Den 31. Mai hat sich Steffi Matzerath dick im Kalender angestrichen. An diesem Sonntag lädt sie zur Eröffnung ihres Ateliers Einzig.Art in Granterath ein. Von 10 bis 18 Uhr können sich Besucher dann ein Bild davon machen, was am Birker Weg 16 in den letzten Monaten entstanden ist.
Im Februar 2025 hat die gelernte Raumausstatterin das Haus gekauft und nach ihren Wünschen umgebaut und umgestaltet. „Ich bin eine leidenschaftliche Handwerkerin“, sagt sie, die sich mit dem Haus in Granterath den Wunsch nach einem Atelier und Ausstellungsräumen erfüllt hat. Als Künstlerin beschäftigt sie sich am liebsten mit dem Upcyceln, also der Wiederverwertung und dem Gestalten von Gegenständen, die ansonsten im Mülleimer oder als Sperrgut auf einer Deponie gelandet wären. Außerdem beschäftigt sie sich mit Dekorationen und dem künstlerischen Gestalten von Materialien aller Art: „Hier habe ich die Ruhe und Muße, meiner Kunst nachzugehen.“
Matzerath hat viel Zeit und Mühe in den Umbau des Hauses gesteckt, hat rund um den überdachten Innenhof Atelierräume und Ausstellungsfläche geschaffen und auch den dahinterliegenden großen Garten, der sich bis zum Waldrand erstreckt, zu einem Hort künstlerischen Schaffens gemacht. Überall warten auf den Besucher Überraschungen, nachdem er schon an der Straße in Schaufenstern neben dem Eingang Eindrücke von Kunstwerken gesammelt hat.
Nicht nur Matzerath stellt im Einzig.Art aus. In seiner Form einzigartig ist das Konzept, das die Künstlerin verfolgt. „Wir sind insgesamt acht Kunstschaffende, die an dieser Stelle ihre Werke ausstellen können und die auch gelegentlich hier arbeiten können, wenn sie wollen“, erklärt sie. Die Idee ist Steffi Matzerath bei einem ihrer häufigen Besuche im Granterather Dorfcafé gekommen.
„Warum alleine arbeiten, wenn es gemeinsam schöner und besser ist?“, fragt sie. Das „Dorfleben“ sei der Beweis dafür, dass gemeinsames Handeln Erfolg und Zufriedenheit bringt. Dieses Ziel setzte sich Matzerath auch für ihr Kunstprojekt. Schnell fand sie Mitstreiter. Zunächst waren es Kunstschaffende aus Granterath, später kamen andere aus der Region hinzu, die letzten beiden kommen aus Loverich, die Matzerath auf einer Kunstausstellung in Übach-Palenberg kennengelernt hat.
So wird die dauerhafte Ausstellung neben der Kunst von Matzerath auch Werke ihrer Schwester Angela Blom zeigen sowie von Rebecca Hohnen, Steffi Klessaschek, Helga und Fritz Tervooren, Renate Kalthoff und Angelika Holtum. Das gesamte Spektrum bildender Kunst ist vorhanden, Gemälde und Skulpturen fehlen ebenso wenig wie Grafiken oder Fotografien. „Man staunt, was man mit einer Handvoll kreativer Menschen alles schaffen kann“, sagt Matzerath. Bestimmte Aufnahmekriterien oder eine verpflichtende Gruppenzugehörigkeit gibt es nicht. „Jeder Künstler ist willkommen, wenn wir auf einer Wellenlänge schwimmen.“
Matzerath sieht einen großen Vorteil in dem Konstrukt der vielen unterschiedlichen Künstler: „Wir inspirieren uns gegenseitig und können durch konstruktive Kritik voneinander lernen.“ Das Miteinander ist in den nächsten Tagen gefordert. Noch sind nicht alle Ausstellungsräume perfekt gestaltet, noch gibt es Vorschläge zur Präsentation einzelner Werke, die diskutiert werden, noch muss jeder anpacken, damit zur Eröffnung ein harmonisches und perfektes Bild des Ensembles Einzig.Art entstanden ist. Montags, freitags, samstags und nach Bedarf sollen die Ausstellungsräume geöffnet sein. In den Sommermonaten könnte es außerdem auch noch Veranstaltungen im Garten geben. Was genau geplant ist, verrät die Künstlerin, aus der die Ideen nur so heraussprudeln, nicht. „Abwarten“, sagt sie nur.
„Wir schaffen es, in Granterath immer mehr auf die Beine zu stellen“, freut sich Rebecca Hohnen, die auch im Dorfcafé mitwirkt. Mit dem Einzig.Art habe der Ort eine weitere Anlaufstelle, der nicht nur den Bewohnern offen steht, sondern der auch neugierige und interessierte Besucher anlockt.