Historische Stadtpaläste, futuristische Hochhäuser, elegante Hotels, hippe Hostels, Arbeiterhäuser oder Wohnen im Stil der klassischen Moderne, massiver Beton oder unverleimtes Holz – Bauen war in Basel und Umgebung war schon immer auf der Höhe der Zeit. Dieses baugeschichtliche Erbe und spannende Lösungen für Gegenwart und Zukunft lassen sich am kommenden Wochenende auf ganz besondere Weise entdecken, nämlich mittendrin statt nur davor.

Die Veranstaltung Open House Basel öffnet am Samstag und Sonntag die Türen von mehr als 100 Objekten in der Stadt, den Vororten und in der deutschen oder französischen Nachbarschaft.

Teils ganz frei, teils im Rahmen von Führungen oder auf Anmeldung lassen sich bei Open House Basel Blicke hinter die Fassaden werfen. Die Bandbreite ist enorm: Privates kommt dabei ebenso zum Vorschein, wie kulturelle Nutzung, die Verbindung von Ästhetik und Arbeit oder Konzepte, die neue Formen des Zusammenlebens mit Architektur beginnen lassen.

Lebendige Stadt

Getragen wird diese Schnitzeljagd zu bekannten und weniger bekannten Architekturschätzen von einem Verein gleichen Namens, der wiederum auf Unterstützung aus der Bau- und Ausstattungsbranche zurückgreifen kann und überdies von diversen öffentlichen und kulturellen Institutionen unterstützt wird, etwa von der Fachhochschule Nordwestschweiz und deren Architekturabteilung, vom Schweizer Architekturmuseum, dem Heimatschutz Basel (entspricht dem deutschen Denkmalschutz) und auch vom Basler Stadtmarketing.

Letzteres leuchtet auch deswegen ein, weil Basel mit seiner Baugeschichte und der architektonischen Gegenwart die Visitenkarte einer geschichtsträchtigen und gleichsam sehr lebendigen Stadt abgeben kann – umso mehr, wenn das gebaute Selbstbewusstsein einmal von zwei Seiten, nämlich von innen und außen begutachtet werden kann. Um einen Überblick zu gewinnen und um für sich eine individuelle Route zusammenzustellen, lohnt es sich, zunächst die gebaute, analoge Welt zu verlassen und den digitalen Führer der Veranstaltung einzutauchen.

Zusätzliche Informationen vorgestellt

Auf der Internetseite von Open House Basel werden alle Angebote, die wie gehabt auch in der gedruckten Broschüre aufgelistet sind, mit Fotos und zusätzlichen Informationen vorgestellt. Eine Karte erleichtert die Orientierung und wenn ein vertieftes Interesse geweckt ist, lässt sich das Objekt über die Website als Station der persönlichen Route hinzufügen.

Zu beachten ist, dass man nicht überall einfach durch die Gebäude gehen kann. Oft sind bestimmte Zeiten für Führungen vorgegeben, manchmal ist fotografieren verboten oder es ist eine Anmeldung erforderlich, die auch über die Internetseite vorgenommen werden kann. Apropos Anmeldung: Einige wenige Höhepunkte, wie die Aussicht von den Roche-Türmen waren schon gleich nach der Veröffentlichung des Programms ausgebucht.

Prächtige Stadtpalais

Dennoch bleibt viel zu entdecken. Wer es mehr historisch mag, kann prächtige Stadtpalais besichtigen, etwa von der Familie Sarasin, die als Seidenbandfabrikanten zu den Begründern der regionalen Industrie gehört haben. Zu den historischen Besonderheiten von Basel gehören auch die Altstadtgebäude, die vom kleinbasler Ufer die beeindruckende Front des Münsterbergs ausmachen, die aber von der Gasse wie kleine Häuschen wirken, die sich im Innern von oben nach unten entfalten. Als Kontrast dazu lassen sich Hochhäuser besichtigen und zahlreiche Beispiele für zeitgenössische Architektur auf internationalem Niveau, etwa von Diener & Diener oder von Herzog & de Meuron. Interessant sind Konversionsareale wie Lysbüchel und Erlenmatt oder neue Wohnanlagen, wie sie mehrfach in Riehen zu bestaunen sind. Huningue präsentiert ein Gebäude der neuen Rheinfront und auf der deutschen Seite beteiligen sich das Kesselhaus-Areal und der Vitra-Campus – einschließlich des neuen DHBW-Architekturstudios, wo Baukultur mit Ausbildung anfängt.

Open House Basel findet am 9. und 10. Mai statt. Zur Information, für die Anmeldung und als Routenplaner dient die Website www.openhouse-basel.org