Der erste Trailer zum kommenden „Resident Evil“-Kinofilm sorgte für heftige Diskussionen unter den Fans. Regisseur Zach Cregger reagierte nun in einem aktuellen Interview auf die Kritik und liefert in einem neuen Featurette-Video obendrein einen weiteren Blick hinter die Kulissen.
Ende April veröffentlichte Sony Pictures Entertainment den ersten Teaser-Trailer zum neuen „Resident Evil“-Film, für dessen Inszenierung niemand Geringeres als der aktuell wohl angesagteste Genre-Regisseur Hollywoods verantwortlich ist: Zach Cregger.
Doch obwohl der Filmemacher, der für seine Streifen „Barbarian“ und „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“ mit Lob überschüttet wurde, bereits im Vorfeld deutlich machte, dass er keines der bekannten Capcom-Spiele eins zu eins adaptieren wird, sorgte der erste Vorgeschmack für hitzige Diskussionen und gespaltene Gemüter.
Vor allem die Hardcore-Fans zeigten sich aufgrund fehlender Kult-Charaktere und Abweichungen gegenüber der Vorlage nicht gerade erfreut. Nun bezog Cregger selbst Stellung zu seiner kreativen Entscheidung.
Die Zwickmühle: Eine Eins-zu-eins-Kopie will niemand sehen
Im Gespräch mit Regisseur Curry Barker (via GamesRadar) machte Cregger zunächst deutlich, dass ihn die Wucht der Fan-Reaktionen im Netz eiskalt erwischt habe. Dennoch steht er vollends hinter seiner Vision, die Raccoon-City-Katastrophe aus einer vollkommen neuen Perspektive zu erzählen.
„Ich fühle mich großartig damit. Ich mag den Film wirklich sehr. Es war eine wilde Woche seit der Veröffentlichung des Teasers, um die gespaltenen Reaktionen online zu sehen“, so Cregger.
„Es gibt so viele Leute, die ganz offensichtlich unbedingt das Videospiel wollen – sprich die Charaktere und die Story aus dem Videospiel -, und alles, was davon abweicht, ist absolut unerwünscht. Mir war nicht klar, wie leidenschaftlich manche Leute in dieser Hinsicht sind.“

Zudem betonte der Regisseur, dass eine reine Nacherzählung der Spiele der falsche Ansatz gewesen wäre. Er sieht sich daher in einer klassischen Zwickmühle:
„Wenn ich das getan hätte, wäre ich kreativ nicht erfüllt, und ich glaube nicht einmal, dass sie daran Spaß hätten. Wenn ich einfach nur die Story der Spiele verfilmen würde, wären die eingefleischtesten Fans wohl enttäuscht. Also weiß ich auch nicht, wie man es richtig macht.“
Zurück zu echtem Survival-Horror
Darüber hinaus veröffentlichten die Verantwortlichen jetzt ein brandneues Featurette-Video, in dem Cregger weitere Einblicke hinter die Kulissen und in seine Vision gewährt, während auch neue Schnipsel aus dem Film gezeigt werden – darunter eine kurze Aufnahme aus der Ego-Perspektive.
Cregger war es jedoch wichtig, vor allem eines klarzustellen: Sein Film wird unerbittlicher, atmosphärischer Horror statt stumpfer Action, wie man sie aus den früheren Adaptionen mit Milla Jovovich kennt.


„Resident Evil ist quasi das Flaggschiff des Survival-Horrors. Horror. Es ist keine Action. Was ich an Survival-Horror-Spielen und vor allem an Resident Evil so liebe, ist… ist dieses absolut überwältigende Gefühl von nackter Angst“, sagte Cregger.
Er ergänzte: „Wo es so ist wie: Ich muss diesen langen, dunklen Korridor hinuntergehen. Ich habe noch zwei Schrotflinten-Patronen. Ich weiß, dass da drin jede Menge [Scheiße] auf mich wartet, und es ist alles verdammt übel, aber ich muss da durch.“
Ein Protagonist im Ausnahmezustand
Der Filmemacher setzt außerdem bewusst auf einen Protagonisten, der mit seiner Tollpatschigkeit und totalen Überforderung das klassische Spielgefühl widerspiegeln soll:
„Also hatte ich diese Idee für eine Geschichte in der Welt von Resident Evil, aber sie ist ein bisschen wie ich selbst. Quasi so, als ob man mich in ein Resident-Evil-Spiel werfen würde: Ich bin furchtbar mit Waffen. Ich hätte keine Ahnung, wie überhaupt eine davon funktioniert. Ich würde 99 % aller meiner Schüsse danebensemmeln. Verdammt noch mal!“

Abschließend unterstrich Cregger aber auch einmal mehr, dass er selbst ein großer „Resident Evil“-Fan ist. Mit der richtigen Tonalität möchte er genau den Film abliefern, den Fans sonst vermissen würden:
„Ich liebe die Spiele. Ich habe die Spiele gespielt, ich weiß gar nicht wie viele tausend Stunden, aber definitiv zu viele. Das hier ist für mich die Chance, den Spielen im Geiste und im Ton absolut treu zu bleiben und eine Geschichte aufzubauen, die dich einfach genau in dieses Szenario wirft – wieder und wieder und wieder, während der Einsatz immer weiter in die Höhe getrieben wird.“
„Resident Evil“ startet am 17. September 2026 in den deutschen Kinos.
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