Auslaufen der Waffenruhe in Iran
Experten warnen vor neuem Ölpreis-Schock
19.05.2026 – 13:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Tanker in der Straße von Hormus (Archivbild): Die Blockade der Schiffspassage führt zu Öl-Engpässen, warnen Fachleute. (Quelle: -/kyodo/dpa/dpa-bilder)
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Die Gespräche um ein Ende des Krieges im Iran stocken. Nun schlägt eine Energieexpertin Alarm. Sie nennt ein Datum für den globalen Öl-Kollaps.
Bis September könnten die kommerziellen Lagerbestände an Öl auf eine operative Untergrenze fallen, sofern die Straße von Hormus geschlossen bleibt. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von Natasha Kaneva, Rohstoffexpertin der US-Bank J.P. Morgan mit dem Titel «The illusion of plenty», übersetzt etwa «Die Illusion des Überflusses».
Die Energieexpertin und ihr Team analysieren dabei die aktuelle Lage auf dem Ölmarkt. Sie blicken auf gebunkerte Ölvorräte, gesteigerte Produktionen und die Blockade der Straße von Hormus.
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Durch die Straße von Hormus vor der Küste des Iran wird rund ein Fünftel der weltweit benötigten Gas- und Ölmengen transportiert. Die Schiffspassage ist seit Beginn der US-Angriffe auf den Iran weitgehend dicht. Die Folgen lassen sich weltweit an steigenden Preisen an den Zapfsäulen ablesen.
Laut Angaben der Energieagentur IEA fehlen durch die Blockade rund 20 Millionen Barrel Öl am Tag. (Ein Barrel sind rund 159 Liter.) Vor allem Saudi-Arabien, das über eine Pipeline Öl über einen freien Hafen am Roten Meer exportieren kann, lindert die Ausfälle etwas.
Natasha Kaneva warnt vor Absacken wie beim Blutkreislauf
Kaneva und ihr Team beziffern das saudische Plus auf sechs Millionen Barrel pro Tag. Fehlt immer noch eine Menge von 14 Millionen Barrel am Tag. Zwar haben die USA ihre Produktion erhöht. Und China greift auf seine gewaltigen Ölreserven zurück. Doch auch das reicht laut Kaneva nicht aus, um die Blockade-Ausfälle auszugleichen. Kanevas Rechnung: Pro Tag fehlen rund acht Millionen Barrel Öl.
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Das klingt überschaubar angesichts weltweiter Öl-Vorräte von derzeit rund 8,4 Milliarden Öl. Doch Kaneva macht mit ihrem Team eine andere Rechnung auf:
Anders als beim Sprit im Auto-Tank, der notfalls bis zum letzten Tropfen ausgereizt werden kann, funktioniert der weltweite Ölmarkt anders. Die Expertin vergleicht das Ganze eher mit dem Blutkreislauf des Menschen: Sackt das Level unter eine bestimmte Menge, bricht das ganze System zusammen. «Der Kreislauf ist entscheidend», so Kaneva.
Mehr als achtzig Staaten rufen Notstand aus
Im Klartext: Öltanker auf den Meeren, Raffinerien an Land und auch Tankstellen brauchen einen Mindestumlauf an Öl, damit der Treibstoff-Kreislauf in Gang bleibt. Deshalb warnen Kaneva und ihr Team vor einem möglichen Kollaps im September.
