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Mainz (Rheinland-Pfalz) – Für Millionen Zuschauer gehört der „ZDF-Fernsehgarten“ längst zum Sommer dazu. Doch die Musikshow verändert sich spürbar: Immer mehr prominente Künstler fehlen, andere sagen inzwischen ganz bewusst ab – sehr zum Leidwesen von Moderatorin Andrea Kiewel (60). Im Gespräch mit t-online verteidigt sie zwar die Bedeutung des Formats, macht aber auch deutlich, wie sehr sich die TV-Landschaft verändert hat.
„Es gibt ja kaum noch Musikshows mit richtigen Auftritten von Künstlern im deutschen Fernsehen“, sagt sie t-online. Für viele Musiker sei der „Fernsehgarten“ trotzdem wichtig. Besonders beim Mallorca-Special kämen Stars wie Mickie Krause (55) oder Lorenz Büffel (46) trotz stressiger Reisen gern vorbei. Kiewel scherzt: „Wäre der ‚Fernsehgarten‘ nicht relevant, nun ja, dann müsste ich singen. Will keiner, ich weiß.“

Andrea Kiewel moderiert, mit Unterbrechung, seit 26 Jahren den „ZDF-Fernsehgarten“
Foto: Getty Images
Kiewel vermisst Roland Kaiser
Trotzdem fällt auf: Einige große Namen fehlen inzwischen dauerhaft. Besonders Roland Kaiser (74). Der Schlagerstar trat zuletzt 2016 in der Show auf. „Roland Kaiser vermisse ich sehr“, klagt Kiewel. Sie ergänzt: „Und ich weiß auch, dass es nichts Persönliches ist. Es passt eben manchmal einfach nicht.“ Auch Matthias Reim (68) war seit 2014 nicht mehr dabei. Seine Begründung: Er wolle seine Musik nicht „zwischen Kochnischen und Akrobaten bei strahlendem Sonnenschein“ präsentieren.

Roland Kaiser bei seinem bisher letzten Auftritt im „ZDF-Fernsehgarten“ im Mai 2016
Foto: picture alliance/dpa
Andere Fälle eskalierten sogar öffentlich. Roberto Blanco kritisierte Vertragsbedingungen beim ZDF, Pietro Lombardi kündigte nach Streit um seine Kopfbedeckung an, nie wieder in der Sendung aufzutreten. Auch jüngere Künstler halten zunehmend Abstand, so wie das ESC-Duo Abor (27) und Tynna (25). Die beiden lehnten im vergangenen Jahr einen Auftritt im „Fernsehgarten“ bewusst ab, was Kiewel damals „zum Kotzen“ fand.

Die Geschwister Abor (27, r.) und Tynna (25) traten 2025 für Deutschland beim ESC auf und landeten mit ihrem Song „Baller“ auf dem 15. Platz
Foto: Jens Büttner/dpa
Was steckt hinter dem Promi-Problem?
Hinter all dem steckt offenbar mehr als nur einzelne Streitigkeiten. Die Musikbranche hat sich verändert. Früher galten große TV-Shows als Pflichttermin für Künstler. Heute erreichen viele ihre Fans direkt über TikTok, Instagram, Streamingdienste oder eigene Tourneen. Dazu kommt das Image der Sendung selbst. Der „Fernsehgarten“ steht seit Jahren für eine sehr eigene Mischung aus Schlager, Unterhaltung, Spielen und Sommerstimmung – ein Umfeld, mit dem sich offenbar nicht mehr jeder Künstler identifizieren möchte.
Trotzdem bleibt die Show ein Quotenerfolg. Die Zuschauerzahlen sind seit Jahren stabil. Der große Promi-Exodus hat dem Dauerbrenner bisher also nicht ernsthaft geschadet. Doch die Gästelisten zeigen: Die Zeiten haben sich verändert – auch für den „Fernsehgarten“.