Basel | 17. Mai 2026
Das Ende Juni in Basel stattfindende 32. Eidgenössische Jodlerfest soll das Miteinander von Stadt und Land fördern und Gegensteuer zum Auseinanderdriften unterschiedlicher Lebensentwürfe geben. Das sagt OK-Präsident Carlo Conti.

Ende Juni verwandelt sich Basel zum Mittelpunkt des Jodel. Das eidgenössische Jodlerfest findet zum 32. Mal statt.Fotos: Keystone
Das Eidgenössische Jodlerfest findet vom 26. bis 28. Juni nach 102 Jahren wieder in Basel statt. Zuletzt gastierte es mit seiner ersten Ausgabe, dem Eidgenössischen Jodler-Verbandsfest im Jahr 1924, in Basel-Stadt. Erwartet werden dieses Jahr gegen die 12’000 Aktive und insgesamt rund 200’000 Besucherinnen und Besucher. Budgetiert sind für das Fest rund 5 Millionen Franken.
Doch wie passt ein Fest, das die Urschweizer Bräuche zelebriert, in den wohl land- und bergfernsten Kanton der Schweiz, der vom modernen, urbanen Leben dominiert wird? Carlo Conti, Präsident des Organisationskomitees des Jodlerfests und seines Zeichens ehemaliger Regierungsrat des Stadtkantons und aktiver Fasnächtler, stellt sich dieser Herausforderung.
«Meine zentrale Motivation ist, dass ich mir zunehmend Sorgen um das Auseinanderdriften von städtischen und ländlichen Lebensentwürfen mache», sagt Conti im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Man höre sich immer weniger gegenseitig zu und missioniere die eigene Lebensweise als die einzig richtige, beobachtet Conti. Dem solle das Jodlerfest in Basel entgegenwirken.
So lautet das Motto der diesjährigen Ausgabe auch «Stadt und Land mitenand». «Wir wollen Möglichkeiten für Begegnungen ermöglichen», sagt Conti. Es gehe einerseits um den Wettbewerb, ja, aber andererseits auch darum, ein gemeinsames Volksfest zu feiern. Und dies könnten die Gäste genauso wie die Baslerinnen und Basler an der Fasnacht.
«Wenn wir Raum für mehr Akzeptanz, Toleranz und Respekt schaffen können, wenn das die Medien am Ende so schreiben, habe wir unser Ziel erreicht», hofft Conti. Und natürlich auf gutes Wetter. «Das einzige, das wirklich schiefgehen kann, ist, wenn es drei Tage regnet.»
Traditionen vereint
Auch sei das urbane Basel Volksbräuchen nicht so fern, wie man denken mag. «Früher kamen viele Leute aus ländlichen Gegenden nach Basel, um zu arbeiten», erklärt Conti. In sogenannten Landmannschaften hätten sie sich «in der fremden Stadt» unter ihresgleichen getroffen und ihre Traditionen gepflegt.
Auf der anderen Seite hätten die Städte, so auch Basel, ihre eigenen Traditionen. «Fragt man in den anderen Kantonen, wird das Trommeln und Pfeifen als etwas Bewahrendes empfunden», sagt Conti mit Blick auf die Fasnacht. Und diese habe mit dem Schweizer Jodeln noch etwas gemeinsam: Sie wurden beide ins immaterielle Kulturerbe der Menschheit der UNESCO aufgenommen.
So soll es laut Conti am grossen Festumzug, der für die Allgemeinheit einen der Höhepunkte des Fests darstellt und am 28. Juni stattfindet, auch verbindende Elemente zwischen der regionalen Kultur und dem Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen geben.

2025 juchzte es in Altstetten. Das nächste Mal im Kanton Bern wird es 2029 so weit sein, wenn Burgdorf das Jodlerfest organisiert.
Aus Contis Sicht sollen die Urschweizer Traditionen in der Region Basel den gleichen Stellenwert haben wie etwa der Eurovision Song Contest, der im vergangenen Jahr auch in Basel stattfand. Menschen würden in einer zunehmend technologisierten Welt wieder vermehrt nach Wurzeln suchen. Conti stellt eine Abkehr vom rein über Social Media kommunizierten Zusammensein fest.
2029 in Burgdorf
Der Austragungsort rotiert laut Conti in einem dreijährigen Turnus unter den Unterverbänden und innerhalb dieser wiederum unter den ihnen angehörenden Kantonen,
Der Grossanlass hätte eigentlich schon 2020 nach Basel kommen sollen, wurde aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Die letzte Ausgabe wurde im Jahr 2023 in Zug gefeiert.
Die letzte Nordwestschweizer Ausgabe gab es 2005 in Aarau. Nach Basel soll das nächste Jodlerfest im Sommer 2029 in Burgdorf im Berner Emmental stattfinden.