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Hamburg – Noch vor 20 Jahren war der Döner das unschlagbare Billig-Mittagessen: 2,50 bis 4 Euro, mehr musste man in vielen Städten nicht auf den Tresen legen. In den 2010er-Jahren stieg der Preis langsam, seit 2020 geht er rasant nach oben: In Städten wie Berlin muss man mittlerweile mit 8 Euro oder mehr rechnen. Während sich viele Kebab-Liebhaber nach den alten Zeiten sehnen, begrüßt Gastro-Influencer Kemal Üres diese Entwicklung. Er verlangte bereits vor Jahren, dass ein Döner mindestens 8,50 Euro kosten muss.
Jetzt hat er im Gespräch mit BILD diese Forderung konkretisiert und erklärt, warum Kunden für einen guten Döner so tief in die Tasche greifen sollten.

Plattformübergreifend folgen Kemal Üres mehr als eine Million Menschen in den sozialen Netzwerken
Foto: Kemal Üres
Kemals Kebab-Forderung sorgt für Ärger
Kemal Üres wurde 1977 in Konstanz geboren und lebt seit seinem 18. Lebensjahr in Hamburg. Mit 19 eröffnete er sein erstes Restaurant, heute berät er mit einer eigenen digitalen „Schule“ hunderte Gastronomen in ganz Deutschland. In den sozialen Medien ist er als „Gastroflüsterer“ aktiv und erreicht nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Menschen im Monat. In seinen Videos testet er Restaurants aus aller Welt und unterstützt Gastronomen in schwierigen Situationen.

Alles knusper? Um bei seinen Restaurant-Tests nicht aufzufliegen, arbeitet Kemal oft mit versteckter Kamera
Foto: KemalUeres/YouTube
2022 setzte sich Kemal online erstmals für höhere Dönerpreise ein. Seine Forderung polarisierte und konnte eigenen Angaben zufolge „viele Dönerläden retten“. Doch zahlreiche Kebab-Liebhaber hätten ihm seinen Einsatz übel genommen, wie er BILD jetzt erzählt. „Ich hatte sogar Morddrohungen bekommen. Die Leute warfen mir vor, aus ihrem Döner einen Bugatti gemacht zu haben“, erinnert sich der Internet-Star.
Darum ist für Kemal ein hochpreisiger Döner schöner
Schon früh habe Kemal gewusst, „dass der Döner keine Zukunft hat“, wenn die Preise künstlich niedrig bleiben. Seine klare Ansage: „Der Döner muss 8,50 kosten bei einer guten Qualität.“ Allein beim Fleisch liege man schnell bei rund zwei Euro pro Portion, dazu kämen Brot, Soße, Salat, Miete und Personal. Daher steht er auch im Jahr 2026 noch hinter dieser Forderung.
BILD verrät er seine Botschaft an alle, die sich den 3-Euro-Döner zurückwünschen: „Die gehen ja auch selber einkaufen. Es ist alles so teuer geworden, und wenn ein Gastronom sauber und ordentlich arbeitet, ist Deutschland ein kostspieliges Land.“