Charles III. reagiert
Rockstar trifft König – und pfeift einfach aufs Protokoll
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Aktualisiert am 13.05.2026 – 06:48 UhrLesedauer: 4 Min.
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Diese Szene bringt den Buckingham-Palast in Erklärungsnot. (Quelle: t-online)
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Sänger Rod Stewart hält mit seiner Meinung selten hinter dem Berg. Das bekam nun auch der britische König zu spüren.
Rod Stewart ist inzwischen 81 Jahre alt. Er hat so ziemlich alles erreicht, was man im Musikgeschäft erreichen kann. Vor zehn Jahren wurde er im Buckingham-Palast von der Queen zum Ritter geschlagen, seitdem darf er sich Sir nennen. Doch der Ehrentitel hält Stewart nicht davon ab, schnurgerade seine Meinung zu sagen – vor allem, wenn es um Donald Trump geht.
Davon konnte sich nun auch der britische König ein Bild machen. Bei einem Empfang zum 50-jährigen Bestehen des King’s Trust, einer Wohltätigkeitsstiftung zugunsten hilfsbedürftiger Kinder und Jugendliche, traf Charles III. am Montag in London auf den Rocksänger. Wie üblich schritt der König gemeinsam mit seiner Gattin Camilla während der Veranstaltung die Reihe der geladenen Honoratioren und Prominenten ab, darunter auch Stewart und Rolling-Stones-Gitarrist Ronnie Wood.
Die beiden Stars schüttelten dem Monarchen zunächst artig die Hand. Doch anstatt des höflichen Small Talks, der bei solchen Gelegenheiten üblich ist, setzte Stewart sofort zu einem Kommentar an, der es in sich hatte. «Darf ich Ihnen sagen, dass sie das ganz hervorragend gemacht haben in den Vereinigten Staaten», sagte Stewart an den König gewandt. «Sie waren vorzüglich, absolut vorzüglich, wie sie diesen kleinen Drecksack in die Schranken gewiesen haben.» Die Beleidigung galt dem US-Präsidenten.
Der König, so zeigen es Videobilder der Begegnung, scheint kurz irritiert von diesem Bruch mit dem Protokoll zu sein. Charles lacht verschmitzt und scheint sich schon abwenden zu wollen. Auch Altrocker Ronnie Woods kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Doch dann erwidert Charles doch noch etwas, allerdings ist der Rest der Unterhaltung nicht zu verstehen.
Ein Dilemma für den König
Als Nächstes war bei dem Defilee Camilla an der Reihe, auch sie schüttelte dem Sänger die Hand. Und auch der Königsgemahlin gibt Stewart noch mit auf den Weg, was er von Charles‘ diplomatischer Performance beim Trump-Besuch hält: «Ich habe Ihren Mann gerade zu seinem wunderbaren Auftritt in den USA beglückwünscht, so toll, so mutig, so aufrichtig.»
Bei dem viertägigen Besuch in Washington, D.C., hatte das britische Königspaar einen diplomatischen Drahtseilakt vollziehen müssen. Charles III. war dem US-Präsidenten mit großer Zuvorkommenheit begegnet, wie es sich für einen Staatsbesuch gehört. Er hatte allerdings auch keinen Hehl daraus gemacht, was er von der aktuellen US-Regierung hielt. Etwa in seiner Rede vor dem Kongress: Dort unterstrich der Monarch unmissverständlich die Bedeutung der Nato, er forderte die tatkräftige Unterstützung der Ukraine und er betonte den Umweltschutz als entscheidende Zukunftsfrage. Es war eine subtile Kritik an Donald Trump, der für all diese Themen wenig Begeisterung zeigt.
