Rücktritte 

Prof. Dr. Gabriel Aeppli (*1956), zurzeit ordentlicher Professor für Physik am Departement Physik (Doppelprofessur mit der EPFL), wird Ende November 2026 in den Ruhestand treten. Gabriel Aeppli kam 2013 an die ETH Zürich und ist zudem der gründende Leiter des Bereichs Photon Science sowie Vizedirektor am Paul Scherrer Institut (PSI). Zu seinen Verdiensten gehören neben der Ausbildung zahlreicher Studierender die wissenschaftliche Inbetriebnahme des SwissFEL (Swiss Free Electron Laser) und wesentliche Teilnahme an der SLS (Swiss Light Source) 2.0, mit bis zu 10’000-fach ergänzter Potenz, und am Park Innovaare mit neuem PSI-Reinraum. Zu seinen bekannten Forschungsergebnissen gehören Röntgentomogramme mit Weltrekordauflösung von integrierten Schaltkreisen. Gabriel Aeppli befasste sich mit der zeitabhängigen Struktur der Lichtpulse von freien Elekronenlaser, was zum ersten Röntgen-Frequenzkamm führte. Diese und ähnliche Beiträge motivieren das neue Projekt SwissFELplus, dessen Ziel die Produktion beliebig einstellbarer Röntgenwellen ist. Seit 2016 ist Gabriel Aeppli Mitglied des Schweizerischen Wissenschaftsrates. 

Prof. Dr. David Basin (*1961), zurzeit ordentlicher Professor für Informatik (Informations­sicherheit) am Departement Informatik, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Er kam 2002 an die ETH Zürich. Seine Forschung in enger Zusammenarbeit mit der Industrie führte zu bahnbrechenden Fortschritten in den Grundlagen, Methoden und Werkzeugen zur Überprüfung der Sicherheit von IT-Systemen. Er gründete mehrere Spin-offs und Forschungsinitiativen im Technologiebereich und brachte sieben Patente zur Anmeldung. David Basin wurde unter anderem mit der Ehrendoktorwürde der Chalmers University of Technology für seine herausragenden Beiträge zur Cybersicherheit und dem Levchin Prize for Real-World Cryptography für die Entwicklung des Tamarin Prover ausgezeichnet. An der ETH Zürich war er unter anderem (auch stellvertretender) Departementsvorsteher, Mitglied der Forschungskommission und der Doktoratskommission sowie mehrjähriger Leiter des Instituts für Informationssicherheit. Aktuell leitet er den Beirat für den ETH Zürich Campus Heilbronn.  

Prof. Dr. Jan Carmeliet (*1961), zurzeit ordentlicher Professor für Bauphysik am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Jan Carmeliet kam 2008 an die ETH Zürich. Seine Forschung umfasst die mehrskalige Analyse poröser Materialien, Bauphysik, städtisches Mikroklima und städtische Energiesysteme. Sein Ansatz verknüpft Materialverhalten im Nanobereich mit der Leistungsfähigkeit auf Stadtebene. Er baute ein bedeutendes Forschungsprogramm zur Modellierung des städtischen Mikroklimas auf und prägte auf nationaler Ebene massgeblich die Forschungslandschaft im Bereich Gebäudeenergie. Jan Carmeliet war Vorstandsmitglied des Energy Science Centre ETH, SNF Research Councilor sowie Mitglied der Forschungskommission der ETH Zürich. Er gründete den Masterstudiengang «Integrated Building Systems» und förderte den Aufbau interdisziplinärer Teams und Infrastrukturen, welche die Forschung auch weit über seinen Ruhestand hinaus prägen werden. 

Prof. Dr. Jérôme Faist (*1962), zurzeit ordentlicher Professor für Experimentalphysik am Departement Physik, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Jérôme Faist forscht im Bereich der Quanten- und Laserphysik und kam 2006 an die ETH Zürich. Eine seiner grössten Errungenschaften war die erste experimentelle Demonstration eines Quantenkaskadenlasers (QKL); die QKL-Forschung wurde im Wesentlichen von ihm begründet. Der Höhepunkt seiner Forschung an der ETH Zürich ist die Entwicklung optischer Frequenzkämme auf Basis von Quantenkaskadenlasern sowie die Untersuchung von Vakuumfluktuationen. Jérôme Faist hält 35 Patente und wurde zweimal mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet. An der ETH Zürich trug er als Leiter des Instituts für Quantenelektronik zur akademischen Selbstverwaltung bei und führte das Departement als Vorsteher sicher durch die Pandemie. Zudem prägte er das Departement als Dozent und Mentor für zahlreiche Studierende und Doktorierende. 

Prof. Dr. David Gugerli (*1961), zurzeit ordentlicher Professor für Technikgeschichte am Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften, wird Ende Oktober 2026 in den Ruhestand treten. David Gugerli vertritt eine kulturwissenschaftliche Technikgeschichte und kam 1997 an die ETH Zürich. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die politische Geschichte des Körpers, der Elektrifizierung, die Kartografie des nationalen Raums und die Entwicklung technischer Hochschulen. In jüngerer Zeit befasst er sich mit der Geschichte von rechnergestützten Suchverfahren und Datenbanken, wissensbasierter Ökonomie sowie Fragen der Berechenbarkeit und der Rolle des Computers. David Gugerli war von 2005 bis 2018 Gründungsmitglied des Zentrums für die Geschichte des Wissens, zudem erster Sprecher der Departementsvorsteherkonferenz und von 2009 bis 2016 Präsident der Strategiekommission der ETH Zürich. Neben seiner erfolgreichen Lehre engagierte er sich als Mitglied der Forschungskommission, als Vorsteher und stellvertretender Vorsteher des Departements sowie als Leiter und stellvertretender Leiter des Instituts für Geschichte.  

