
Stand: 07.05.2026 14:20 Uhr
F. C. Gundlach galt als einer der bedeutendsten Modefotografen der Nachkriegszeit. Ab 1956 lebte er in Hamburg, und gründete dort das Haus der Photographie in den Deichtorhallen. Geboren wurde er am 16. Juli 1926.
Bekannt wurde Franz Christian Gundlach als einer der bedeutendsten Modefotografen der deutschen Nachkriegszeit. Neben Models traten auch zahlreiche Stars wie Hildegard Knef, Cary Grant, Romy Schneider oder Zarah Leander vor seine Kamera.
Liebe zur Fotografie schon in jungen Jahren

Die Liebe zur Fotografie entflammte, als Gundlach zehn Jahre alt war.
Gundlach kam am 16. Juli 1926 im hessischen Heinebach zur Welt. Seine Liebe zur Fotografie begann Mitte der 1930er-Jahre. Im Alter von zehn Jahren bekam er seine erste Kamera: eine Agfa Box. «Ich habe dann meine Freunde dazu gebracht, sich in bestimmter Art und Weise zu arrangieren und sich aufzustellen – das waren die ersten inszenierten Bilder von mir», erinnerte sich Gundlach einmal im Gespräch mit dem NDR. Ab 1938 hatte er eine eigene Dunkelkammer zu Hause. Sein Faible für die Fotografie blieb auch nach dem Schulabschluss.
An der privaten Fotografieschule in Kassel lernte F.C. Gundlach weiter. Schon Anfang der 50er-Jahre zog es ihn nach Paris – damals kulturelle Hauptstadt der Welt. Dort lernte er Filmpromis wie Yves Montand und Simone Signoret kennen. «Ich wurde immer für eine Woche engagiert, die Stars zu fotografieren, denn die mussten ja in die Zeitschriften – ‚Hörzu‘ und wie sie alle hießen», sagte Gundlach.
Stars in der Nachkriegszeit abgelichtet

Schauspielerin Romy Schneider – von F.C. Gundlach mit der Kamera eingefangen.
Seine Modefotos in dem Glamourheft «Film und Frau» brachten ihm den endgültigen Durchbruch. Die deutschen Stars der Nachkriegszeit lichtete er ab: Dieter Borsche, immer wieder Nadja Tiller und natürlich Romy Schneider. «Er hatte einfach einen wahnsinnig guten Blick, weil er auch immer seine Hintergründe mit eingebaut hatte – einer seiner zweiten Berufswünsche war immer gewesen, Architekt zu werden. Das sieht man auch seinen Bildern an», sagt Jasmin Seck von der Stiftung F.C. Gundlach dem NDR 2021.
Architektonisches Element: Badekappen vor den Pyramiden

Gundlach verknüpfte in seinen Werken immer wieder Mode und Architektur.
Gerade die späteren Aufnahmen in den 60er-Jahren seien oft sehr reduziert und sehr grafisch gehalten. Einige seiner berühmtesten Bilder zeigen Frauen in modischen Badekappen vor den Pyramiden. «Die architektonischen Elemente findet man immer wieder, das war damals revolutionär und hat ihn von seinen Fotografenkollegen abgehoben», erklärt Seck.
F.C. Gundlach wird Galerist

Das Fotografieren allein reichte ihm irgendwann nicht mehr, Gundlach wurde auch Galerist.
Die eigenen Fotos reichten ihm nicht. Seine Leidenschaft ging weiter: F.C. Gundlach gründete das Dienstleistungsunternehmen Professional Photo Service. Außerdem wollte er die Fotografie als Kunst etablieren und gründete auch die erste Galerie für Fotografie in Deutschland. Was heute selbstverständlich ist, war damals Neuland: Als er 1981 30 Bilder von Robert Mapplethorpe, einem der berühmtesten Fotografen des 20. Jahrhunderts nach Hamburg holte, hatte niemand Interesse daran. Nur zwei davon verkauft er. Dennoch machte F.C. Gundlach weiter, interessierte sich für Irving Penn, Erwin Blumenfeld.
Gründungsdirektor des Hauses der Photographie

