
AUDIO: «72 Stunden Baselitz nonstop»: Louvre-Feeling in Prerow (1 Min)
Stand: 22.05.2026 14:38 Uhr
Der kürzlich verstorbene Maler Georg Baselitz zählt zu den weltweit wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Über das Pfingstwochenende ist eines seiner Bilder für 72 Stunden im Ostseebad Prerow auf dem Darß zu sehen.
Seine Sommerferien verbrachte der Ende April verstorbene Maler Georg Baselitz als Jugendlicher gern mit der Familie auf dem Zeltplatz im Ostseebad Prerow. Aus dieser einschneidenden Erinnerung malte er Jahre später, 1996, das drei mal vier Meter große Gemälde mit dem Titel «Mein Vater sieht einen Engel». Es ist angelehnt an ein Foto, das seinen Vater gen Himmel blickend am Strand von Prerow zeigt. «Ein Bild voller Frieden und Harmonie. Eben das, was die Kerns [Anmerk. d. Red.: Geburtsname Baselitz‘] hier in Prerow suchten und fanden und was sie nur schwerlich in ihr Leben zu Hause mitnehmen konnten», sagt Susan Knoll vom Förderverein der Prerower Kirche, in der das Bild nun für drei Tage zu sehen ist.

Zu Pfingsten wollte der Maler in der Seemannskirche anlässlich des 300-jährigen Jubiläums eines seiner Werke ausstellen.
300 Jahre Seemnannskirche – 72 Stunden Baselitz
Aus Anlass des 300. Jubiläums der dortigen Seemannskirche kam die Idee auf, das Gemälde nach Prerow zu holen. Susan Knoll habe sich «dann einfach getraut» und Kontakt mit Georg Baselitz aufgenommen, der schon einen Tag nach Erhalt der Anfrage per Mail antwortete: «Ich habe sehr glückliche Erinnerungen an die Zeit. Im Ort gab es damals eine Eisdiele, man bekam dort Eis mit alkoholischen Essenzen und es gab keine gepflasterten Straßen, wunderbar. Ich war auch in der Kirche; es gab damals einen Beschließer, den man nicht verstand, aber ich fand das Ganze – weil es so unsächsisch und heidnisch war – sehr schön». Baselitz sagte sofort zu, das Bild in der Kirche ausstellen zu dürfen.
Kleine Schau – großer Aufwand

Viel Arbeit für 72 Stunden Kunstgenuss.
Doch mit der Idee kamen auch die Notwendigkeiten, die so ein Werk mit sich bringen, wie ein Restaurator, eine Wachfirma, eine Versicherung und ein Transportunternehmen. Aufgrund der hohen Kosten wäre es daher nicht möglich gewesen, das Bild für zwei, drei Wochen in der Urlaubszeit zu präsentieren. «Allein die Bewachungskosten für das Werk, das einen siebenstelligen Wert hat, wären für einen kleinen ehrenamtlich tätigen Verein nicht zu stemmen”, erklärt Knoll. Und so entstand die «Idee der Verknappung», das Gemälde «kurz, aber heftig» auszustellen. So ist es jetzt zu erleben: Drei Tage rund um die Uhr, von Freitag, dem 22. Mai um 15 Uhr bis zum Pfingstmontag, dem 25. Mai um 15 Uhr wird das Werk zu sehen sein.
Wunschergebnis: Schwarze Null
Im Förderverein war die Begeisterung für die Idee groß, schnell seien viele bereit gewesen, auch nachts Wein und morgens um sechs Uhr Kaffee auszuschenken. «Ein Weltkünstler in einer Dorfkirche – wenn das keine Geschichte ist», freut sich die Initiatorin Susan Knoll. Schnell sei man sich einig gewesen, keinen Eintritt zu erheben und stattdessen auf die Generosität der Besuchenden zu setzen und um Spenden zu bitten. Schließlich finde am Pfingstsonntag noch das Benefizkonzert «Cello-Zauber» statt. «Wenn wir unter dem Strich mit einer schwarzen Null aus dem Event herauskommen, dann sind wir sehr zufrieden.»

Das Seebad ist für seinen feinen Sandstrand bekannt. Neues Wahrzeichen von Prerow ist die moderne Seebrücke mit Inselhafen.
Handsignierte Kunstdrucke des Gemäldes im Repertoire
Der Tod von Georg Baselitz habe alle in der Vorbereitungsgruppe sehr betroffen gemacht, wobei er aus gesundheitlichen Gründen von vornherein seine Anwesenheit vor Ort abgesagt hatte. «Aber er hat uns noch kürzlich 25 hochwertige Kunstdrucke des Gemäldes ‚Mein Vater sieht einen Engel‘ von Hand signiert, die vom Förderverein nun zum Wohle der Seemannskirche verkauft werden können. Damit hat er uns sehr großzügig unterstützt.»

Der Maler und Bildhauer ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er zählte zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Deutschlands.

Das Amt arbeite laut Bürgermeister nicht so effizient, wie für die Gemeinde erforderlich. Die Gemeindevertreter stimmen über einen Grundsatzbeschluss ab.

Einsame Strände, quirlige Seebäder und Welterbe-Städte: Auf fast 1.100 Kilometern führt der Fernradweg durch den Norden.

Nach dem Winter kehren die Kraniche jetzt wieder in den Norden zurück. Auf ihrem Zug rasten sie auch in Norddeutschland.