Prof. Dr. Johanna Jacobi (*1983), zurzeit Assistenzprofessorin für Agrarökologische Transitionen am Departement Umweltsystemwissenschaften, wird die ETH Zürich Ende September 2026 verlassen. Ihre Forschung mit Fokus auf tropische Regionen konzentriert sich auf Nachhaltigkeit und sozio-ökologische Resilienz in Landwirtschaft und Ernährungssystemen, auf agrarökologische Themen sowie auf Machtbeziehungen in Ernährungssystemen und praktische Beispiele der Agroforstwirtschaft. Sie erhielt ein SNSF Eccellenza Professorial Fellowship und trug zu den ETH-Zielen bei, friedliche wissenschaftliche Lösungen für globale Probleme zu entwickeln. Johanna Jacobi wechselt als Professorin für Global Food Security im Luxembourg Centre for Social-Environmental Systems an die Universität Luxembourg. 

Prof. Mariam Issoufou Mahamadou (*1979), zurzeit ordentliche Professorin für Architektonisches Erbe und Nachhaltigkeit am Departement Architektur, wird die ETH Zürich Ende Dezember 2026 verlassen. Ihre Entwurfs- und Forschungsprofessur mit dekolonialer und intersektionaler Ausrichtung hat die eurozentrischen Annahmen hinterfragt, die in der Architekturgeschichte, der Denkmalpflege und dem Nachhaltigkeitsdiskurs verankert sind, und vertritt die These, dass lokale Baukulturen und eingebettetes Wissen aus dem Globalen Süden wichtige Lehren dafür bereithalten, wie Architektur auf die Klimakrise reagieren kann. Mariam Issoufou Mahamadou hat wesentlich dazu beigetragen, das Departement Architektur international neu zu positionieren. Sie verlässt die ETH Zürich, um den Schwerpunkt ihrer Arbeit neu auszurichten und ihr Engagement in der Architekturpraxis, im Schreiben und in den weiterreichenden kulturellen Debatten zu vertiefen, die ihr Werk angestossen hat. 

Prof. Dr. Ursula Renold (*1961), zurzeit ordentliche Professorin für Bildungssysteme am Departement Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC), wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Sie ist eine international anerkannte Expertin für die Gestaltung, Steuerung und Reform von Bildungssystemen und war Leiterin des Forschungsbereichs Bildungssysteme an der Konjunkturforschungsstelle (KOF, heute KOF Institut), bevor sie Ende 2019 zur ordentlichen Professorin am D-MTEC ernannt wurde. Im Zentrum ihrer Forschung stehen die international vergleichende Bildungssystemforschung, die Dynamik von Bildungssystemen sowie die Weiterentwicklung bildungspolitischer Prozesse. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Center on the Economics and Management of Education and Training Systems (CEMETS) zur international gefragten Marke. An der ETH Zürich hat sie sich als engagierte Dozentin, stellvertretende Departementsvorsteherin und Leiterin des Doktoratskomitees verdient gemacht. Ursula Renold hat mit ihrem Beitrag zum Berufsbildungssystem und zu den Fachhochschulen in der Schweiz das Ansehen der ETH Zürich in diesem Bereich gestärkt. 

Prof. Dr. Federica Sallusto (*1961), zurzeit ordentliche Professorin für Medizinische Immunologie am Departement Biologie, wird Ende Januar 2027 in den Ruhestand treten. Sie kam 2016 an die ETH Zürich, in einer Doppelprofessur mit der Università della Svizzera italiana (USI) in Lugano. Federica Sallusto ist eine weltweit anerkannte Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der menschlichen Immunologie, deren Arbeit definiert hat, wie wir die Differenzierung, Migration und das immunologische Gedächtnis von T-Zellen verstehen. Ihre Erkenntnisse haben die Impfstoffentwicklung sowie T-Zell-basierte Therapien beeinflusst. Sie hat drei Patente zur Anmeldung gebracht und zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. An der ETH Zürich hat sich Federica Sallusto als Dozentin und Mentorin für zahlreiche Doktorierende und Postdoktorierende verdient gemacht und die nächste Generation von Immunologinnen und Immunologen geprägt. 

Prof. Dr. Christoph Schwab (*1962), zurzeit ordentlicher Professor für Mathematik am Departement Mathematik, wird Ende Dezember 2026 in den Ruhestand treten. Christoph Schwab ist ein Experte für die numerische Analyse von partiellen Differentialgleichungen und Randelementmethoden und seit 1995 an der ETH Zürich. Im Zentrum seiner Forschung, welche mit einem ERC Advanced Grant unterstützt wurde, steht die mathematische Analyse numerischer Methoden, speziell hochdimensionale Approximation, exponentielle Konvergenz von hp-Finite-Element Methoden sowie Monte-Carlo Methoden. Christoph Schwab war von 2002 bis 2026 Mitglied des Steering Committee der International Conference on Spectral and High Order Methods, dessen Vorsitz er von 2016 bis 2025 innehatte. An der ETH Zürich prägte er nicht nur massgeblich den Unterricht, sondern trug zudem als mehrjähriger Vorsteher und stellvertretender Vorsteher des Seminars für Angewandte Mathematik sowie als Mitglied der Forschungskommission zur akademischen Selbstverwaltung bei.