F.C. Gundlach und das Haus der Photographie sind untrennbar miteinander verbunden.
Im Jahr 2000 übertrug Gundlach seine umfangreiche Sammlung in eine Stiftung, die als Dauerleihgabe in dem von ihm gegründeten Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen ihre Heimat findet. «Ich hatte mehrere Angebote, auch von anderen Städten und Institutionen», sagte Gundlach. «Ich habe mich für die Deichtorhallen in Hamburg entschieden, weil ich in dieser Stadt lebe und die Deichtorhallen eine herausragende, international anerkannte Institution sind.»
Um sein Lebenswerk und seine umfangreiche Fotosammlung nebst Bibliothek auf Dauer zu sichern und den aktiven, wissenschaftlichen und kreativen Umgang mit seinem gesamten fotografischen Vorlass zu ermöglichen, gründete er im Jahr 2000 bereits zu Lebzeiten die Stiftung F.C. Gundlach, deren Zweck die Förderung von Kunst, Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Fotografie ist. 2003 war F.C. Gundlach zudem Gründungsdirektor des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg, seine umfangreiche Fotosammlung bildet als Dauerleihgabe den Grundstock des Hauses.
Zuletzt in Seniorenresidenz an der Elbe gelebt
F.C. Gundlach lebt in seinen letzten Lebensjahren in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Seit seinem 95. Geburtstag ist dort auch eine Ausstellung mit dem Titel «Gundlach at work» zu sehen. «Ganz viele Arbeitsfotos, auf denen er selbst zu sehen ist. wie er hinter der Kamera im Einsatz ist, wie er in den Ruinen und in der Wüste fotografiert», sagt Jasmin Seck 2021.
Letzte Ruhe auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Seine Grabstätte hat F.C. Gundlach selbst mitgestaltet.
Seine Zielstrebigkeit und den Willen, sich nichts aus der Hand nehmen zu lassen, hatte er sich bis zuletzt bewahrt. Auch wenn es um seinem eigenen Tod geht: Zu seinem 90. Geburtstag erzählte er einmal, dass er sich schon ein Mausoleum auf dem Ohlsdorfer Friedhof habe bauen lassen: «Das ist sehr schön gelöst – das ist ein Kubus und man kann durchgucken – in der Mitte steht der Sarkophag», sagte Gundlach damals. «Ab und zu fahre ich mal dahin und gucke. Das ist so ein bisschen wie nach Hause kommen».
F.C. Gundlach starb am 23. Juli 2021 in Hamburg.
«Unersetzlicher Verlust»

F.C. Gundlach habe ikonische Werke geschaffen, würdigte Hamburgs Kultursenator Brosda den Künstler 2021.
Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) bezeichnete den Tod des Fotografen und Sammlers als «unersetzlichen Verlust» für die Kulturstadt Hamburg. «Sein Blick und seine Perspektive werden fehlen», teilte Brosda. Gundlach habe als Künstler Fotografiegeschichte geschrieben und ikonische Werke geschaffen. Als Sammler und Kurator habe er mit visionärem Gespür und Leidenschaft agiert. Es sei maßgeblich sein Verdienst, dass sich die Fotografie als Kunstform etabliert habe. «Die Entwicklung Hamburgs zur Kulturstadt ist eng mit seinem Werk und Wirken verbunden», sagte Brosda. Er hinterlasse seiner Wahlheimat Hamburg nicht nur seine herausragende Sammlung, sondern auch ein Lebenswerk, «das uns Ansporn sein wird, Hamburg als Standort für Fotografie weiterzuentwickeln».

Die Sammlung des Hamburger Fotografen bleibt mindestens für weitere 20 Jahre in den Deichtorhallen und wird sogar noch erweitert.

Mit einer Ausstellungsfläche von 10.000 Quadratmetern sind sie eines der größten Ausstellungshäuser dieser Art in Europa.

Hamburg ist eine Stadt voller Geschichte und Charisma, geprägt von Menschen, die unvergessen bleiben – wie etwa Uwe Seeler, Heidi Kabel und Helmut Schmidt.