Das trifft die Szene mitten ins Herz: Das Zürich Openair, kurz ZOA, sonst eines der grossen Highlights im Schweizer Festivalsommer, macht im anstehenden Sommer 2026 dicht. Offiziell spricht man von einer «kreativen Pause». Inoffiziell fragen sich viele: Hat man sich verzockt?

Grund seien Terminverschiebungen internationaler Festivals Ende August. Die Folge: schwierige Planungsbedingungen, unsichere Bookings, wackelige Kalkulationen. Statt ein Line-up auf Sparflamme zu präsentieren, zieht das OK lieber die Reissleine. Ein ZOA «in gewohnt hoher Qualität»  sei nicht möglich gewesen, heisst es.

Weitblick oder Eingeständnis?

Klingt vernünftig – aber für Fans bleibt ein schaler Beigeschmack. Andere Festivals kämpfen ebenfalls mit globalem Termindruck – und liefern trotzdem. War das Risiko zu gross? Oder die Konkurrenz zu stark?

Hinter dem ZOA steht massgeblich der Gründer und Festival-Macher Rolf Ronner. Er gilt als die treibende Kraft und das Gesicht der Veranstaltung. Umso stärker richtet sich der Blick nun auch auf ihn: Ist die Pause strategischer Weitblick – oder ein Eingeständnis, dass die Herausforderungen grösser geworden sind?

Pause oder Problemjahr?

Das ZOA–Team will die Auszeit nutzen, um das Konzept zu schärfen, die Infrastruktur weiterzudenken und das Erlebnis neu zu inszenieren mit mehr Überraschung, mehr Profil. Die Ansage ist klar: 2027 soll das Comeback umso grösser ausfallen.

Doch Fakt bleibt: 2026 fehlt Zürich ein Festival-Highlight. Kein grosses Bühnenbeben in Glattbrugg, keine internationalen Stars, kein kollektives Mitsingen bis spät in die Nacht.

Comeback mit Druck

2027 soll das Zürich Openair an den gewohnten Standort zurückkehren – stärker, moderner, unverwechselbarer. Die Erwartungen sind jetzt schon riesig. Nach einer Komplettpause wird die Messlatte höher liegen als je zuvor.

Trostpflaster im Dolder

Immerhin gibt es ein Trostpflaster. Ganz ohne Beats bleibt die Stadt nicht. Beim ZOA City 2026 wird die Dolder Kunsteisbahn wieder zur Sommer-Location über den Dächern Zürichs.

Klar ist indes: Das ist Ergänzung und kein vollwertiger Ersatz für die ganz grossen Bühnen in Glattbrugg. 2026 wird zeigen, ob die «kreative Pause» ein kluger Schachzug war – oder ein Warnsignal für schwierigere Zeiten im Festivalgeschäft.