Nach einer kurzen Pause übernahmen die Tänzerinnen mit Showeinlagen, bevor er zurückkehrte. Hinter ihm standen plötzlich mehrere junge Männer aus dem Publikum auf der Bühne, darunter auch Kinder. Bei „G.D.F.R. (Going Down For Real)“ wurde daraus fast eine offene Bühnenparty. Einige durften sogar ins Mikro rappen und ihre Fähigkeiten neben Flo Rida zeigen. Besonders ein Junge namens Matteo wurde zum kleinen Star des Moments: Flo Rida gab ihm seine Brille und seine Weste, und der Bub genoss die Aufmerksamkeit sichtlich. Wer kann schließlich schon behaupten, einmal mit Flo Rida auf der Bühne gestanden zu haben? Mit „Wild Ones“ ging es weiter, erneut unterstützt von Oya Baby. Das Publikum blieb textsicher, die Stimmung ausgelassen. Auch dieser Song wurde kurz unterbrochen, um weitere Fans auf die Bühne zu holen – charmant, aber auf Dauer etwas zulasten des musikalischen Flusses.
Nach viel Bewegung und Bühnenaction musste irgendwann auch das T-Shirt weichen. „Thank You All For So Much Love“, rief Flo Rida dem Publikum zu. Danach wurden Schuhe signiert, eine kleine „Champagne Party“ angekündigt, der natürlich in die Menge gespritzt worden ist und mit „My House“ weitergefeiert. Auch hier durfte wieder ein Fan mit Plakat auf die Bühne, bekam eine Unterschrift und eine Umarmung.
Bei „Good Feeling“ wurde der Musiker kurz ruhiger: Er kniete auf der Bühne, nahm den Applaus auf und wirkte für einen Moment sichtlich dankbar, bevor er wieder in den Party-Modus wechselte. Wenig später ließ er sich erneut von Securities durch die Menge tragen – ein charmanter Fan-Moment, der aber auch zeigte, dass eine Bühnenverlängerung oder ein Mittelsteg dieser Show gutgetan hätte.
Spätestens bei „Right Round“ erreichte die Stimmung noch einmal ihren Höhepunkt. Flo befand sich mitten im Publikum, machte Selfies, umarmte Fans und unterschrieb Shirts. Diese Nähe wirkte ehrlich und sympathisch, auch wenn der Auftritt an manchen Stellen etwas chaotisch blieb. Mit „Greenlight“ näherte sich der Abend dem Ende. Noch einmal rief er „I Love Vienna“ in die Halle, ließ sich feiern – dann ging das Licht an, und die große Vor-Mitternacht-Party war vorbei.
Fazit: Am Ende zeigte der Abend vor allem, wie stark Flo Ridas Hits bis heute wirken – aber auch, dass Bekanntheit allein nicht immer für eine runde Liveshow reicht. Zwischen Mitsingmomenten, Publikumsnähe und viel Bewegung entstand immer wieder gute Stimmung, doch der Ablauf blieb stellenweise sprunghaft. Viele Songs wurden eher angerissen als ausgespielt, manche Bühnenaktion wirkte mehr spontan als durchdacht.
So war der Auftritt weniger ein musikalisch geschlossenes Konzert als ein schneller Streifzug durch ein Repertoire, das viele im Publikum bestens kannten. Das funktionierte oft, weil die Songs sofort zündeten. Gleichzeitig hätten dem Abend mehr Struktur, mehr Raum und etwas weniger Unterbrechung gutgetan.