3:8-Derbyschlappe gegen YB | 14. Mai 2026

Mit so einem Resultat im letzten Derby der Saison hat wohl niemand gerechnet. Meister Thun bekleckert sich im letzten Heimspiel nicht mit Ruhm und verliert im Kantonsderby in einem unfassbaren Spiel mit 3:8. Der Ärger der Berner Oberländer dürfte aber schnell verflogen sein. Denn: Es wartet der Meisterpokal!

Unterhaltung pur boten der FC Thun und der BSC Young Boys – elf Tore bekamen die Zuschauer zu sehen.

Unterhaltung pur boten der FC Thun und der BSC Young Boys – elf Tore bekamen die Zuschauer zu sehen.Fotos: Keystone

Bei den Thunern scheint die Luft schon länger draussen zu sein. Der Sensationsmeister bleibt auch im vierten Spiel der Meisterrunde punktelos – insgesamt war es die sechste Niederlage aus den letzten sieben Runden. Das ist eine mehr als in den ersten 30 Saisonspielen zusammen.

Dabei waren die Thuner zunächst durchaus gewillt, dem Publikum im letzten Heimspiel nochmals etwas zu bieten. Auf den frühen Rückstand, der durch ein Missverständnis zwischen Captain Marco Bürki und Goalie Niklas Steffen bereits in der ersten Minute zustande kam, reagierte das Heimteam mit einem Doppelschlag. Mit seinen Saisontoren 14 und 15 drehte Thuns Topskorer Elmin Rastoder die Partie bis zur 13. Minute.

Trotz Kanterniederlage, man muss es einfach sagen: «Thun isch Meischter»!

Trotz Kanterniederlage, man muss es einfach sagen: «Thun isch Meischter»!

Doch auch die Gäste aus Bern wollten den mitgereisten Fans zumindest etwas für die enttäuschende Saison zurückgeben, die für YB ohne Europacup-Teilnahme enden wird. Allen voran hatte Samuel Essende etwas gutzumachen. Der Stürmer, der im Winter vom FC Augsburg zu YB gewechselt war, war in elf Partien für die Berner torlos geblieben. In Thun gelangen ihm dafür gleich drei Treffer. Das erste Tor der Partie erzielte er nach gewonnenem Laufduell, die beiden weiteren per Penalty. Für die übrigen Treffer waren Alvyn Sanches, Alan Virginius, Chris Bedia und Christian Fassnacht verantwortlich. Letzterer traf doppelt und führt die Torschützenliste nun allein an.

Hier erzielt Elmin Rastoder den zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer. Am Ende kassierten die Oberländer aber noch sieben Gegentreffer.

Hier erzielt Elmin Rastoder den zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer. Am Ende kassierten die Oberländer aber noch sieben Gegentreffer.

Mann des Spiels: Samuel Essende mit seinen ersten drei Treffern für YB.

Mann des Spiels: Samuel Essende mit seinen ersten drei Treffern für YB.

Dass Thun in der zweiten Halbzeit zu keiner Reaktion mehr fähig war, lag auch am Platzverweis gegen Captain Bürki. Dieser war kurz vor der Pause mit dem Ellbogen voraus in ein Kopfballduell gegen Sanches gegangen und sah nach VAR-Intervention die Rote Karte. Nach einer Notbremse von Jan Bamert standen die Thuner für die letzte Viertelstunde gar nur noch zu neunt auf dem Feld.

Am Ende der Partie kehrten Bürki und Bamert zusammen mit dem gesperrten Trainer Mauro Lustrinelli aufs Feld zurück, um den ersten Meisterpokal der Klubgeschichte entgegenzunehmen. Die Umstände hätten allerdings schöner sein können.