Der schweizweite Schnitt bleibt beim «Prix Velo» ungenügend. Positiv fällt auf, dass vor allem kleinere Städte wie Burgdorf deutlich besser abschneiden.
Viele Städte erreichen beim «Prix Velo» erneut keine genügende Note. Umso stärker stechen kleinere Gemeinden hervor, die bei Velofahrenden deutlich besser ankommen. (Symbolbild) – Keystone
Das Wichtigste in Kürze
Fast 38’000 Velofahrende bewerteten Schweizer Städte beim «Prix Velo».
Der Schnitt bleibt mit einer Note unter 4 klar ungenügend.
Burgdorf erzielt mit 4,4 den Bestwert, Lugano ist neu Schlusslicht.
Fast 38’000 Velofahrende haben für den «Prix Velo» von Pro Velo Schweiz die Velofreundlichkeit ihrer Städte bewertet. Der schweizweite Durchschnitt bleibt mit einer Note unter 4 ungenügend. Weniger als ein Drittel der 56 klassierten Städte erreicht die Mindestnote 4.
Am besten schneidet Burgdorf ab. Die Berner Gemeinde gewinnt die Kategorie der kleinen Städte und erhält über alle Kategorien hinweg die beste Note (4,4). Winterthur führt bei den Grossstädten über 100’000 Einwohnerinnen und Einwohnern (4,3). Köniz liegt bei den mittelgrossen Städten vorne (4,3).
Zürich holt auf, Lugano landet am Schluss
Zürich hat sich im Vergleich zur letzten Erhebung verbessert (3,7). Vor vier Jahren lag die grösste Schweizer Stadt noch am Ende der Rangliste. Nun erhält sie zusammen mit Thalwil eine Auszeichnung für die grössten Fortschritte.
Schlusslicht ist diesmal Lugano mit Note 3,1. Das Tessin ist erstmals vertreten; Locarno und Bellinzona erreichen je die Note 3,9.
Burgdorf ist laut Ranking von Pro Velo Schweiz die velofreundlichste Stadt. Bild: Die Tour de Suisse fährt 2025 durch Burgdorf. – keystone
Am schlechtesten schneidet Lugano ab. (Archivbild) – keystone
Kritisiert werden in der Befragung besonders Sicherheit und Fahrkomfort auf den Velowegen. (Symbolbild) – Nau.ch / Simone Imhof
In der Westschweiz schneiden Freiburg sowie die Genfer Gemeinden Meyrin und Vernier mit jeweils Note 4,0 am besten ab. Insgesamt wurden 17 Städte aus der Romandie klassiert.
Besonders schlecht bewerten die Teilnehmenden die Sicherheit und den Fahrkomfort. Beide Bereiche erhalten im Schnitt nur die Note 3,6.
Zum Fahrkomfort zählen etwa velofreundliche Ampeln und der Zustand der Infrastruktur. Das Klima unter den Verkehrsteilnehmenden erreicht zwar knapp die Note 4, hat sich aber verschlechtert.
Pro Velo spricht von einem politischen Weckruf
Hasan Candan, Pro-Velo-Vizepräsident und Nationalrat, nennt das Ergebnis gemäss Mitteilung einen «echten Weckruf für die politischen Entscheidungsträger:innen». Die Entwicklung gehe zu langsam.
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Auch für Präsidentin und Grünen-Nationalrätin Delphine Klopfenstein Broggini ist klar: Das Velo brauche mehr Platz und bessere Infrastruktur, wie es das seit 2023 geltende Veloweggesetz vorschreibe.