Der Blockbuster am Sonntagabend muss vor allem eines sein: unterhaltsam. Das war schon früher so, als ProSieben seine Hochzeiten mit den besten Filmen aus Hollywood erlebte. Inzwischen könnt ihr diese aber auch bei Netflix im Abo streamen, ohne vom linearen TV-Prorgamm abhängig zu sein. Wir empfehlen: Barbie.

Vor drei Jahren kam die Spielzeugverfilmung ins Kino und stellte sämtliche Erwartungen auf den Kopf. Nicht nur avancierte die knallbunte Komödie mit Oppenheimer zu einem popkulturellen Phänomen namens Barbenheimer, das den ganzen Kinosommer bestimmen sollte. Der Film ist auch für sich allein genommen sehr gut.

Streaming-Tipp bei Netflix: Margot Robbie und Ryan Gosling in der grandiosen Komödie Barbie

Direkt in den ersten Minuten verbeugt sich Barbie mit einer frechen und punktgenauen Hommage vor einem absoluten Meisterwerk: 2001: Odyssee im Weltraum. Genauso wie der Monolith zu Beginn des Sci-Fi-Epos den Lauf der Geschichte verändert, sorgt die Ankunft der ersten (überlebensgroßen) Barbie-Puppe für eine Zeitenwende.

Kurz darauf finden wir uns im pastellgefärbten Barbieland ein und folgen der von Margot Robbie verkörperten Titelfigur bei ihrem perfekt durchorganisierten Alltag. Was ihre Barbie nicht ahnt: Irgendwo da draußen existiert noch eine ganz andere Welt – und in dieser laufen die Dinge komplett anders als im pinken Paradies.

Davon zeigt sich vor allem Ryan Goslings Ken beeindruckt. Bislang war er derjenige, der zurückgewiesen wurde. In der echten Welt fühlt er sich als Mann endlich gesehen. Prompt infiziert er Barbieland mit den Eindrücken, die er im Zuge seines Abstechers in die Realität erhalten hat. Nur Barbie kann ihre Heimat jetzt noch retten.

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Jahrzehntelang scheiterte Hollywood daran, einen Barbie-Film ins Kino zu bringen, doch das Projekt erwies sich als unheimlich komplizierte Angelengeheit. Nicht zuletzt türmte sich die Frage auf, wie man mit den nicht mehr zeitgemäßen Rollenbildern umgehen soll, die maßgeblich von Barbie, dem Spielzeug, geprägt wurden.

Regisseurin und Co-Autorin Greta Gerwig hat einen verblüffenden Mittelweg gefunden. Ihr Barbie-Film ist sowohl eine Liebeserklärung an die vielen verschiedenen Generationen an Spielzeugpuppen als auch ein cleveres Update, das Zeitgeist und Popkultur versteht und sich in ein gut gelauntes Fantasy-Musical-Abenteuer stürzt.

Am beeindruckendsten ist, mit welch klarer Vision Gerwig in die Filmgeschichte eintaucht. Sie erzählt Barbies Geschichte, als würde sie durch die farbenprächtigen Studiokulissen einer Technicolor-Produktion aus den 1950er Jahren streifen, ausgestattet mit sehr viel Witz und Charme – eine richtige Hollywood-Komödie eben.

Barbie ist verspielt in Szene gesetzt und unendlich zitierbar. Selbst beim wiederholten Schauen kann man noch neue Gags entdecken. Oder sich einfach in der famosen «I’m just Ken»-Sequenz verlieren, die eine weitere Stärke des Films hervorhebt: Egal, wie sehr er sich über die Figuren lustig macht, am Ende findet er immer ihr Herz.