Neue Fernseher sind meist internetfähig und bringen viele Streaming-Apps mit. Doch nicht immer laufen sie stabil – oder wichtige Apps fehlen. Ein Streaming-Stick oder eine Box rüstet fehlende Funktionen einfach nach. Welche Geräte überzeugen, lesen Sie hier.

Die Testkandidaten im Überblick

Den Testsieg konnte sich der Telekom MagentaTV One 2.0* sichern, der günstige Waipu.TV 4K Stick* wurde Preis-Leistungssieger.

Folgende Streaming-Sticks haben am Test teilgenommen Amazon Fire TV Stick 4K Max Apple TV 4K WiFi + Ethernet Chromecast mit Google TV 4K Telekom MagentaTV One 2.0 Waipu.TV 4K Stick

Der Mehrwert, den ein solcher Streaming-Stick bieten kann, beschränkt sich keineswegs auf das Bereitstellen aktueller Streaming-Apps. Wenn die Menüs bei einem älteren Smart-TV träge reagieren oder nur ein langsamer WLAN-Standard verbaut ist, können die kleinen Streaming-Geräte dank aktueller Technik unkomplizierte Abhilfe schaffen. Oder sie verwandeln einen Monitor in einen kleinen Smart-TV.

Ein Streaming Stick von Amazon ist in einen USB-Steckplatz an der Rückseite eines TV-Geräts eingesteckzWird aktuell nur von Dritanbietern verkauft: Der Amazon Fire TV Stick 4K Max. © IMTEST, Markus Mizgalski

Dass der Markt der Streaming-Sticks umkämpft ist, zeigte auch ein Patentrechtsstreit zwischen dem Telekommunikations-Konzern Nokia und Amazon. So durfte der Shopping-Gigant den FireTV-Stick 4K Max aus diesem Test zwischenzeitlich nicht mehr verkaufen. Konsequenterweise war das Gerät aus den Amazon-Angeboten verschwunden und nur noch vereinzelt über Drittanbieter erhältlich. Als Alternative bietet Amazon den Amazon Fire TV Stick HD* zu einem Preis von aktuell 44,99 Euro an.

Streaming-Sticks im Test

Die Preisspanne bei den getesteten Streaming-Sticks ist groß. So schlagen die beiden Boxen, Apple TV und Magenta One, mit 189 Euro (UVP) bzw. 169 Euro (UVP) zu Buche. Die kompakten Streaming-Sticks von Waipu und Co. sind teils deutlich günstiger.

Der Testsieger: Telekom MagentaTV One 2.0

Durchdachtes Komplett-Paket für alle, die eventuell auch klassische TV-Sender streamen wollen. Gute, leistungsfähige und erweiterbare Hardware. 

Telekom MagentaTV One 2.0Streaming Box Magenta TV von der Telekom mit Fernbedienung und Testsieger-Siegel von IMTEST vor weißem Hintergrund PRO Umfangreiche Fernbedienung, USB-Anschluss, Kabel im Lieferumfang. KONTRA Nicht für die Befestigung hinterm TV-Gerät gedacht, etwas groß.

IMTEST-Ergebnis:

gut 1,73

Der Preis-Leistungssieger: Waipu.TV 4K Stick

Günstige Lösung für ein komplettes TV-Erlebnis ohne Kabel oder Sat-Anlage. Gute Hardware, wenn auch nicht ganz in der Telekom- oder Apple-Liga.

Waipu.TV 4K StickStreaming Box von Waipu TV mit Fernbedienung und Preis-Leistungssieger-Siegel von IMTEST vor weißem Hintergrund PRO Android-TV-Plattform, daher viele Apps verfügbar. KONTRA Bildoptimierungsverfahren nicht ganz so umfangreich.

IMTEST-Ergebnis:

gut 2,12

Weitere empfehlenswerte Streaming-Sticks

Unter den Plätzen zwei bis vier finden sich weitere interessante Testkandidaten von bekannten Herstellern wie Apple oder Google.

Apple TV 4K

Streaming-Box mit sehr hohem Speicherausbau; 128 GB gibt es allerdings nur in der LAN-Variante. Leider kein HDMI-Kabel im Lieferumfang.

Apple TV 4K WiFi + EthernetSchwarze Apple Tv-Streaming Box steht neben einer grauen Fernbedienung ebenfalls von Apple PRO Sehr leistungsstarke Hardware, elegantes, wertiges Design. KONTRA Hoher Preis, etwas umständliche Einrichtung am Gerät selbst.

IMTEST-Ergebnis:

gut 1,98

Chromecast mit Google TV 4K

Streaming-Stick ohne eigenes Film-Portal, aber mit guten App-Angebot für andere Dienste. Recht wenig Speicher, WLAN nicht mehr ganz aktuell.

Chromecast mit Google TV 4KWeißer Chromecast-Streaming Stick neben ebenfalls weißer Fernbedienung liegend auf einer weißen Oberfläche PRO Als Chromecast-Erweiterung auch für Beamer ideal. KONTRA Etwas langsamer WLAN-Standard, sehr schlichte Fernbedienung.

IMTEST-Ergebnis:

gut 1,99

Die Testergebnisse im Detail Auf den ersten Blick wenig Unterschiede

Tatsächlich unterscheiden sich fünf Geräte zunächst einmal gar nicht so sehr voneinander. Die Sticks werden direkt in einen HDMI-Anschluss des TV-Geräts gesteckt, während man die beiden kleinen Boxen via HDMI-Kabel anschließt. Zudem verfügen die Apple TV-Hardware und die Magenta TV One-Box noch über eine LAN-Schnittstelle, bei letzterer gibt es auch einen USB-Port. Allerdings lassen sich diese Funktionen bei den Sticks auch mit originalem Zubehör oder Drittanbieter-Hardware nachrüsten. Der augenfälligste Unterschied ist die Fernbedienung der Magenta TV One-Box und des Waipu-Sticks.

