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«Habe ein Knacken gehört»: Schweizer Parlamentarier vermuten, dass sie abgehört werden
Geräusche beim Telefonieren, verdächtige Personen vor dem Haus: Zwei Bundesparlamentarier glauben, dass ausländische Geheimdienste sie ausspionieren. Der Nachrichtendienst bestätigt die Bedrohungslage.
Publiziert: 11.02.2026, 16:53
EVP-Nationalrat Nik Gugger hat Personen mit Kameras vor seinem Haus gesichtet.
Foto: Peter Klaunzer
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Die Solothurner Ständerätin Franziska Roth und der Zürcher Nationalrat Nik Gugger vermuten, dass sie ausspioniert werden. Roth höre ein Knacken im Telefon und Gugger sehe dubiose Personen vor seinem Haus – darüber berichtet SRF.
Ist an diesen Vermutungen etwas dran? Die SP-Politikerin Roth beschäftigt sich politisch unter anderem mit der Ukraine und kurdischen Minderheiten. Das Fedpol habe ihr deswegen auch schon abgeraten, in die Türkei zu reisen.
EVP-Nationalrat Gugger, zuletzt in den Medien als Gegner des Auslandadoptionsverbots, vermutet Spionage vor seinem Zuhause. Er habe Menschen mit Kameras gesehen. «Klar, das können auch Touristen gewesen sein, muss aber nicht», so Gugger. Wegen nicht wohlwollender E-Mails aus unbekannter Quelle habe er auch schon Anzeige erstatten müssen.
Bund bestätigt Tätigkeit ausländischer Nachrichtendienste
Politische Parteien in der Schweiz sind Ziele ausländischer Geheimdienste. Das bestätigte der Nachrichtendienst des Bundes gegenüber SRF. Die grösste Spionagebedrohung für die Schweiz gehe von Russland und China aus.
SP-Ständerätin Franziska Roth ist sich sicher: Sie wird ausspioniert.
Foto: Peter Schneider
«Ich habe beim Telefonieren ab und zu ein Knacken gehört. Das Bundesamt für Polizei ( Fedpol) hat mir dann gesagt, dass ein Knacken ein Indiz dafür sein könne, dass man abgehört werde», erzählt Roth.
Bei Spionage gehe es um das Sammeln von Informationen. Smartphones von Politikerinnen und Politikerinnen seien dabei ein Ziel. Mit speziellen Programmen könnten diese durchsucht werden, sagte Aviva Guttmann, Dozentin für Nachrichtendienst an der Universität Aberystwyth in Wales, zu SRF.
Der Bund wisse von der Spionage, gehe aber nur begrenzt gegen sie vor. Grund dafür seien aussenpolitische Überlegungen, konkret das Risiko von Gegenmassnahmen. In den letzten Jahren sind nur vereinzelte Spione ausgewiesen worden. Gugger findet, die Schweiz müsse härter durchgreifen. Er fordert eine «Nulltoleranz».
Spionage durch Nachrichtendienste
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Einloggen Zoë Egli ist Multimedia-Journalistin und arbeitet am Newsdesk von Tamedia. Sie hat Religionswissenschaften und Soziologie an der Universität Zürich studiert. Mehr Infos
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EVP-Nationalrat Nik Gugger hat Personen mit Kameras vor seinem Haus gesichtet.
Foto: Peter Klaunzer
SP-Ständerätin Franziska Roth ist sich sicher: Sie wird ausspioniert.
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