
AUDIO: Mediathektipps: «Die Saat des heiligen Feigenbaums», «Merz gegen Merz» und «Etty» (4 Min)
Stand: 16.05.2026 08:00 Uhr
Die Mediathektipps sind: ein neuer Film aus der Comedy-Reihe «Merz gegen Merz», eine Serien-Verfilmung der Tagebücher der jüdischen Studentin Etty Hillesum in der Nazi-Zeit und ein oscar-nominierter, heimlich gedrehter Ausnahmefilm aus dem Iran.
Nach dem Tod von Jina Mahsa Amini gehen in Teheran mutige Menschen auf die Straße und protestieren gegen die Unterdrückung. Der Film «Die Saat des heiligen Feigenbaums» hat diese Ereignisse zum Thema.
«Die Saat des heiligen Feigenbaums» – Gänsehautkino mit authentischen Aufnahmen
Der Film erzählt, wie der Familienvater Iman in jenen Tagen des Jahres 2022 zum Ermittlungsrichter ernannt wird. Seine Frau verspricht sich von der Beförderung eine neue Wohnung. Für die beiden Töchter bedeutet die neue Arbeit des Vaters nichts Gutes. Iman ist schnell ernüchtert, schon am ersten Tag soll er ein Todesurteil unterschreiben. Strenggläubig und regimetreu, fügt sich Iman und unterschreibt bald Todesurteile im Akkord. Die Töchter verfolgen die «Frau, Leben, Freiheit»-Proteste in den Sozialen Medien. Eine Freundin wird bei einer Demonstration schwer verletzt. Innerhalb der Familie spitzt sich der Konflikt zu, als Imans Dienstwaffe aus der Wohnung verschwindet.

Das in Hamburg produzierte Drama des Iraners Mohammad Rasoulof war Deutschlands Hoffnung in der Kategorie «Bester Internationaler Film 2025».
«Die Saat des heiligen Feigenbaums» ist reinstes Gänsehautkino. Eindrucksvoll mischt das Drama Spielhandlung und authentische Handyaufnahmen von den Protesten. Regisseur Mohammad Rasulof drehte heimlich und unter Lebensgefahr. Dass der Film am Ende fertig wurde, grenzt an ein Wunder. Die Dreharbeiten liefen noch, da wurde Rasoulof im Iran zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Während der Film in Hamburg geschnitten wurde, befand sich Rasoulof auf der Flucht. Der Kontakt zu ihm brach immer wieder ab. Entstanden ist wuchtiges Kino und zugleich eine feinsinnige Parabel auf die Zerstörung und Korrumpierung von Gemeinschaft und Familie durch autoritäre Regime. 2025 war Die Saat des heiligen Feigenbaums deutscher Oscaranwärter. Bis zum 11. Juni ist der Film jetzt in der Arte Mediathek zu sehen.

Das in Hamburg produzierte Drama des Iraners Mohammad Rasoulof war Deutschlands Hoffnung in der Kategorie «Bester Internationaler Film 2025».
Gleichmaß an Komik und Tragik – «Merz gegen Merz – Geständnisse»

Bei einem Rollenspiel im Spa-Bereich des Hotels verschwimmen die Grenzen der Beziehung zwischen Anne (Annette Frier) und Erik (Christoph Maria Herbst).
Paartherapie und Scheidung haben Anne und Erik Merz hinter sich. Aber so richtig ohne einander können sie auch in Teil 3 der «Merz gegen Merz»-Reihe nicht. Als Eric einen Preis bekommen soll, ist seine Ex-Frau jedenfalls die Einzige, die das zu würdigen weiß. Zur Preisverleihung reist die komplette Familie an, auch der demente Schwiegervater.
Komisches und Tragisches halten sich wie so oft die Waage. Solche Szenen haben die Comedy-Serie «Merz gegen Merz» von Stromberg-Autor Ralf Husman so erfolgreich gemacht, dass nun schon die dritte Spielfilmfortsetzung ins Fernsehen kommt. Christoph Maria Herbst und Annette Frier glänzen erneut perfekt eingespielt in den Hauptrollen. «Merz gegen Merz – Geständnisse» steht für ein Jahr im ZDF Streaming Portal.
«Etty» – Von einer besetzten Stadt und innerer Freiheit
Schauplatz Amsterdam. Die Nazis haben die Stadt besetzt. Die Studentin Etty wirft es vollends aus der Bahn, als ihr Professor entlassen wird und sich das Leben nimmt. Etty leidet zunehmend unter Ängsten, sucht Hilfe bei dem unkonventionellen Psychotherapeuten Julius Spier, gespielt von Sebastian Koch. Auf sein Anraten hin, beginnt sie, Tagebuch zu schreiben. Etty ist fasziniert von Spier, fühlt sich zugleich abgestoßen und angezogen.
In sechs Folgen erzählt die Dramaserie «Etty» die Geschichte einer hochsensiblen jungen Jüdin, die inmitten von Faschismus und Antisemitismus durch ihr Schreiben zu innerer Freiheit findet. Regisseur und Autor Hagai Levi ließ sich von den Schriften von Etty Hillesum inspirieren, die in Auschwitz ermordet wurde und deren Tagebücher in 20 Sprachen übersetzt wurden. Mit einem Kunstgriff verleiht Levi dem Stoff zeitlose Aktualität: Er versetzt die Handlung aus den 40er-Jahren in die Gegenwart. «Etty» steht bis noch bis November in der Arte Mediathek.

Von Olivia Jones bis Jan Vermeer: Drei bewegende Dokus über Kunst, Mut und große Persönlichkeiten.

Vor zwei Jahren im Oscar-Rennen, nun ist İlker Çataks «Das Lehrerzimmer» mit Leonie Benesch im ZDF Streaming-Portal zu sehen.

In den Mediathektipps geht es um den US-Vize-Präsidenten JD Vance und eine Serie über einen blinden Ermittler.

In İlker Çataks neunmal für den Deutschen Filmpreis nominiertem Drama verliert ein gefeiertes Künstlerpaar über Nacht alles, weil es Haltung zeigt.

Ein Ex-Knacki als Koch, eine Frau zwischen Realität und Traum und ein Dschihadist, der eine FBI-Übersetzerin für sich gewinnt, darum geht es in unseren Mediathektipps.