Detailaufnahme von der Rückseite einer Streaming Box (Magenta TV). Zu sehen ist, dass unterschiedliche Kabel und Adaper in die Box eingestöpselt sindDer USB-Port bei der Magenta-Box von der Telekom ist sinnvoll, aber in der Breite sehr knapp bemessen.HDMI-Adapter und Fire TV-Streaming Stick von Amazon liegen auf einer weißen Oberfläche.Der Amazon Fire TV-Stick 4K Max lässt sich über einen HDMI-Adapter (links im Bild) bequem an einen entsprechenden Steckplatz an einem TV-Gerät anstöpselnWeißer Streaming Stick Chromecast mit Google TV 4K ist via Kabel mit einem Adapter verbunden, der neben einem Netzwerkkabel-Steckplatz auch Anschlüsse für USB und HDMI bietetWeißer Streaming Stick Chromecast mit Google TV 4K ist via Kabel mit einem Adapter verbunden, der neben einem Netzwerkkabel-Steckplatz auch Anschlüsse für USB und HDMI bietetDetailaufnahme Hand steckt Kabel in entsprechende Steckplätze an Streaming Box von AppleDie Apple TV 4K WiFi + Ethernet-Box bietet Steckplätze für HDMI und Netztwerk-Kabel (LAN)

Sie sehen als einzige aus wie die eines klassischen TV-Geräts, was damit zusammenhängt, dass beide Geräte als kompletter Ersatz für klassisches Fernsehen vermarktet werden. Dabei ist es keineswegs so, dass man die Waipu- oder die Magenta TV-App nicht auch auf allen anderen Plattformen installieren könnte. Und umgekehrt ist auch die Nutzung von Apple TV oder Prime Video möglich, neben allen anderen gängigen Streaming-Diensten. Im Klartext: Hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Funktionalität können alle fünf Geräte praktisch das Gleiche.  

Streaming-Sticks: Einrichtung durchweg einfach

Tatsächlich ist bisher nicht einmal der Einrichtungsprozess besonders unterschiedlich, sieht man vom Chromecast ab, bei dem die Google-Home-App notwendig ist. Auch das Apple TV kann via App in Betrieb genommen werden, aber auch ganz konventionell mittels Fernbedienung und Benutzeroberfläche. Es folgen gegebenenfalls Systemupdates. Und nach der Anmeldung an den jeweiligen Diensten sind die Sticks nutzbar. Viel Konfigurationsaufwand ist hier durchweg nicht erforderlich, bis man sich ins Filmvergnügen stürzen kann. Ausgerechnet Apple allerdings macht bei der Einrichtung die Bedienung unnötig umständlich. Und das liegt an der Bildschirmtastatur, die eigentlich nur eine alphabetisch geordnete Reihe von Buchstaben ist. Man muss also, je nach einzugebendem Text, ständig hin- und herspringen, was durch die Touchelemente der sehr wertigen Fernbedienung nicht einfacher wird.

Zwei Fernbedienungen (eine in schwarz, eine in silber) liegen nebeneinander auf einer weißen OberflächeApple-typisch ist die Metall-Fernbedienung minimalistisch. Nutzt man einen TV-Dienst wie Waipu.tv oder MagentaTV mit Senderspeicher, ist jedoch ein Ziffernblock durchaus von Vorteil. © IMTEST, Markus Mizgalsik

Letztlich bestimmen dann die installierten Apps wesentlich die Funktionalität der Sticks und Boxen. Nach der Ersteinrichtung sind bei Apple, Amazon, Waipu und der Telekom aus naheliegenden Gründen die Oberflächen auf die Streaming- oder TV-Dienste der jeweiligen Unternehmen fokussiert. Google TV auf dem Chromecast-Stick fungiert hingegen von vornherein als Aggregator verschiedener Plattformen. Mit entsprechenden Apps lassen sich aber am Ende alle Geräte maximal individualisieren, sodass zum Beispiel auch die Spielfilmsammlung vom Netzwerkspeicher etwa via VLC-Player abrufbar ist.

Zwischen iOS und Android: So sehen die Unterschiede der TV-Oberflächen aus Screenshot der Apple-TV-Oberfläche mit Bildschirmicons.Die Apple-TV-Oberfläche, die aussieht, wie die große Version eines iPads. Screenshot der Amazon Fire-TV-Oberfläche mit Bildschirmicons.Bei Fire OS ist der Homebildschirm genau wie bei Android TV etwas kleinteiliger, aber dennoch übersichtlich. Fazit

Letztlich schlagen sich alle getesteten Geräte nicht schlecht. Das insgesamt rundeste Paket aber liefert die Telekom ab: Die MagentaTV One-Box ist nicht nur leistungsfähig, sondern auch erweiterbar. Erfreulich ist, dass die Box zwar als TV-Komplettlösung gedacht ist, aber nicht zwingend mit einem MagentaTV-Abo genutzt werden muss.

Das gilt im Prinzip auch für den Preis-Leistungssieger von Waipu.tv. Zwar muss man sich sinnvollerweise bei Waipu anmelden, damit man den Installationsprozess durchlaufen kann. Aber es reicht auch das einfache Gratis-Paket, wenn es einem nicht primär um den Betrieb von herkömmlichem Fernsehen geht.

Hinweis der Redaktion: Dieser Test wurde vollständig oder in Teilen vor dem 1.1.2025 durchgeführt und folgt bisher nicht dem IMTEST-Bewertungsverfahren 2025. Eine Aktualisierung erfolgt in Kürze und kann ggf. zu geringfügigen Änderungen von Noten und/oder Platzierungen führen.

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