Frühdemenz
Diese ersten Demenzsymptome kennen viele Menschen nicht
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Aktualisiert am 17.05.2026 – 10:42 UhrLesedauer: 4 Min.
Schleichende Erkrankung: Erste Anzeichen einer Demenz können Kraftlosigkeit, Reizbarkeit oder auch depressive Verstimmungen sein. (Quelle: AlexanderFord/getty-images-bilder)
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Die Mehrheit der Demenzpatienten erkrankt im Seniorenalter, doch es können auch jüngere Menschen betroffen sein. Diese Anzeichen einer Frühdemenz sollten Sie kennen.
Frühdemenz ist eine Form der Demenz, die bereits vor dem 65. Lebensjahr auftritt. Sie entwickelt sich oft schleichend, macht etwa fünf Prozent aller Alzheimer-Fälle aus und ist damit deutlich seltener als die klassische Alzheimer-Demenz im hohen Alter. In diesem Ratgeber erfahren Sie, auf welche Anzeichen Sie achten sollten und wer besonders gefährdet ist.
Symptome: Wie sich eine Frühdemenz bemerkbar macht
Die Symptome der Frühdemenz ähneln denen der klassischen Demenz, treten jedoch im mittleren Erwachsenenalter (40 bis 50 oder noch früher) und oft aggressiver auf. Zu den wichtigsten Anzeichen gehören:
Gedächtnisprobleme: Vor allem das Kurzzeitgedächtnis ist betroffen. Patienten vergessen Namen, Termine oder alltägliche Dinge.Sprachstörungen: Betroffene haben Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden oder Sätze sinnvoll zu formulieren.Orientierungsprobleme: Sie haben außerdem Probleme, sich in bekannten Umgebungen zurechtzufinden.Persönlichkeitsveränderungen: Hierzu zählen vermehrte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Aggressivität oder sozialer Rückzug.Einschränkungen im Alltag: Betroffene können komplexe Tätigkeiten wie Haushaltsführung oder berufliche Aufgaben nicht mehr bewältigen.Bewegungsstörungen: In späteren Stadien kann es zu Koordinationsproblemen oder Zittern kommen.
Weitere mögliche Anzeichen einer frühen Demenz können Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Depressionen oder auch Schlafstörungen sein.
Demenz bei Jüngeren: Häufige Ursachen und Risikofaktoren
Frühdemenz ist meist keine eigenständige Krankheit, sondern Folge einer neurodegenerativen Grunderkrankung. Am häufigsten steckt – wie bei älteren Patienten – die Alzheimer-Krankheit hinter einer Demenz im jungen Alter. Daneben ist bei unter 65-Jährigen besonders häufig die Frontotemporale Demenz (FTD) die Ursache. FTD beginnt typischerweise mit dem Absterben von Nervenzellen im Frontal- und Temporallappen des Gehirns und äußert sich zunächst durch Persönlichkeitsänderungen, Verhaltensauffälligkeiten und mitunter Sprachstörungen.
Auch andere Demenzformen können früh auftreten: Beispielsweise gibt es jüngere Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz (klinisch eine Mischung aus Alzheimer- und Parkinson-Symptomen) oder mit vaskulärer Demenz infolge von Durchblutungsstörungen im Gehirn.
Gut zu wissen
Bei früh beginnenden Demenzen spielen genetische Ursachen oft eine größere Rolle als bei Demenzen im hohen Alter. Es gibt seltene erbliche Formen insbesondere der Alzheimer-Krankheit: Hier führen Mutationen in bestimmten Genen (zum Beispiel den APP-, PSEN1- oder PSEN2-Genen) dazu, dass Alzheimer bereits im mittleren Lebensalter auftritt.
Des Weiteren können neurologische Krankheiten, die primär andere Symptome verursachen, im Verlauf zu einer Demenz führen. Ein Beispiel ist Morbus Parkinson: Rund 30 bis 40 Prozent der Parkinson-Patienten entwickeln im Verlauf der Krankheit zusätzlich eine Demenz – dies kann auch Menschen treffen, die schon in relativ jungen Jahren an Parkinson erkranken.
Ein anderes Beispiel ist die Chorea Huntington (eine Erbkrankheit, die meist im mittleren Erwachsenenalter beginnt), bei der es im Verlauf ebenfalls zu schweren kognitiven Beeinträchtigungen kommt.
Lebensstilfaktoren beeinflussen das Demenzrisiko
Auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit und der allgemeine Lebensstil spielen beim Demenzrisiko eine große Rolle. So gelten Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht als Risikofaktoren für eine Demenz – insbesondere, wenn sie schon in mittleren Jahren auftreten und unbehandelt bleiben. Ungünstige Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Bewegungsmangel oder exzessiver Alkoholkonsum erhöhen ebenfalls das Risiko. Umgekehrt scheinen Menschen mit höherer Bildung und geistig aktiver Lebensweise seltener an Demenz zu erkranken, während eine niedrige Schulbildung oder soziale Isolation mit einem erhöhten Risiko einhergehen.
