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Mit dem SteelSeries Arctis Nova Pro Omni liegt nun ein Headset auf dem Tisch, das auf den ersten Blick gefährlich nach einer etwas vernünftigeren Antwort auf das kürzlich getestete Arctis Nova Elite aussieht. Vernünftig ist hier natürlich relativ, denn auch das Nova Pro Omni startet mit einer UVP von 399,99 Euro noch in einem Preisbereich, in dem viele Nutzer bereits leise den Taschenrechner starten und parallel nach klassischem Hi-Fi-Equipment schielen. Gegenüber dem Arctis Nova Elite, das im deutschen Handel weiterhin grob um 640 bis 650 Euro liegt, wirkt das Omni aber fast schon wie der pragmatische Bruder aus derselben wohlhabenden Familie. Nicht billig, aber zumindest nicht ganz so weit jenseits der Schmerzgrenze. Technisch ist dieser Vergleich besonders spannend, weil SteelSeries beim Nova Pro Omni viele jener Kernideen übernimmt, die das Arctis Nova Elite so auffällig gemacht haben. Auch hier gibt es kabellose Hi-Res-Audioverarbeitung mit 96 kHz und 24 Bit, den LC3+ Codec, aktive Geräuschunterdrückung, eine externe Basisstation mit Steuerfunktionen, Sonar-Integration, eine mobile App sowie das bekannte Infinite Power System mit zwei wechselbaren Akkus. Das Headset versteht sich also weniger als simpler Kopfhörer mit Mikrofon, sondern als kleine Audio-Schaltzentrale für Nutzer, die PC, Konsole, Smartphone und weitere Zuspieler nicht mehr sauber voneinander trennen wollen. Genau hier setzt auch OmniPlay an, denn das Nova Pro Omni soll mehrere Systeme parallel einbinden und bis zu vier Audioquellen gleichzeitig mischen können.

Das Arctis Nova Elite bleibt dennoch nicht nur wegen seines Preisschilds das nominelle Spitzenmodell. SteelSeries grenzt es vor allem über die aufwendigere akustische Hardware ab, darunter Carbonfaser-Treiber mit Messingring, eine laut Hersteller stärkere aktive Geräuschunterdrückung und eine nochmals ambitioniertere Mikrofonlösung mit zusätzlichem diskretem Onboard-Mikrofon. Während das Nova Pro Omni mit 40-mm-Neodym-Treibern, ANC, ClearCast-Pro-Mikrofon und KI-Rauschunterdrückung bereits eine sehr vollständige Ausstattung liefert, versucht das Elite also stärker, den Schritt vom sehr teuren Gaming Headset zum fast schon luxuriösen Consumer-Audio-System zu machen. Ob diese Aufwertung akustisch, mechanisch und praktisch wirklich den Aufpreis rechtfertigt, ist genau die Frage, die nach dem Elite-Test nun noch einmal neu gestellt werden muss. Denn preislich reden wir dabei nicht über eine kleine Modellabstufung, sondern über eine Differenz von ungefähr 250 Euro. Das Nova Pro Omni kostet damit immer noch so viel wie eine ordentliche Mittelklasse-Soundlösung samt brauchbarem Kopfhörer, während das Arctis Nova Elite bereits in Regionen unterwegs ist, in denen der Begriff Gaming Headset allein fast zu klein wirkt. Oder zu frech. Denn wer knapp 650 Euro für ein kabelloses Headset aufruft, verkauft nicht nur Klang, Komfort und Konnektivität, sondern auch ein Stück technologische Selbstdarstellung. Beim Omni ist diese Selbstdarstellung etwas zurückhaltender verpackt, aber keineswegs verschwunden. Es will nicht das Elite ersetzen, sondern dessen Grundidee günstiger, universeller und vielleicht sogar alltagstauglicher machen.

Damit steht der heutige Test unter einer recht klaren Fragestellung. Ist das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni der bessere Kauf, weil es die wichtigsten Funktionen des Elite übernimmt und den Luxusüberhang abschneidet, oder zeigt sich im direkten Vergleich, dass SteelSeries den Rotstift genau dort angesetzt hat, wo es im Alltag und beim Klang doch weh tut? Die Ausgangslage ist jedenfalls reizvoll. Auf der einen Seite steht das Arctis Nova Elite als überteuertes, aber technisch bemerkenswertes Prestigeobjekt. Auf der anderen Seite steht das Nova Pro Omni als neues Feature-Flaggschiff mit deutlich niedrigerem Preis, viel Konnektivität und dem Anspruch, mehrere Plattformen gleichzeitig zu beherrschen. Dass SteelSeries inzwischen zu GN Store Nord gehört, passt dabei weiterhin wunderbar ins Bild, denn aus dem Umfeld eines Konzerns für Audio-, Kommunikations- und Hörtechnologie kommt nun ausgerechnet ein Gaming Headset, das uns mit 96-kHz-Funk, KI-Mikrofonfilterung und Mehrquellen-Mixing erklären möchte, warum das Chaos auf dem Schreibtisch endlich professionell verwaltet werden muss.

