Wiederansiedlung | 8. Mai 2026
Ein Elchbulle aus dem Tierpark Bern ist nach Rumänien gebracht worden, um dort beim Wiederansiedlungsprojekt der Tierart zu helfen. Die grösste Hirschart Europas gilt dort seit dem 19. Jahrhundert als ausgestorben.

Die beiden Elch-Zwillinge wurden im Mai vergangenen Jahres im Tierpark Bern geboren – einer der beiden lebt nun im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojekts in Rumänien.Foto: Tierpark Bern
Ein junger Elchbulle aus dem Tierpark Bern ist nach Rumänien gebracht worden. Er soll dort Teil eines Projekts zur Wiederansiedlung der grössten Hirschart Europas werden, die in Rumänien seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgestorben gilt.
Der Elch werde nach einer kurzen Quarantäne im Naturpark Vânători-Neamț mit drei Elchkühen und einem weiteren Stier zusammenleben, teilte der Tierpark Bern mit. Die fünf Tiere sollen eine Gründerpopulation für eine mögliche spätere Auswilderung bilden.
Das Projektgebiet umfasst Wälder, Grasland und Feuchtgebiete. Begleitet wird das Vorhaben von einem Forschungsteam der Universität Suceava.
Gegensätzliche Schicksale
Der Elchbulle war im Mai letztes Jahr im Tierpark Bern als Zwilling geboren worden. Für seinen Bruder fand der Tierpark trotz intensiver Suche keinen geeigneten Platz, wie es in der Mitteilung hiess. «Er wurde daher geschlachtet und den Raubtieren im Tierpark Bern verfüttert.»
Dieser Entscheid sei nie einfach. «Er entspricht aber einer sachlich begründeten und verantwortungsvollen Praxis in der modernen Zoohaltung.»
Der Elch ist seit einigen Jahren auf dem Vormarsch in südwestliche Regionen. Vereinzelte Tiere wurden bereits in Süddeutschland beobachtet. Laut Tierpark Bern ist es möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Elche in der Schweiz gesichtet werden.