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London – Sie schlendert mit ihrem Mann abends gemütlich über eine Straße, wird angesprochen, lächelt – und muss dann übelste Beschimpfungen über sich ergehen lassen. „Und hier haben wir Helen Mirren, die bekennende Zionistin“, hört man einen Mann sprechen, während er sich dem 80-jährigen Hollywoodstar nähert und alles filmt. Mirren schaut erst noch freundlich, vielleicht, weil sie akustisch noch nicht alles verstanden hat.

Doch der Mann legt heftig nach: „Sie sagte, Israel solle wegen des Holocausts für immer bestehen bleiben.“ Und unterstellt der Schauspielerin: „Und sie war sehr froh darüber, dass die Häuser der Palästinenser verschwunden sind.“ Dann pöbelt er ausfällig: „Du bist eine böse zionistische Schlampe.“ Und an Mirrens Ehemann Taylor Hackford (81) schnauzt er: „Und du auch. Fick dich und alle anderen.“

Das ist der anitsemitische Pöbler

Dem reicht es dann und er wirft dem bekennenden Israel- und Judenhasser wenigstens noch ein „Verpiss dich“ zurück, während Dame Helen Mirren ziemlich perplex wirkt, da sie mit so einer ekelhaften Tirade wohl nicht gerechnet hätte.

Tom Carroll belästigte Schauspielerin Helen Mirren

Tom Carroll belästigte Schauspielerin Helen Mirren

Foto: GnasherJew/X

Das Video, das jetzt viral geht, stammt aus dem November 2025, wie die britische Zeitung Daily Mail berichtet. Doch jetzt identifizierte eine Gruppe namens GnasherJew – ein digitales Rechercheteam, das Open-Source-Intelligence nutzt, um Antisemiten zu entlarven – den Pöbler: Es soll sich um Tom Carroll handeln, einen bekannten Antisemiten. 2018 wurde Carroll im Zusammenhang mit einem brutalen Übergriff auf eine 84-jährige Frau in London gesucht. Er stellte sich fünf Jahre später und wurde zu 12 Monaten Bewährung und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Seitdem postet er antisemitische Stereotypen und Verschwörungstheorien, bezeichnet die Schießerei am Bondi Beach in Australien mit 15 toten jüdischen Menschen als „inszeniert“ und behauptet, dass das Tagebuch von Anne Frank erfunden wurde.

Helen Mirren als kettenrauchende israelische Premierministerin Golda Meir im Film „Golda“

Helen Mirren als kettenrauchende israelische Premierministerin Golda Meir im Film „Golda“

Foto: Jasper Wolf

Helen Mirren dagegen stand immer offen zu Israel und betont das Existenzrecht des Landes. Sie unterschrieb auch zusammen mit anderen Stars wie Schauspielerin Mila Kunis, Sharon Osbourne (Witwe von Rocklegende Ozzy), Sänger Boy George und US-Komikerin Amy Schumer einen offenen Brief gegen den Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest.

Außerdem schlüpfte Helen Mirren für den Film „Golda“ in die Rolle von Israels erster Premierministerin Golda Meir, der 2023 erschien. Sie sagte damals „Ich glaube an Israel, an die Existenz von Israel. Und ich glaube, dass Israel in die Zukunft schreiten muss, für alle Ewigkeit. Ich glaube an Israel, wegen des Holocausts.“ Sätze, die Judenhasser wie dieser Straßen-Pöbler nicht hören wollen.