Rund 3500 Schweizer Armeeangehörige werden im Juni in der Region Basel die militärische Großübung „Conex 26“ abhalten. Die Verteidigungsfähigkeit in überbauten Gebieten soll dabei gezielt trainiert werden, wie der Schweizer Tages-Anzeiger jetzt berichtete. Unterdessen haben die Behörden das Großmanöver noch nicht offiziell angekündigt, und auch das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport hält sich bedeckt.

Aus den vorliegenden Dokumenten soll hervorgehen, was die Armee mit den Zivilbehörden der beteiligten Kantone konkret üben wird: Demnach ziele der Einsatz, für den die Territorialdivision 2 der Schweizer Armee verantwortlich zeichnet, „auf die Vorbereitung der Abwehr einer Gegenseite auf eigenem Boden ab“. Und weiter: „In der aktuellen Lage besteht keine grenzübergreifende Bedrohung.“ Doch es gebe „Anzeichen, dass Auseinandersetzungen unter- und oberhalb der Kriegsschwelle im entfernten Ausland auch in die Schweiz überschwappen könnten.“ Das Übungsszenario sieht weiter vor, dass zum Schutz der Schweizer Bevölkerung die Armee aufgeboten werden müsse. Schon jetzt sehe sich die Alpenrepublik mit Cyberangriffen und Desinformationskampagnen konfrontiert, so die Planer des Manövers.

Weiter heißt es in dem Dokument, dass einige für die Gesellschaft lebenswichtige Infrastrukturen von der Gegenseite aufgeklärt wurden, berichtet der Tages-Anzeiger. Mit Sabotageakten und militärischen Angriffen sei zu rechnen. Die Schweizer Bodentruppen sollen nun noch konsequenter auf die Verteidigung ausgerichtet werden.

Drei Arenen sind vorgesehen

Während auf den Waffenplätzen der Region eine Mobilmachung trainiert wird, sind Übungen und drei sogenannte Arenen vorgesehen, und zwar „Juraübergänge“, „Grenze“ und „Rheinhäfen“.

Wie die Basler Großrätin Franziska Stier in einer Anfrage an die Regierung schreibt, lägen im Gegensatz zur Militärübung Conex 15 vor rund elf Jahren derzeit keine öffentlichen Mitteilungen zur genauen geografischen Verteilung oder zum vollständigen Übungsszenario vor. „Militärische Großübungen im urbanen Raum werfen Fragen hinsichtlich Transparenz, Sicherheit und Koordination mit zivilen Behörden auf“, erklärt Stier in ihrer Anfrage.

Die Kantone Basel-Landschaft und Aargau bestätigten aber dem Tages-Anzeiger gegenüber, über die Übung informiert zu sein.

Der Baselbieter Sicherheitsdirektion zufolge soll die Bevölkerung nach Abschluss der Planung über die Übung informiert werden.