Heute gilt der Film als einer der unumstrittenen DEFA-Klassiker, der als einziger DDR-Film jemals für einen Oscar vorgeschlagen wurde. Doch seine Entstehungsgeschichte war kompliziert – Regisseur Frank Beyer war nach seiner Romanverfilmung «Spur der Steine«, die verboten wurde, nach Dresden ans Theater «verbannt» worden. Jurek Becker schrieb sein Drehbuch «Jakob der Lügner» deshalb zum Roman um, und dessen Erfolg ermöglichte dann auch die Umsetzung des Films im zweiten Anlauf.

Armin Mueller-Stahl spielt im Ensemble eine Nebenrolle, doch auch in der bleibt er neben den Hauptdarstellern Vlastimil Brodsky und Erwin Geschonneck in Erinnerung. Wie gut der Mime auch in Nebenrollen seine darstellerische Kraft ausbreiten kann, hat er später in seiner Hollywood-Zeit unter Beweis gestellt. An der Seite von großen Namen wie Michael Douglas, Sean Penn, George Clooney, Nicole Kidman, Jessica Lange oder Whoopi Goldberg konnte er mühelos bestehen. So überrascht es nicht, dass Armin Mueller-Stahl 1999 in der Neuverfilmung des Romans wieder mit dabei ist, diesmal als Arzt Dr. Kirschbaum an der Seite von Robin Williams.