Sie stellen auch in Frage, dass es mit dem MDR-Tatort nach drei Jahren Pause weitergehe und befürchten das endgültige Aus für die Produktion, denn lang aufgebaute Strukturen würden kaputtgehen in der Zwischenzeit.
MDR-Sprecher: «Schmerzhafte Entscheidung» – auch andere Bereiche betroffen
MDR-Unternehmenssprecher Michael Naumann spricht von einer «schmerzhaften Entscheidung», die sich die Verantwortlichen nicht leicht gemacht hätten im Sender. Doch der Tatort stehe nicht vor dem Aus: «Und wir drehen auch weiter mit den Crews jeweils zwei Tatorte und Polizeirufe, die müssen ja überhaupt erst mal noch produziert werden. Und wir haben vor, nach der Pause auch wieder neue zu drehen.»
Doch momentan müsse der MDR aufs Geld schauen und könne sich «wie in jedem normalen Haushalt für eine gewisse Zeit nicht alles leisten.» Und das Sparprogramm habe auch andere Bereiche des Senders betroffen. Aus diesem Grund gebe der MDR auch das ARD-Mittagsmagazin wieder ab. «Das alles ist schwer und bedeutet Einschnitte für Kolleginnen und Kollegen.»
Das alles ist schwer und bedeutet Einschnitte für Kolleginnen und Kollegen.
Michael Naumann
MDR-Sprecher
Wegen des Kostendrucks will der MDR ab 2027 außerdem die Sendung «MDR um 2» nicht mehr als lineares TV-Magazin fortführen. Geplant ist eine Streamingvariante, «die heutigen und künftigen Mediennutzungsgewohnheiten wesentlich besser entspricht».
Tauziehen um höheren Rundfunkbeitrag – 160 Millionen-Euro Sparprogramm
Die Einparungen beim MDR erfolgen vor dem Hintergrund der Hängepartie um den künftigen Rundfunkbeitrag. ARD und ZDF hatten im November 2024 Verfassungsbeschwerde eingereicht, weil die Bundesländer die ursprünglich empfohlene Erhöhung von derzeit 18,36 Euro auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 nicht beschlossen hatten. Unter der Annahme, dass die Bundesländer die Anpassung des Rundfunkbeitrags auch umsetzen, hatte der MDR schon im Jahr 2024 ein Sparprogramm von 160 Millionen Euro bis 2028 geschnürt. Die nicht erfolgte Anpassung kommt für den MDR nun also einer zusätzlichen Kürzung in Höhe von 20 Millionen Euro im Jahr gleich.
Im Februar dieses Jahres hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) nun eine neue Empfehlung abgegeben: Ab 2027 soll der Beitrag demnach auf 18,64 Euro steigen – also 30 Cent weniger als ursprünglich vorgeschlagen. Das Bundesverfassungsgericht hat angekündigt, am 23.6. über den Rundfunkbeitrag verhandeln zu wollen.