5.000 Soldaten nach Polen
Trumps Entscheidung überrascht wohl Pentagon
Aktualisiert am 22.05.2026 – 12:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Donald Trump (Archivbild): Der US-Präsident begründet die Entsendung von Soldaten nach Polen mit dem Wahlsieg des dortigen Präsidenten Karol Nawrocki. (Quelle: IMAGO/Al Drago – Pool via CNP/imago)
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Er will nicht, jetzt will er doch: Trumps Ankündigung, weitere Soldaten nach Polen zu entsenden, sorgt gleich aus mehreren Gründen für Verwirrung.
US-Präsident Donald Trump hat überraschend angekündigt, nun doch 5.000 Soldaten nach Polen zu verlegen. Das teilte Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social mit. Damit widersprach er der erst vor wenigen Tagen getroffenen Entscheidung des Pentagon, geplante Truppenverlegungen nach Polen nicht durchzuführen.
Trump begründete den Schritt mit dem «erfolgreichen Wahlsieg» des nationalkonservativen polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, den er bereits im Wahlkampf unterstützt hatte. Nawrocki ist allerdings bereits seit August 2025 Staatspräsident in Polen; die Wahl war am 1. Juni 2025. Nach Angaben der «New York Times» soll Trumps Ankündigung für das Pentagon überraschend gekommen sein.
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Verwirrung um US-Truppen in Europa
Der neue Plan ist Teil einer seit Wochen impulsiv wirkenden US-Politik gegenüber Europa. Erst vor drei Wochen erklärte das Pentagon, rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Der Hintergrund: Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz den US-Krieg gegen den Iran kritisiert hatte, ließ Trump sich auf Truth Social über Merz aus und kündigte an, einen Truppenabzug in Deutschland zu prüfen.
Ein Teil der Kräfte soll in die USA zurückkehren, andere an neue Standorte verlegt werden. Zudem wurde ein unter Präsident Joe Biden geplanter Ausbau amerikanischer Artillerieeinheiten in Europa gestoppt.
Kurz darauf stoppte das Pentagon dann auch die geplante Verlegung von mehr als 4.000 Soldaten nach Polen, obwohl einige Einheiten bereits mit Ausrüstung im Land eingetroffen waren.
Kritik aus Polen und den USA
Die Entscheidung löste in den USA scharfe parteiübergreifende Kritik von Abgeordneten aus. Sie warnten demnach, Truppenreduzierungen in Osteuropa könnten ein falsches Signal an Russland senden. Auch in Polen sorgte der Schritt für Unruhe: Polnische Regierungsvertreter sollen in Washington in mehreren dringlichen Telefonaten interveniert haben.
Noch am Dienstag hatte das Pentagon erklärt, es handele sich lediglich um eine «vorübergehende Verzögerung» der Truppenverlegung nach Polen. Mit Trumps neuem Vorstoß scheint diese Entscheidung nun wieder kassiert worden zu sein.
Das Pentagon wollte diese Entwicklung für die «New York Times» nicht kommentieren und verwies die Zeitung an das Weiße Haus. Offen bleibt daher die Frage, ob das US-Militär jetzt an anderer Stelle Truppen abziehen müsste, um Trumps übergeordnetes Ziel der Truppenreduzierung in der EU zu erreichen.
Die Nato betonte zuletzt, mögliche Truppenverschiebungen würden die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses nicht beeinträchtigen. Kanada und Deutschland hätten ihre Präsenz an der Ostflanke bereits verstärkt.
