Anfang des Jahres ging HBO Max in Deutschland an den Start und lockte mit zahlreichen Titeln aus dem Warner-Katalog. Schnell war jedoch klar: Alle großen Filme des Studios sind noch lange nicht im Abo enthalten. So wurde etwa erst vor wenigen Tagen der meisterhafte Weltraum-Thriller Gravity ins Streaming-Angebot aufgenommen.
Neu bei HBO Max im Streaming-Abo: In Gravity kämpft Sandra Bullock im Weltraum ums Überleben
Eigentlich sollte es nur eine Routinemission sein: Dr. Dryan Stone (Sandra Bullock) wird in den Weltraum geschickt, um mit dem Team von Astronaut Matt Kowalski (George Clooney) Reparaturen am Welttaumteleskop Hubble durchzuführen. Anfangs läuft alles glatt, doch dann kommt die böse, unaufhaltsame Überraschung auf sie zugerast.
Mit hoher Geschwindigkeit nähert sich ein Trümmerfeld dem Space Shuttle. Ehe sich Stone versieht, wird die Explorer in Einzelteile zerrissen und alle Astronauten an Bord sind tot. Hilflos wirbelt sie durch das All, ohne sich an irgendetwas festhalten zu können. Und als sie sich endlich gefaast hat, wird die Luft in ihrem Raumanzug knapp.
Ab diesem Punkt entfaltet sich Gravity als erbarmungsloser Überlebenskampf, der seine Protagonistin in die Dunkelheit des Sternenhimmels schickt, wo sie völlig allein auf sich gestellt versucht, einen Weg zurück zur Erde zu finden. Doch wie in aller Welt soll ihr das gelingen? Nicht zuletzt stehen ihr kaum Ressourcen zur Verfügung.
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Wo bei Der Marsianer die ganze Welt in die Rettung von Mark Watney involviert ist, erweist sich Gravity als das exakte Gegenteil. Die meiste Zeit verbringen wir ausschließlich mit Sandra Bullock im Weltraum. Entgegen der unendlichen Weiten entfaltet sich der Film dort als klaustrophobisches und nervenzerfetzendes Kammerspiel.
Inszeniert wurde Gravity von Regisseur Alfonso Cuarón, der uns bereits herausragende Filme wie Children of Men, Y tu mamá también und Roma geschenkt hat, vom besten Teil der Harry Potter-Reihe ganz zu schweigen: Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Gravity markiert seine bis heute komplexeste Regiearbeit.
Mit modernster Kameratechnologie lotet er die Hilflosigkeit in der alles verschlingenden Finsternis aus – mit schwindelerregenden Bildern, die einen dermaßen tief in den Film ziehen, dass man selbst das Gefühl hat, man würde in Schwerelosigkeit gleiten und händeringend nach etwas suchen, nach dem man greifen kann.
13 Jahre nach seinem Kinostart hat Gravity nichts von seiner Sogkraft verloren. Der Film sieht nach wie vor umwerfend aus und ist von Cuarón mit einer verblüffenden Eleganz in Szene gesetzt, sodass man sich immer wieder in der rauschhaften Erfahrung dieses Weltraum-Thrillers verlieren kann, ohne dass es langweilig wird.