ZürichNeue Stolpersteine gegen das Vergessen

In Zürich erinnern neue Messingtafeln an Opfer des Nationalsozialismus.

Rosa, Florentine, Marie und Mauricette Sticki wurden alle 1944 in Auschwitz ermordet. In Zürich erinnnern nun Stolpersteine an sie.Rosa, Florentine, Marie und Mauricette Sticki wurden alle 1944 in Auschwitz ermordet. In Zürich erinnnern nun Stolpersteine an sie.

Bild: Keystone

In Zürich sind am 7. Mai weitere Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gesetzt worden. Die kleinen Messingtafeln erinnern an tragische Schicksale von Menschen aus der Region.

Eine davon ist der Zürcherin Madeleine Jeanne Lüthi gewidmet. Die 1919 geborene Lüthi überschritt im Juni 1944 die Grenze nach Frankreich, wurde jedoch kurz darauf von der Gestapo gefasst. Nach schwerer Zwangsarbeit in Leipzig deportierten die Nationalsozialisten sie wegen ihrer politischen Gesinnung in das Konzentrationslager Buchenwald. Dort erlitt sie schwerste Misshandlungen und wurde Opfer einer Zwangssterilisation.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz im Sommer 1945 wurde Lüthi nicht als Opfer empfangen, sondern wegen ihres illegalen Grenzübertritts zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Behörden verweigerten ihr über Jahrzehnte eine angemessene Entschädigung für ihr Leiden, da sie ihren Lebenswandel als moralisch verwerflich einstuften. Neben Lüthi erhielten am 7. Mai auch Rosa Sticki-Makow und ihre Töchter, die 1944 in Auschwitz ermordet wurden, sowie die 1940 in Grafeneck ermordete Margareta Gümpel eine Gedenktafel vor ihren ehemaligen Wohnhäusern

Mahnmale
im Trottoir

Stolpersteine sind ein europaweites Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Die kubischen Betonsteine mit einer beschrifteten Messingplatte werden bündig in den Boden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer verlegt.

Die Mahnmale sollen die Namen der Verfolgten zurück in den Alltag bringen. Sie erinnern nicht nur an die Opfer der Vernichtungslager, sondern auch an Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder politischen Haltung schikaniert wurden. In Zürich gibt es mittlerweile zahlreiche dieser Steine, die Passanten im Vorbeigehen zum Innehalten anregen sollen. (sda)

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