Unzählige Zeilen Code, die über klobige Bildschirme laufen, eine aufwendige Computer-Simulation, die die Grenzen zwischen Illusion und Realität sprengt und ein Release-Date im Jahr 1999? Nein, die Rede ist nicht von Matrix, einem der brillantesten Sci-Fi-Filme überhaupt, sondern von seinem ungeliebten Cousin: The 13th Floor wurde von seinem Vorgänger hoffnungslos überschattet und verdient unserer Meinung nach trotzdem eine zweite Chance.
Der kleine Bruder von Matrix: Kaum jemand kennt diesen Sci-Fi-Mystery-Streifen
Der brillante Programmierer Hannon Fuller (Armin Mueller-Stahl) hat das Unvorstellbare geschafft: In seinem Labor in Los Angeles hat er eine virtuelle Realität erschaffen, deren Einwohner keine Ahnung von ihrem künstlichen Dasein haben. In einer Version des Jahres 1937 leben sie unwissend vor sich hin.
Kurz nach seiner Erfindung wird Fuller ermordet aufgefunden – und alle Spuren führen zu einem Lehrling Douglas Hall (Craig Bierko), der bald an seiner eigenen Unschuld zweifelt. Gemeinsam mit Fullers Tochter Jane (Gretchen Mol) taucht er in die virtuelle Welt ein und sucht nach der Wahrheit. Doch im Laufe der Zeit häufen sich die seltsamen Vorfälle und plötzlich hat Douglas immer mehr Probleme, zwischen Simulation und Realität zu unterscheiden.
Mehr Sci-Fi-News von uns: Abonniere Moviepilot bei Google , wo wir täglich über 3 Millionen Fans mit Nachrichten, Empfehlungen und Hot Takes versorgen.The 13th Floor hatte keine Chance gegen Matrix
Laut Movieweb verfügte Matrix über das fünffache Budget und lieferte dementsprechend auch die beeindruckenden Bilder. The 13th Floor erschien nur zwei Monate später und musste sich damit nicht nur gegen Matrix, sondern auch gegen Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung behaupten: Keine guten Karten im Sci-Fi-Genre. Das spiegelt sich auch im weltweiten Einspielergebnis von 18,5 Millionen US-Dollar wider, das gegen das Budget von 16 Millionen US-Dollar mau ausfällt.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Die beiden Hauptdarsteller Mol und Bierko waren längst nicht so bekannt wie die Stars aus Matrix – allerdings hatte der Film das Studio Centropolis Entertainment im Rücken, das von Action-Meister Roland Emmerich gegründet wurde. Der Regisseur Josef Rusnak hatte bereits als Emmerichs Co-Regisseur bei Godzilla gearbeitet, doch nichts davon konnte den Film vor seinem schlechten Andenken bewahren. Trotzdem gibt es einige Stimmen auf YouTube , die in The 13th Floor bis heute den stärkeren Klassiker erkennen.
So unterscheiden sich die Sci-Fi-Filme voneinander
Sowohl Matrix als auch The 13th Floor beschäftigen sich mit den Möglichkeiten moderner Computer-Technologie und der beklemmenden Simulationshypothese, die annimmt, dass es sich bei unserer Realität um eine hochkomplexe Computersimulation handelt. Das Matrix-Franchise greift diese Idee bald womöglich bereits zum 5. Mal auf.
Unterschiede finden sich jedoch vor allem im Genre: Während Matrix tief in Sci-Fi und Action eintaucht und uns einige atemberaubende Bilder und Kämpfe liefert, fokussiert sich The 13th Floor auf einen eher Mystery-getriebenen Plot und erinnert dank seiner Ausflüge ins Jahr 1937 stark an einen Noir-Thriller. Bei seiner Bewertung scheiden sich die Geister: Ein fatales 29% Kritiker-Rating auf Rotten Tomatoes tritt gegen eine solide Publikums-Bewertung von 64% und eine IMDB -Bewertung von 7,0 an.
Wenn ihr euch ein eigenes Bild von dem vergessenen Matrix-Zwilling machen wollt, ist das gar nicht so einfach – in Deutschland steht der Sci-Fi-Film nur als DVD und Blu-Ray zum Kauf zur Verfügung und unterstreicht damit seinen Ruf als echter Nischen-Fund.