd: Ich kann diese Aussage nur bestätigen.
35’000 Läuferinnen und Läufer werden am Grand-Prix von Bern dabei sein. – keystone
BärnerBär: Matthias Aebischer amtete 14 Jahre lang als Präsident. Darf man davon ausgehen, dass Sie seine rekordverdächtige Amtszeit übertreffen werden?
Zryd: Die Entwicklung des Grand-Prix ist sehr positiv. Das Produkt ist top. Ich weiss nicht, was passieren müsste, damit ich abspringe.
Ich spüre, wann der Zeitpunkt gekommen ist, um zurückzutreten, denn ich bin keine Sesselkleberin. Nach acht Jahren werde ich mir sicher einmal überlegen, ob ich noch die Richtige bin.
BärnerBär: Sie haben den Grand-Prix selbst rund 20 Mal absolviert. Laufen Sie jetzt als Präsidentin auch noch aktiv mit oder bleibt dafür keine Zeit? Wenn ja, auf welcher Strecke sieht man Sie?
Zryd: Ja, ich werde laufen, wie ich dies seit meiner Zeit als Studentin immer gemacht habe. Damals war es Ehrensache, dabei zu sein. Ich laufe den Altstadt-GP; als ehemalige Bahnläuferin über 400 und 800 m ist der 10-Meilen-Lauf für mich zu lang.
Auch meine Kinder werden laufen. Der Ältere zusammen mit seinem Papi den Familien-GP, die jüngere Tochter wird bei den Pandas mitlaufen. Beide haben schon grosse Vorfreude auf die Medaille und das Erinnerungsgeschenk, das sie am Ziel erwartet.
Nimmst du am Grand-Prix Bern teil?
1Ja.
2Nein.
BärnerBär: Sie tanzen auf vielen Hochzeiten. Mutter von zwei Kindern, Nationalrätin, CEO im Unternehmen Zryd & Reinhard und OK-Präsidentin des Grand-Prix. Wie bringen Sie alles unter einen Hut?
Zryd: Sie haben Recht. Wegen meiner ausgefüllten Agenda darf die Familie nicht leiden. Viele Termine muss ich absagen, es braucht eine gute Planung, um alles unter einen Hut zu bringen und die Unterstützung meines Partners Alex und meiner Kinder.
Das GP-Programm
Freitag, 8. Mai 2026
16 – 20.30 Uhr: Startnummernausgabe, SPORT EXPO
16 – 21 Uhr: Pasta Party
Samstag, 9. Mai 2026
ab 9.30 Uhr: Startnummernausgabe
11.10 /11.20/11.30 Start Familien
11.40/11.50/12.00
12.10 Start Einstiegsmeile
12.25/12.30 Start Makis (2019)
ab 12.35 Start Teddies (2018/17)
ab 12.55 Start Pandas (2016/15)
ab 13.23 Start Koalas (2014/13)
13.35 Start Grizzlies (2012/11)
13.50 Start Altstadt-GP
14.46/14.48 Start Nordic-Walking
15.45 Start Elite Women GP
15.49 Start Elite Men GP
15.49 Start GP 10 Meilen
16.30 Schliessung SPORT EXPO
17.00 Schliessung Startnummern- und Shirt-Ausgabe
17.16 Letzter Start 10 Meilen
BärnerBär: Der Frauensport hat in den letzten Monaten einen riesigen Aufschwung erlebt. Die Women’s EURO war ein gelungener Anlass, die Kambundjis und die Skifahrerinnen sind erfolgreich unterwegs, die nationalen Meisterschaften im Fussball und Eishockey erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Wie sehen Sie als engagierte Sportlerin die Entwicklung des Frauensports in der Schweiz?
Zryd: Die Sichtbarkeit ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Doch es besteht nach wie vor Aufholbedarf. Wir sind auf einem guten Weg, aber sieht man von wenigen Ausnahmen ab, deren Namen man kennt, sind Mannschaftssportlerinnen mehr oder weniger unbekannt.
Als Beispiel seien die Unihockeyanerinnen erwähnt, die WM-Gold holten. Wer kennt schon ihre Namen? Bei den Männern ist das immer noch anders, die kennt man.
BärnerBär: Sie sind als Trainerin in Magglingen auch in der Spitzensport-RS engagiert. Wo man sich bei ehemaligen Spitzensport-Rekruten umhört, sind die Rückmeldungen positiv. Wie erleben sie die Rekruten im Alltags-Training?
Zryd: Die Teilnehmenden der Spitzensport-RS profitieren enorm. Sie können sich nach der militärischen Grundausbildung auf ihr Training konzentrieren, an ihrer Physis arbeiten und sich eine gute Basis für eine erfolgreiche Zukunft aufbauen.
In den 15 Jahren, in denen ich als Trainerin dabei bin, hat sich vieles verändert, die Fortschritte sind messbar. Ich bin praktisch täglich mit den Athletinnen und Athleten in der Halle, sie trainieren sportspezifisch Kraft, Schnelligkeit, Spritzigkeit.
Beispielsweise für Eishockeyaner ist dies optimal, denn die Pause im Sommer ist normalerweise sehr kurz und es bleibt wenig Zeit für ein richtiges Aufbautraining.
BärnerBär: Laufen die Rekrutinnen und Rekruten den Grand-Prix?
Zryd: Ich denke in diesem Jahr wohl nicht, aber einige waren schon dabei, zum Beispiel Mika Henauer, Simon Sterchi und Joël Vermin vom SCB.
Andrea Zryd wurde am 24. Oktober 1975 in Adelboden geboren. Seit 2023 sitzt sie für die SP im Nationalrat. Sie ist Sportlehrerin, Diplomtrainerin und Sportwissenschaftlerin und arbeitet an der Eidgenössischen Turnund Sportschule Magglingen. Beim Grand-Prix von Bern hat sie im Vorjahr das Präsidium von Matthias Aebischer übernommen, zudem amtiert sie als Präsidentin von Bern Sport und des Berufsverbands swissscoach. Sie lebt zusammen mit ihrem Partner Alex Reinhard in Magglingen und ist Mutter von zwei Kindern.