Stand: 04.06.2026 23:03 Uhr
Lange war die Sammlung Horn auf Tournee. Ab dem 2. Juli ist sie nun auf Schloss Gottorf zu sehen: Nach der Wiedereröffnung der Galerie der Moderne. Am Donnerstag hat Stifterin Bettina Horn dort bekannt gegeben, dass sie die Sammlung an die Stiftung Landesmuseen übergibt.
Die Kunstsammlerin Bettina Horn hat die Neueröffnung der Galerie der Moderne auf Schloss Gottorf am Donnerstag zum Anlass genommen, die bedeutende Sammlung Horn mit expressionistischen Werken dem Land Schleswig Holstein zu schenken. Ihren Entschluss verkündete die Sammlerin am Donnerstag bei einem Besuch des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) auf der Museumsinsel in Schleswig.
Sammlung umfasst mehr als 500 Kunstwerke

Die Sammlung umfasst mehr als 500 Kunstwerke. Seit fast 40 Jahren ist die 87-jährige in Berlin lebende Mäzenin eng mit Schloss Gottorf verbunden. Damit erfüllt Horn ihrem 1995 verstorbenen Mann Rolf Horn seinen letzten Wunsch.
1988 war die Expressionismus-Sammlung von Rolf Horn erstmalig auf Schloss Gottorf ausgestellt. In seinem Todesjahr erhielt die Sammlung schließlich einen festen Platz in der Galerie der Klassischen Moderne.
Der Sammler selbst hatte den aufwendigen Umbau der ehemaligen Stallgebäude durch den Berliner Architekten Jürg Steiner finanziert, war jedoch kurz vor der Eröffnung verstorben. Die besondere Liebe Rolf Horns galt dem Schaffen der drei großen norddeutschen Expressionisten Christian Rohlfs, Emil Nolde und Ernst Barlach.
Lange Verbindung zwischen Horn-Stiftung und Schleswig

Die Stiftung Rolf und Bettina Horn ist seit 1988 fester Bestandteil der Galerie der Moderne auf Schloss Gottorf. Ab dem 2. Juli wird diese für die Öffentlichkeit wiedereröffnet.
Bettina Horn hatte die Sammlung nach dem Tod ihres Mannes auf heute über 500 Kunstwerke erweitert und viele Ausstellungen initiiert. Unter anderem in Schleswig, weshalb über die Zeit eine enge Verbindung zwischen der Stiftung Rolf und Bettina Horn und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, namentlich dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf wuchs.
Die Stiftung Rolf und Bettina Horn bleibt als selbständige Stiftung bestehen, wird aber langfristig in die Obhut und Verfügungsmacht der Stiftung Landesmuseen gegeben.
«Meilenstein in der Geschichte der Landesmuseen»

Mehrere Gemälde der Sammlung Horn hängen in der Galerie der Klassischen Moderne.
«Wir sind überaus dankbar für diese großzügige Geste der Sammlerin Bettina Horn, die ein Zeichen der engen Verbundenheit mit Schloss Gottorf und insbesondere mit dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte ist», sagte Thorsten Sadowsky, Stiftungsvorstand und leitender Direktor der Landesmuseen. Die avisierte Schenkung sei «ein Meilenstein in der Geschichte der Landesmuseen».
Ministerpräsident Günther dankte der Mäzenin Bettina Horn: «Dass Sie uns alle für immer an diesem Lebenswerk teilhaben lassen, macht mich sehr dankbar und stolz. Sie vermachen uns mit dieser großartigen Sammlung einen einzigartigen Schatz.» Er danke der Sammlerin von «ganzem Herzen. Diese Schenkung bereichere die Museums- und Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein enorm. «Sie wird zukünftig noch mehr Besucherinnen und Besucher zu uns ziehen.»

Zwar ist das Schlossmuseum derzeit geschlossen. Zu sehen sind aber das rund 1.700 Jahre Nydamboot und der Gottorfer Globus.
Zwei Jahre auf Tournee: Sammlung Horn erneut in Schloss Gottorf
Zwei Jahre war die Sammlung Horn mit Werken deutscher expressionistischer Meister auf Tournee. Ab dem 2. Juli sind die Schätze von Künstlerinnen und Künstlern wie Nolde, Kollwitz, Barlach und Kirchner nach der erfolgreichen Sanierung der Galerieräume auf Schloss Gottorf wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und erstmalig nach drei Jahren wieder in Schleswig zu bewundern.
Nie zuvor sind im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte die Positionen der Moderne so umfassend und zugleich leidenschaftlich aufgearbeitet und präsentiert worden wie mit der Neuordnung der Galerie der Moderne.

Neues aus der Region zwischen Nord- und Ostsee – ob Politik oder Wirtschaft, Umwelt oder Kultur.

In der Restaurierungs-Werkstatt von Schloss Gottorf arbeitet Tina Heintkes-Willers an den rund 1.500 Jahre alten Behältnissen.