Ein Fuchs schleicht am helllichten Tag um das Haus einer Nau.ch-Leserin in der Stadt Bern. Das Tier scheint krank zu sein, so eine Expertin.
Ein streunender Fuchs unter dem Balkon einer Nau.ch-Leserin – am helllichten Tag. Eine Katze vertreibt ihn. – Leserreporterin
Das Wichtigste in Kürze
Im Berner Breitenrain-Quartier schleicht ein Fuchs am helllichten Tag ums Haus von Marie.
Dass die Bewohnerin auf dem Balkon steht, stört ihn nicht. Eine Katze hingegen schon.
«Der Fuchs scheint Räude zu haben», so eine Expertin.
«Seit sechs Jahren wohne ich hier, aber das habe ich noch nie gesehen», sagt Marie E.* Kurz vor neun Uhr beobachtet die Nau.ch-Leserin von ihrem Hochparterre-Balkon, wie ein Fuchs in den Innenhof schleicht. Mitten in der Stadt Bern.
«Dass ich ihn von oben beobachtete, schien ihn nicht zu stören.» Ganz im Gegensatz zu einer Katze, die sich ebenfalls im Innenhof aufhält.
«Die beiden lieferten sich ein mega lautes Fauch-Duell. Nach einer Runde unter dem Balkon durchsuchte der Fuchs das Weite.»
Die Katze schaut den Gast an – und faucht den Fuchs lautstark an. Er flüchtet – eine Expertin vermutet, dass er krank ist. – Leserreporterin
Dass dies für Marie ein seltenes Bild war, das erstaunt Forscherin Claudia Kistler von der Meldeplattform «Wilde Nachbarn» nicht.
Höhere Fuchs-Dichte im Siedlungsraum – Man sieht sie aber kaum
«Ein gesunder Fuchs im Siedlungsraum ist zwar etwas weniger scheu als ein Fuchs in ländlichen Gebieten. Aber er behält doch seine natürliche Scheu und zieht sich zurück, wenn sich Menschen nähern. Deshalb sehen die meisten Menschen in einer Stadt kaum je einen Fuchs.»
Auch Luca Hänni kennts: Ein hungriger Fuchs macht sich im Dezember 2023 am Müllsack der Hännis zu schaffen. – Instagram /@christina.haenni
Dabei gebe es viele Siedlungsfüchse. Seit Mitte der 1980er leben die Wildtiere vermehrt in Städten, Dörfern und Agglos.
«In grösseren Städten gibt es Füchse, die ihr ganzes Leben in der Stadt verbringen. Und den Wald noch nie gesehen haben. Die Populationsdichte von Füchsen ist im Siedlungsraum höher als in ländlichen Gebieten. Sie kommen auch in Gärten und Parkanlagen vor.»
Hast du schon mal einen Fuchs in der Stadt am helllichten Tag gesehen?
1Ja.
2Nein.
In der Stadt gibts Pizza und Sandwich
Füchse sind enorm anpassungsfähig. In Siedlungsgebieten profitieren sie vom grossen Nahrungsangebot. «Sie fressen Abfälle wie Pizza- oder Sandwichreste, Fallobst oder Regenwürmer.»
Rund um die Siedlung mitten in der Stadt Bern sind häufig – auch diese Woche – aufgerissene Abfall-Säcke zu finden. – Leserreporterin
Der Fuchs im Video wirke nicht gesund. Kranke Füchse sind oft weniger mobil und halten sich länger an einem Ort wie einem Garten auf. In so einem Fall sollte man sich an die Jagdverwaltung wenden.
Ein kurioser Untermieter letzten März im Garten einer Nau.ch-Leserin im Liebefeld in Bern. Der Fuchs ist schwer krank – und muss von einem Wildhüter abgeholt werden. – Nau.ch
Der Berner Stadt-Fuchs hat wohl Räude und stirbt bald
«Der Fuchs scheint Räude zu haben. Das könnte auch der Grund sein, dass er tagsüber unterwegs ist.» Weitere Gründe können sein, dass er Junge hat oder dass er an seinem Tagesschlafplatz aufgeschreckt wurde, sagt Kistler.
Der Fuchs, der bei Marie zu Besuch war, hat wohl Räude. – Leserreporterin
Haben Füchse Räude (Räudemilben), ist ein typisches Merkmal das struppige und verkrustete Fell. Der Fuchs kratzt sich, was zu offenen Wunden und schliesslich zu Infektionen führt. Das befallene Tier frisst kaum mehr, magert ab und stirbt nach wenigen Monaten.
Ein Bild aus letztem Juni: Einer Nau.ch-Leserin begegnet ein zutraulicher Fuchs – Mitten in der Stadt Bern. – zVg
Auch Hunde können sich mit Räude anstecken, sehr selten der Mensch. Bei Hunden kann die Räude tödlich verlaufen, wenn sie nicht behandelt wird.
Fälle, in denen sich Katzen mit Räude angesteckt haben, kennt Kistler nicht. Jedoch dürfte es bei starkem Befall ohne Behandlung ebenfalls gefährlich werden für Stubentiger.