«Schwere Form des Trump-Wahns»
Weißes Haus teilt gegen Springsteen aus
Aktualisiert am 20.02.2026 – 08:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Bruce Springsteen bei einem Konzert in Minneapolis (Archivbild): Er ist ein energischer Kritiker der Trump-Regierung. (Quelle: IMAGO/Alex Kormann/imago)
Bruce Springsteen wird von der Trump-Regierung scharf angegangen. Er protestierte gegen Abschiebungen.
Nachdem Bruce Springsteens die Regierung von US-Präsident Donald Trump kritisiert hatte, bekommt die Rocklegende nun einen Konter aus dem Weißen Haus. Trumps Kommunikationsdirektor Steven Cheung griff den Musiker direkt an und erklärte, dieser leide «an einer schweren Form des Trump-Wahns, der sein Gehirn hat verrotten lassen».
Springsteen hatte kürzlich ein Protestlied als Reaktion auf die tödlichen Schüsse auf zwei US-Bürger im Rahmen der umstrittenen Abschiebe-Razzien in Minneapolis geschrieben und es bei einem Auftritt in der Stadt Ende Januar gesungen. Trump und seine Administration bezeichnete er kürzlich als den «Möchtegern-König und seine Schurkenregierung».
Die Einsätze und Razzien sind Teil der rigorosen Abschiebepolitik der US-Einwanderungsbehörden auf Geheiß von Trumps Regierung. Der Tod der beiden US-Bürger Alex Pretti und Renée Good löste eine große Empörungswelle im ganzen Land aus. Wochenlang wurde in Minneapolis gegen die Razzien gegen Migranten und brutales Durchgreifen bei Demonstrationen protestiert.
Die Attacke aus dem Weißen Haus folgt auf eine Tour-Ankündigung Springsteens, deren Auftakt in Minneapolis geplant ist. In seiner Reaktion griff der Sprecher Springsteen mit Verweis auf Songtitel des Musikers an. So seien die «Glory Days» (deutsch: glorreiche Zeiten) von Springsteen vorüber – in Anspielung auf Springsteens Lied aus den 80er-Jahren.
Doch Springsteen ist mit seiner Kritik nicht allein. Auch die Band U2 stellt sich auf die Seite von Trump-Gegnern. Sie hat Anfang der Woche eine politisch aufgeladene EP mit dem Titel «Days of Ash» präsentiert, die sich auf eine Reihe Todesfällen weltweit konzentriert, darunter die Ermordung von Renée Good durch ICE-Beamte. Good, eine Mutter von drei Kindern, die am 7. Januar bei Protesten gegen ICE-Aktivitäten in Minneapolis getötet wurde, ist das Thema des Eröffnungssongs «American Obituary».
Darin heißt es: «Renée Good, geboren, um frei zu sterben / Amerikanische Mutter von drei Kindern / Siebter Januar / Eine Kugel für jedes Kind, wie man sieht», singt Bono in dem Hardrock-Song, nach einem schrillen Riff von Gitarrist The Edge. «Renée, die ‚inländische Terroristin‘? / Was man nicht töten kann, kann nicht sterben / Amerika wird sich gegen die Menschen der Lüge erheben».
