Erhalten, aber auch erneuern

Bei der Renovierung ging es darum, die einzelnen Nutzungsbereiche klarer voneinander abzugrenzen und zugleich die Wohnung neu zu strukturieren und auszubauen – unter Erhaltung der denkmalgeschützten ursprünglichen Bausubstanz. Dazu gehören unter anderem die Ziegelaußenwände und die kleinen Fensteröffnungen des Vordergebäudes – die Fenster selbst wurden dem bauzeitlichen Erscheinungsbild nachempfunden. Das fast zwei Etagen hohe, schmiedeeiserne Tor, durch das man das Grundstück betritt, ist ebenfalls im Original erhalten und wurde von Unterlandstättner Architekten ausgebaut, restauriert und wieder eingesetzt. Auch die körnige, kräftige Putzstruktur der Außenwände stammt noch aus der Bauzeit. Sie setzt sich teilweise im Inneren des Hauses fort und macht dort den Übergang zwischen dem neuen Bauteil und der historischen Substanz der Wohnung erlebbar. „Man unterscheidet also ganz klar zwischen dem, was neu ist, und dem, was bauzeitlicher Bestand ist“, erklärt Inhaber Thomas Unterlandstättner.

Der Innenhof des kleinen Hauses mit seiner Lammellenstruktur

Der im Innenhof gelegene Zwischenbau bildet die Verbindung zwischen dem verputzten, denkmalgeschützten Vorderhaus und dem rückwärtigen Gebäudeteil. Sowohl der Zwischenbau als auch das Rückgebäude wurden erst zu Beginn der 2000er-Jahre angefügt. Während sich die gewerbliche Nutzfläche im Erdgeschoss auf 127 Quadratmeter beläuft, umfasst die darüberliegende Wohnung 105 Quadratmeter.

Florian HolzherrEine eigene Treppe für die Wohnung

Während der Zugang zur Wohnung, die vom Hauseigentümer vermietet wird, früher über eine stählerne Wendeltreppe im Innern erfolgte, erreicht man sie nun autonom über eine neu errichtete Außentreppe, die mit einer Lamellenkonstruktion verkleidet ist. Der gesamte Anbau ist von dieser Holzstruktur umhüllt, die sich teilweise auch über die Fenster zieht und sowohl als Sonnen- als auch als Sichtschutz dient. Auch technische Elemente wie die Elektroanschlüsse des Hauses wurden mit dem Fassadenmaterial verkleidet. Geht man die Außentreppe hinauf, befinden sich auf der linken Seite die abgeschirmte Terrasse und rechts die Eingangstür. Die Holzterrasse liegt vor dem auf zwei Seiten verglasten Wohnbereich, von dem aus sich ein Blick auf das Grün der Maximiliansanlagen eröffnet. Durch die Glasfront neben dem Eingangsbereich blickt man zudem zwischen den Häusern hindurch auf den Wiener Platz mit seinem Maibaum. „Es kommt alles zusammen in diesem Bereich: einmal die innerstädtische Dichte, die Ruhe mit der Terrasse im ersten Obergeschoss. Und dann auch die Mischung zwischen denkmalgeschütztem Bestand und Neubau“, erklärt der Architekt.