Der Vergleich ist deshalb frech, aber nicht unfair. Das Arctis Nova Elite hat zuletzt gezeigt, wie weit SteelSeries den Begriff Gaming Headset inzwischen dehnen kann. Das Nova Pro Omni muss nun beweisen, ob ein großer Teil dieser Technik auch für rund 400 Euro überzeugend funktioniert, oder ob man am Ende doch merkt, dass irgendwo zwischen Kunststoff, Treiberbestückung, ANC und Haptik der Abstand zum Elite bewusst eingebaut wurde. Der folgende Test klärt also nicht nur, ob das Nova Pro Omni ein gutes Headset ist. Er klärt vor allem, ob das Elite nach diesem Vergleich noch wie ein Flaggschiff wirkt, oder eher wie ein sehr teurer Beweis dafür, dass man Vernunft im Zubehörmarkt manchmal erst eine Produktgeneration später nachreicht.

Steelseries Arctis Nova Elite im Test – Wenn ein Gaming-Headset zum echten “Hörgerät” wird

Kurzer Rückblick: SteelSeries, GN und die Nova-DNA

Bevor wir das Arctis Nova Pro Omni neben das bereits getestete Arctis Nova Elite stellen, lohnt sich ein kurzer Rückblick. SteelSeries begann 2001 in Dänemark mit dem Icemat, einem Glas-Mauspad für die frühe Counter-Strike-Szene, und entwickelte sich danach zu einer festen Größe im E-Sport. Der wichtigere technische Einschnitt kam jedoch 2021 mit der Übernahme durch GN Store Nord, einem Konzern mit Wurzeln bis ins Jahr 1869 und viel Erfahrung in Hörgerätetechnik, professioneller Kommunikation und Audiotechnologie. Genau dieser Hintergrund machte das Nova Elite im ersten Test so interessant. Es war nicht einfach nur ein teures Gaming-Headset, sondern ein hybrides Produkt aus SteelSeries-Gaming-DNA, moderner Funktechnik, aktiver Geräuschunterdrückung, KI-gestützter Sprachfilterung und Know-how aus deutlich anspruchsvolleren Audiobereichen. Das erklärt den hohen Preis nicht automatisch, macht aber verständlich, warum die Nova-Serie technisch über viele klassische Gaming-Headsets hinausgeht. Das Nova Pro Omni greift nun viele dieser Ideen auf, streicht aber einige Luxusmerkmale zusammen und stellt damit die eigentlich spannende Frage: Wie viel Elite steckt noch im günstigeren Omni, und wie viel davon braucht man wirklich?

Unboxing und Lieferumfang im Vergleich

Beim Arctis Nova Elite hatte SteelSeries das Auspacken sehr bewusst als Premium Moment inszeniert. Der Karton öffnete sich wie eine kleine Schatulle, das Headset lag sauber und sichtbar in einer passgenauen Form, die Ohrmuscheln wurden regelrecht präsentiert und das Zubehör war in eigenen Bereichen untergebracht. Das passte zum Anspruch des Elite, denn dieses Modell wollte schon beim Öffnen nicht nur wie ein Gaming Headset wirken, sondern wie ein vollständiges Audiosystem im Luxussegment. Das Arctis Nova Pro Omni tritt deutlich nüchterner auf. Die Verpackung ist weiterhin sauber gestaltet, aber der erste Eindruck ist weniger feierlich und stärker funktional. Das Headset liegt nicht offen als zentrales Schauobjekt im Karton, sondern steckt bereits in der hellgrauen Transporttasche. Daneben befindet sich eine separate Zubehörbox, während der GameHub, die Kabel, die Anleitung, der Mikrofon Popfilter und der zusätzliche Akku später einzeln zum Vorschein kommen. Das wirkt ordentlicher als bei vielen normalen Gaming Headsets, aber nicht so demonstrativ hochwertig wie beim Elite.

