Was passiert, wenn Menschen eine Gesellschaft komplett neu aufbauen müssen – ohne Politiker, ohne NPCs und ohne vorgefertigte Regeln? Genau diese Frage stellt die Gesellschafts-Simulation «SEED». Das neue Projekt des Berliner Studios Klang Games klingt stellenweise weniger nach klassischem Videospiel und mehr nach digitalem Sozial-Experiment mit Science-Fiction-Anstrich. Es gibt gleich zwei Trailer (siehe unten), einen begleitet Björks Song «Human Behaviour» als Titelmusik.

Im Rahmen des Indie-Festivals A MAZE. / Berlin öffnete das Studio jetzt seine Türen und zeigte ausgewählten Besuchern einen exklusiven Einblick in die Welt von «SEED». Im Mittelpunkt steht der Planet Avesta – eine dauerhaft laufende Online-Welt, die sich ständig verändert. Spieler erschaffen dort eigene Gesellschaften, organisieren Wirtschaft, Politik und soziale Beziehungen und müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der Laden nicht komplett auseinanderfliegt. Das Besondere dabei: In «SEED» gibt es keine NPCs. Also keine computergesteuerten Figuren, die Aufgaben übernehmen oder die Welt künstlich am Leben halten. Stattdessen kontrollieren echte Spieler sämtliche Abläufe. Vom Ressourcen-Abbau bis zur Regierungsbildung hängt alles von den Entscheidungen der Community ab. Wenn niemand Holz sammelt, fehlt Holz. Wenn niemand organisiert, entsteht Chaos. Fast ein bisschen wie im echten Leben – nur mit weniger Papierkram.

Zwischen Demokratie, Chaos und digitalem Alltag

Spieler steuern sogenannte Seedlings – Bewohner eines neuen Planeten, die gemeinsam eine funktionierende Gesellschaft aufbauen sollen. Klingt erst mal friedlich. In der Praxis dürfte das aber schnell kompliziert werden. Denn sobald mehrere Menschen gemeinsam Regeln festlegen, Ressourcen verteilen und Macht organisieren müssen, wird es erfahrungsgemäß interessant. Genau darin liegt aber der Reiz von «SEED». Das Spiel simuliert soziale Dynamiken, wirtschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen in einer ständig laufenden Welt. Selbst wenn Spieler offline gehen, entwickelt sich die Gesellschaft weiter. Konflikte, Freundschaften oder wirtschaftliche Probleme laufen also permanent im Hintergrund weiter. Bei der Präsentation zeigte Klang Games mehrere neue Features, die im nächsten großen Update erscheinen sollen. Dazu gehören ein neues Erfahrungs- und Level-System für sogenannte Cultivators, überarbeitete Konversationen zwischen Charakteren sowie Gesundheits-, Verletzungs- und Heilungsmechaniken. Außerdem erweitert das Studio die globale Ingame-Wirtschaft und führt Gesellschafts-Stufen ein. Spieler schalten dadurch neue Mechaniken frei, je weiter sich ihre Gemeinschaft entwickelt. Die große Frage dahinter bleibt spannend: Kann eine virtuelle Gesellschaft am Ende besser funktionieren als die echte? Oder endet auch hier alles irgendwann in Streit, Bürokratie und digitalem Lagerfeuer-Diskussionsabend?

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Companion-App macht die Gesellschaft mobil

Klang Games denkt «SEED» längst nicht mehr nur als klassisches PC-Spiel. Parallel entsteht eine Mobile-Companion-App, mit der Spieler ihre Gesellschaft auch unterwegs verwalten können. Die App erinnert dabei stellenweise fast an eine Mischung aus Messenger, Organisations-Tool und virtueller Bürger-App. Spieler führen darüber Gespräche mit ihren Seedlings, verwalten Jobs und Gruppen oder planen Termine innerhalb ihrer Gesellschaft. Dazu kommen Push-Benachrichtigungen zu wichtigen Ereignissen in der Spielwelt. Wer also offline ist, bekommt trotzdem mit, wenn in der eigenen digitalen Zivilisation plötzlich Chaos ausbricht. Erstmals zeigte das Studio «SEED» jetzt auch direkt auf Mobilgeräten. Weitere Mobile-Features sollen in den kommenden Monaten folgen.

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Premiere und Release

Das Event in Berlin markierte gleichzeitig den Start von «In Bloom – The SEED Festival». Studio-Chef Mundi Vondi zeigte sich nach der ersten Ausgabe begeistert: «Ich könnte nicht glücklicher sein über unsere erste SEED-Keynote, das SEED Fest. Für uns hier bei Klang ist dies ein absolut historisches Ereignis.»

Interessierte können sich bereits für die Closed Beta anmelden oder «SEED» bald auf die Steam-Wunschliste setzen, am 19. Mai funktionierte das jedoch noch nicht. Der Early-Access-Start über den eigenen SEED-Launcher ist für Sommer 2026 geplant, die Steam-Version soll im Herbst 2026 folgen.