Dass es so kommen würde, war abzusehen: Jonas Omlin kehrt zum FC Basel zurück, er wird dort Marwin Hitz als Nummer eins beerben. Am Freitagvormittag war Omlin bereits in Basel, ein Foto zeigt ihn vor der Geschäftsstelle des Klubs mit dem neuen Sportlichen Leiter Valentin Stocker. Zeitnah dürfte der Vollzug des Wechsels verkündet werden.

Bereits von 2018 bis 2020 spielte Omlin in Basel, 2019 holte er mit dem Klub den Schweizer Cup. Bei Borussia Mönchengladbach endet mit seinem Abgang eine Schweizer Geschichte, die sich gut anließ, aber letztlich eine traurige ist.

Omlin wurde im Januar 2023 in Gladbach Nachfolger von Yann Sommer, als dieser zum FC Bayern ging. Er war die Nummer drei der Schweiz und kam mit dem Anspruch, Führungsspieler zu sein in einer Saison, in der es Gladbach an solchen mangelte. Es ließ sich gut an, Omlin wurde schnell ein Gesicht des Teams und in seiner zweiten Saison Kapitän, in dem Amt war er Nachfolger von Lars Stindl.

Die neun Millionen Euro, die Gladbach zahlte, schienen gut investiert zu sein. Doch schon in seiner ersten Spielzeit wurde deutlich, dass Omlin anfällig ist für Verletzungen. Vier Spiele verpasste er schon da. In der nächsten Saison verletzte er sich früh und schwer an der Schulter, er verpasste fast alle Spiele, die Sache kippte. Omlin blieb die Nummer eins, aber er kam nicht mehr richtig zurück, in der Saison 2024/25 kam er nur auf 13 Pflichtspieleinsätze.

Moritz Nicolas übernahm, wenn Omlin fehlte, und machte einen guten Job. 2025 machte Trainer Gerardo Seoane dann Tim Kleindienst zum Kapitän und Nicolas auch offiziell zur Nummer eins. Im Winter 2026 entschied sich Omlin zum Wechsel zu Bayer Leverkusen.

Omlin machte nur 36 Pflichtspiele für Gladbach, er geht als eine der großen Fehlinvestitionen der vergangenen Jahre in die Bilanz ein. Vor allem aber ist es eine unglückliche Geschichte. Dass er auch in der Vergangenheit oft verletzt war, war bekannt, doch in Gladbach traf es ihn und damit den Klub knüppeldick.

Omlins Marktwert sank seit Anfang 2023 auf 800.000 Euro, das letzte Pflichtspiel machte Omlin am 17. Mai 2025 bei Borussias 0:1 gegen den VfL Wolfsburg. Durch den Wechsel zu Bayer signalisierte er der Fußballwelt zumindest, dass er bereit ist. In Basel will er das nun faktisch beweisen als neue Nummer eins. 79 Spiele hat er bisher für Basel gemacht, das letzte am 22. Juli 2020, da gab es einen 5:0-Sieg beim FC St. Gallen.

Durch die Leverkusen-Leihe sparte Gladbachs Sportchef Rouven Schröder rund 600.000 Euro Gehalt ein, hinzu kam eine Leihgebühr von 400.000 Euro. Nun hat er den ersten Großverdiener ein Jahr vor dem Vertragsende komplett abgegeben, rund zwei Millionen Euro Gehalt spart Gladbach damit ein.

Schröder hatte durch die Verpflichtung von Daniel Batz aus Mainz als neue Nummer zwei die Frage, ob Omlin noch eine Zukunft in Gladbach habe, klar beantwortet. Zumal sich da schon abzeichnete, dass es für Omlin zum FC Basel zurückgehen könnte.

Es gab viele schöne Schweizer Geschichten in Gladbach, regelrecht glanzvolle sogar. Die von Jonas Omlin gehört nicht dazu. Sein Körper spielte einfach nicht mit. In Basel, wo er seinen bis dato einzigen Titel gewann, hofft er nun auf mehr Stabilität. Er bekommt laut „Sky“ einen Vertrag bis 2029. Die Rückkehr soll für ihn ein Re-start seiner Karriere sein.