Zu der inoffiziellen Kategorie von Schauspieler:innen, deren Gesicht fast alle kennen, deren Name aber nicht jedem geläufig ist, gehört wohl auch Alan Alda. Der 1936 in New York geborene Mime war in seiner langen Karriere sicherlich kein absoluter Top-Star Hollywoods, sondern machte sich hauptsächlich als profilierter Nebendarsteller einen Namen.
Seine beruflichen Errungenschaften sprechen jedoch eine andere Sprache, denn Alda wurde – besonders in den 1970er- und 1980er-Jahren – mit Auszeichnungen geradezu überhäuft. Wir werfen einen Blick auf die Vita des heute 90-Jährigen, der trotz einer schweren Erkrankung erst vergangenes Jahr sein Schauspiel-Comeback in einer Netflix-Serie feierte.
Alan Alda hält einen ganz speziellen Emmy-Rekord
Wie so viele Vertreter:innen seiner Zunft verdiente sich Alda seine ersten Sporen als Schauspieler zunächst mit diversen Theaterauftritten und kleinen Gastrollen in Fernsehserien wie Gnadenlose Stadt. Sein Durchbruch erfolgte dann recht schnell im Jahr 1972 mit der satirischen Kriegsserie MASH, die auf dem gleichnamigen Robert Altman-Film zwei Jahre zuvor basierte.
Alda spielte darin in elf Staffeln Captain Benjamin Franklin «Hawkeye» Pierce, den genialen Chefchirurgen eines mobilen Feldlazaretts der US-Armee während des Koreakrieges. Der pazifistische Charakter war wie maßgeschneidert für den Darsteller, der seit seiner abgebrochenen Ausbildung zum Reserveoffizier als junger Mann selbst diese Grundhaltung an den Tag legte. Für die Serie war Alda aber nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch regelmäßig als Regisseur und Autor tätig, was ihm einen ganz besonderen Rekord ermöglichen sollte.
So wurde er im Laufe der 70er jeweils in der Hauptdarsteller-, Regie- und Drehbuchkategorie mit einem Emmy für MASH ausgezeichnet. Er ist bis heute die einzige Person, der dieses Kunststück mit einer einzigen Serie gelang. Als wäre das nicht schon genug, staubte er für die Rolle gleich sechs (!) Golden Globes als bester Comedyserien-Hauptdarsteller ab.
Alan Aldas Hollywood-Karriere: Netflix-Comeback mit 89 trotz Krankheit
Danach standen Alda die Türen für eine Hollywood-Filmkarriere sperrangelweit offen, wodurch er in den Folgejahren häufiger auf der Kinoleinwand zu bewundern war. Unter anderem wirkte er als Darsteller in Werken wie Vier Jahreszeiten (bei dem er selbst Regie führte), Woody Allens Verbrechen und andere Kleinigkeiten sowie Manhattan Murder Mystery, Mord im Weißen Haus, Was Frauen wollen und Martin Scorseses Aviator mit. Für seine Nebenrolle des Politikers Owen Brewster in letzterem Film wurde er 2005 mit 69 Jahren, erstmals für einen Oscar nominiert.
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Anschließend widmete sich Alda wieder mehr dem Fernsehen und stand für beliebte TV-Serien wie The West Wing, 30 Rock und The Blacklist vor der Kamera. 2018 machte der New Yorker seine Parkinson-Erkrankung öffentlich, die einer der Hauptgründe für seine längere Schauspielpause gewesen sein dürfte, die er nach seinem Part im Netflix-Ehedrama Marriage Story aus dem Jahr 2019 einlegte.
Umso erfreulicher war es wohl für ihn und alle seine Fans, dass Alda 2025 ein überraschendes Comeback bei dem Streaming-Dienst feierte: In einer Episode der Netflix-Serie The Four Seasons – dem Remake seiner eigenen 1981er-Komödie Vier Jahreszeiten – gab er sich in einem Gastauftritt die Ehre.
Somit umspannt die Karriere Aldas mittlerweile fast 70 Jahre, was ihn fraglos zu einer der größten immer noch aktiven Schauspiellegenden seiner Generation macht.