Peter Jackson inszenierte bereits sechs Mittelerde-Filme: je drei für Der Herr der Ringe und Der Hobbit. Fantasy-Autor J.R.R. Tolkien hat darüber hinaus aber noch sehr viel mehr zu seinem Legendarium beigesteuert. Das meiste davon wurde erst nach seinem Tod durch Sohn Christopher Tolkien veröffentlicht und umfasst Werke wie Das Silmarillion oder Nachrichten aus Mittelerde. Für eine filmische Adaption waren diese bislang off limits, aber das könnte sich jetzt ändern, wie Jackson in einem neuen Interview bei den Cannes-Filmfestspielen berichtet.

Peter Jackson erschließt zukünftige Herr der Ringe-Möglichkeiten auf der Leinwand

Die Filmrechte an allem, was Mittelerde betrifft, umfassten bisher lediglich Der Herr der Ringe und Der Hobbit. Das bedeutet: Wann immer Filmemacher wie Peter Jackson etwas aus dem Ersten oder Zweiten Zeitalter der mehrere Jahrtausende umfassenden Fantasy-Welt einbauen wollten, konnten sie das nur tun, wenn es in den sogenannten Anhängen der lizenzierten Bücher (oder der Story selbst) Erwähnung fand.

Vom Schöpfungsmythos Ainulindalë oder der unvollendeten Geschichte Die Kinder Húrins durfte aus diesem rechtlichen Grund nichts verfilmt werden. Das lag unter anderem daran, dass Christopher Tolkien kein großer Fan von den Verfilmungen war, die aus dem literarischen Werk seines Vaters gemacht wurden.

Nach dem Tod Christophers sollen nun aber Gespräche mit den aktuellen Nachlassverwaltern Tolkiens stattfinden, die etwas offener gegenüber der Idee weiterer Filme sind. Jackson im Cannes-Interview mit Deadline : «Warner und wir haben mit den jüngeren Tolkien-Mitgliedern gesprochen, die Teil des Vorstands sind, was die Möglichkeit einer Lizenzierung einiger weiterer Bücher angeht. Es wäre nett von den Anhängen wegzukommen, um sich an etwas mit mehr Substanz machen zu können.»

Ein ähnliches Problem hat Amazon bei der Produktion der Serie Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht. Auch hier dürfen die Showrunner strenggenommen nur jede Passagen ausschmücken und filmisch auserzählen, die in den Anhängen vorkommen. Sie sollen sich aber schon auf einer Fall-zu-Fall-Basis Erlaubnis beim Tolkien-Nachlass eingeholt haben. Das Prequel zu Der Herr der Ringe spielt im Zweiten Zeitalter, während Sauron Mittelerde in schöner Gestalt mit seinen Zauberringen verführt. Von Saurons noch viel schlimmerem Voränger Morgoth aus dem Ersten Zeitalter hören wir aber relativ wenig.

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Aktuell befinden sich bereits zwei Mittelerde-Filme in Produktion beziehungsweise Entwicklung: Zum einen The Lord of the Rings: The Hunt for Gollum, das

Sméagol-Darsteller Andy Serkis über die Suche nach dem Schatz-Junkie während der Zeit von Die Gefährten inszeniert. Zum anderen The Lord of the Rings: Shadow of the Past über ein übersprungenes Abenteuer aus Buch eins, an das sich die Hobbits Jahre nach den Ereignissen von Die Rückkehr des Königs erinnern.

Der Gollum-Film hat sogar schon ein Startdatum und soll am 27. Dezember 2027 erscheinen. Das zweite Projekt wird gerade erst von Peter Jackson, Tolkien-Superfan Stephen Colbert und Herr der Ringe-Drehbuchautorin Philippa Boyens ausgearbeitet. Wer Regie führen wird, ist noch nicht raus.

Eines dürfte aber jetzt schon feststehen: Auch danach wird es weitere Mittelerde-Abenteuer in Film- und Serienform geben. Egal, ob sie auf kurzen Erwähnungen in den Anhängen oder ausführlichen Geschichten aus Tolkiens Schriften basieren.