Der Unterschied ist damit weniger der reine Lieferumfang, sondern die Art der Präsentation. Das Elite inszeniert den Kaufpreis, das Omni verwaltet ihn. Beim Elite darf man erst einmal das Produkt betrachten, beim Omni will man relativ schnell an die Teile kommen und alles anschließen. Gerade das passt aber auch zur Positionierung des Nova Pro Omni, denn hier geht es weniger um sichtbaren Luxus, sondern um Vielseitigkeit. Der GameHub ist nicht nur Funkempfänger, sondern Schaltzentrale, Ladeplatz für den zweiten Akku und Umschalter für mehrere Audioquellen. SteelSeries nennt für das Omni Hi Res Wireless mit 96 kHz und 24 Bit, LC3+, OmniPlay, aktive Geräuschunterdrückung, KI Rauschunterdrückung des Mikrofons und das Infinite Power System mit zwei Akkus. Über OmniPlay lassen sich bis zu vier Quellen gleichzeitig mischen, konkret zwei USB Quellen, Bluetooth und Line In. Beim Zubehör steht das Omni erstaunlich vollständig da. Auf dem Bild erkennt man das weiße Headset, die helle Stofftasche, den schwarzen GameHub mit großem Drehregler, zwei USB Kabel, die Produktinformation, eine separate Zubehörbox, den Mikrofon Popfilter und einen wechselbaren Akku. Da SteelSeries das System mit zwei Akkus bewirbt, sitzt der zweite Akku naheliegend bereits im Headset oder ist Teil des Wechselakku Systems. Praktisch entspricht das demselben Grundgedanken wie beim Elite: ein Akku arbeitet im Headset, der andere kann im GameHub geladen werden. Damit bleibt das System im Alltag deutlich komfortabler als Headsets, die bei leerem Akku komplett an die Leine müssen.

Das Elite bleibt im direkten Vergleich aber das aufwendiger verpackte und wertiger auftretende Modell. SteelSeries grenzt es nicht nur über die Präsentation ab, sondern auch technisch über Carbonfaser Treiber mit Messingeinfassung, ein stärker beworbenes ANC, ein zusätzliches diskretes Onboard Mikrofon und ebenfalls OmniPlay mit bis zu vier gleichzeitig nutzbaren Quellen. Auch hier arbeitet der GameHub als zentrale Steuereinheit, unterstützt mehrere USB Eingänge und Line In, während das Infinite Power System mit zwei Akkus für unterbrechungsfreie Nutzung sorgt. Etwas zugespitzt könnte man sagen: Das Nova Elite möchte beim Auspacken beeindrucken, das Nova Pro Omni möchte möglichst schnell auf dem Schreibtisch funktionieren. Beim Lieferumfang verliert das günstigere Modell erstaunlich wenig Boden, bei der Verpackungswirkung, der Materialanmutung und den besonders teuren technischen Details bleibt das Elite aber sichtbar das Prestigemodell. Genau deshalb ist dieser Vergleich interessant, denn der Karton verrät bereits die Rollenverteilung. Das Elite verkauft Luxus und Technik, das Omni vor allem Technik mit etwas weniger Luxus.

Technische Daten im Vergleich

Die folgende Gegenüberstellung fasst die wichtigsten Daten aus Herstellerangaben, öffentlich verfügbaren Spezifikationen und den im Test vorliegenden Geräten zusammen. Beim Nova Pro Omni nennt SteelSeries unter anderem Hi Res Wireless mit 96 kHz und 24 Bit, LC3+, OmniPlay, aktive Geräuschunterdrückung, ClearCast Pro mit KI Filterung und zwei Akkus; ergänzende Detailwerte wie Treiber, Impedanz, Mikrofonbandbreite und Gewicht wurden aus einer technischen Auflistung übernommen.

In der Summe zeigt die Tabelle recht gut, warum das Nova Pro Omni kein kleines Modell ist. Viele Kernfunktionen des Elite bleiben erhalten, darunter GameHub, 96 kHz und 24 Bit, LC3+, OmniPlay, ANC, KI Mikrofonfilterung und das Wechselakku System. Die eigentliche Trennung entsteht bei Treibertechnik, Materialeinsatz, Mikrofonarchitektur, Gewicht, Verpackungsinszenierung und Premium Anspruch. Genau dort muss sich später zeigen, ob das Elite den deutlichen Aufpreis technisch rechtfertigt, oder ob das Omni am Ende die unverschämt vernünftige Variante desselben Grundkonzepts ist.

 

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SteelSeries Arctis Nova Pro Omni weiß (61722)