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Fünf Achsen gelten im 3D-Druck als attraktives Ziel, weil sich viele Überhänge ohne Stützstrukturen fertigen lassen. Bisher blieb diese Technik jedoch meist teuren Industriesystemen vorbehalten. Mit dem R1 kündigt ein neues Unternehmen namens TOP.E nun ein Desktop-Gerät an, das diese Hürde senken soll und ausdrücklich auf ein Einsteiger-Publikum zielt.

Technisch setzt der R1 weiterhin auf eine klassische 3-Achsen-Kinematik. Zwei zusätzliche Bewegungsachsen entstehen durch ein kippbares Druckbett. TOP.E nutzt dafür eine dreipunktige Lagerung, deren Höhen sich unterschiedlich anheben lassen. Die Neigung bleibt begrenzt: Mehr als 30 Grad sind laut Angaben nicht vorgesehen, auch weil sonst das Druckbett mit dem Toolhead kollidieren könnte. Damit handelt es sich nicht um eine „vollwertige“ 5-Achsen-Maschine, die das Bauteil vollständig drehen kann. Dennoch nennt TOP.E einen maximal stützfreien Überhangwinkel von 75 Grad. Die Kippbewegung dürfte in vielen Fällen ausreichen, um Support deutlich zu reduzieren, Nacharbeit zu vereinfachen und Material zu sparen. Außerdem sinkt damit das Risiko von Fehldrucken.

Bei den Eckdaten positioniert sich der R1 als leistungsfähiges System: 350 × 340 × 320 mm Bauraum, Hotend bis 350 °C, Heizbett bis 100 °C und eine aktiv beheizte Kammer bis 60 °C gegen Warping. Genannt werden zudem zwei KI-Kameras zur Überwachung, Vibrationskompensation, Pressure Advance und HEPA-Luftfilterung. Als maximale Geschwindigkeit stehen 500 mm/s im Datenblatt, in der Praxis werden eher 250 mm/s als realistisch eingeschätzt. Unterstützt werden unter anderem PLA, PETG, TPU, ABS, ASA sowie technische Kunststoffe wie PC, PA, PPS und faserverstärkte Varianten, außerdem BVOH.

Auffällig ist die Kombination mit Vierfarb-Druck. Grafiken deuten auf ein Mischen im Hotend hin, was üblicherweise viel Spülabfall erzeugt. TOP.E behauptet allerdings, die Slicing-Software trenne Farbbereiche gezielt und drucke diese per 5-Achsen-Bewegung am Stück, um Filamentwechsel und Purge zu reduzieren.

Als Komfortfunktionen nennt TOP.E einen Farb-Touchscreen, Modellbibliothek-Anbindung und einen Sprachassistenten. Dabei wird eine gesprochene Anfrage in Text umgewandelt und über ein „Text-to-3D“-System von TenCent mehrere Modellvarianten erzeugt, die zur Auswahl auf dem Display erscheinen. Ob diese Funktion im Alltag die erwarteten Ergebnisse liefert, bleibt offen.

Unklar ist auch, wer hinter TOP.E steht. Hinweise sprechen für ein chinesisches Umfeld. Der R1 soll über Kickstarter starten, ein Preis ist nicht genannt.

FDM 3D-Drucker für Einsteiger – Übersicht

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