Das Universitätsklinikum „Radboudumc“ in der niederländischen Grenzstadt Nimwegen bei Kleve hat einen Patienten aufgenommen, der vom Kreuzfahrtschiff Hondius stammt und mit dem Hantavirus infiziert ist. Nun wurde bekannt, dass sich infolgedessen zwölf Mitarbeiter des Krankenhauses in Quarantäne begeben mussten. Das teilte die Radboud mit.

Bei der Aufnahme in Nimwegen wurde dem Patienten demnach Blut abgenommen. Dieses Blut wurde nach dem Standardverfahren verarbeitet. „Aufgrund der Art des Virus hätte das Blut jedoch nach einem strengeren Verfahren behandelt werden müssen“, heißt es von der Radboud. Außerdem seien bei der Entsorgung des Urins des Patienten nicht die „aktuellsten internationalen Vorschriften“ berücksichtigt worden: „Wegen der Eigenschaften des Virus hätte auch der Urin nach strengeren Sicherheitsvorgaben entsorgt werden müssen.“

Nimwegener Krankenhaus kündigt Aufarbeitung an

Aus „Vorsichtsgründen“ haben sich deshalb zwölf Mitarbeiter für sechs Wochen in präventive Quarantäne zurückgezogen, obwohl das Risiko einer Ansteckung gering sei, wie es weiter aus Nimwegen heißt. „Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Infektion sehr gering ist, haben diese Maßnahmen große Auswirkungen auf alle Beteiligten. Wir bedauern, dass dies in unserem Universitätsklinikum passiert ist. Wir werden den Vorfall sorgfältig untersuchen, um daraus zu lernen und ähnliche Situationen künftig zu verhindern“, sagt Bertine Lahuis, Vorstandsvorsitzende des „Radboudumc“.

Man sorge dafür, dass die betroffenen Mitarbeiter jede notwendige Unterstützung erhielten. „Wir schätzen ihren Einsatz sowie den ihrer Kolleginnen und Kollegen, um die Versorgung des Patienten bestmöglich sicherzustellen, sehr. Unser Universitätsklinikum steht außerdem bereit, falls weitere Patienten aufgenommen werden müssen“, sagt Lahuis.

Zum Hintergrund: An Bord der „Hondius“ war es während einer Kreuzfahrtreise von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere starben: ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, bei dem dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich.

Bei sieben weiteren inzwischen evakuierten Insassen der „Hondius“ wurde das Virus laut WHO bestätigt, bei einem weiteren Fall gilt eine Infektion als „wahrscheinlich“. Mehr als 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder hatten am Sonntag und Montag das Kreuzfahrtschiff verlassen und von Teneriffa aus mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten.