Lösung im RBB-Programmstreit: Abendmodell mit 60-Minuten-Regel.

Intendantin Ulrike Demmer setzt beim Programm des RBB auf feste Auseinanderschaltung zwischen 19.30 und 20 Uhr sowie verlängertes „RBB aktuell“.

Im monatelangen Streit um die künftige Struktur des Fernsehens beim Rundfunk Berlin-Brandenburg konkretisiert sich die Lösung. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, will die Senderführung die im Staatsvertrag vorgeschriebene tägliche 60-minütige Auseinanderschaltung klar strukturieren. Geplant ist eine feste regionale Schiene am Abend. Hinzu kommt eine gestärkte gemeinsame Nachrichtensendung.

Der Staatsvertrag verpflichtet das RBB-Fernsehen, täglich mindestens 60 Minuten getrennte Programme für Berlin und Brandenburg auszustrahlen. Die Senderspitze um Intendantin Ulrike Demmer hat diese Vorgaben, die die Sparanstrengungen der öffentlich-rechtlichen ARD-Anstalt unterlaufen, mit einer Klage vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe beseitigen wollen. Die Klage ist gescheitert, insbesondere die Staatskanzlei Brandenburg beharrt nun auf Vollzug, berichtet die Zeitung.

„RBB aktuell“ wird auf 30 Minuten verlängert

Die nun von der RBB-Spitze favorisierte und den Angaben zufolge von Intendantin Ulrike Demmer in politischen Kreisen ventilierte Lösung ist klar umrissen. Die regionalen Sendungen „Abendschau“ (Berlin) und „Brandenburg aktuell“ laufen weiter wie gewohnt von 19.30 bis 20.00 Uhr. Diese 30 Minuten bleiben die zentrale Auseinanderschaltung. Damit bleibt das etablierte Nachrichtenfenster unangetastet.

Zusätzlich erfährt „RBB aktuell“ eine Stärkung. Die Sendung soll künftig von 21.45 bis 22.15 Uhr laufen. Sie wird damit auf 30 Minuten verlängert. Bislang ist sie kürzer. Zusammen mit der halbstündigen regionalen Trennung am frühen Abend erfüllt der Sender so die 60-Minuten-Vorgabe des Staatsvertrags.

Lösung ohne Bruch, aber mit klarer Struktur

Weitergehende Pläne gelten damit als vom Tisch. Eine Ausdehnung der Auseinanderschaltung über die vorgeschriebene Stunde hinaus ist nicht vorgesehen. Auch zusätzliche getrennte Primetime-Strecken sind derzeit kein Thema. Das Modell setzt auf Stabilität. Es verbindet regionale Profilierung mit einem starken gemeinsamen Nachrichtenblock.

Sollten die Gremien im März zustimmen, dürfte der monatelange Konflikt weitgehend befriedet sein. Die Senderführung könnte argumentieren, dass sie den Staatsvertrag präzise umsetzt und zugleich wirtschaftlich handelt, denn für Berlin und Brandenburg bliebe die regionale Sichtbarkeit gesichert. Gleichzeitig würde das gemeinsame Profil des RBB am späteren Abend geschärft. Politisch wäre das ein Signal der Beruhigung. Programmlich wäre es eine Lösung ohne Bruch, aber mit klarer Struktur.

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210226 RBB Auseinanderschaltung: RBB