Sie stecken in der Bratpfanne, in der Outdoorjacke, im Pizzakarton und im Feuerlöschschaum: PFAS, die sogenannten per- und polyfluorierten Alkylverbindungen. Praktisch sind sie, weil sie Wasser, Fett und Hitze abweisen. Problematisch, weil sie in der Umwelt kaum abgebaut werden. Den Übernamen «Forever Chemicals» – Ewigkeitschemikalien – tragen sie zu Recht.
Auch in der Schweiz sind PFAS angekommen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im Rahmen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA mehr als 500 Messstellen untersucht. Das Ergebnis: An knapp der Hälfte der Standorte liessen sich PFAS im Grundwasser nachweisen – jener Ressource, aus der rund 80 Prozent des Schweizer Trinkwassers stammen.
Die gute Nachricht zuerst
Wer jetzt um sein Leitungswasser fürchtet, kann aufatmen. In einer schweizweiten Untersuchung der Kantonschemiker wurden die aktuell gültigen Schweizer Höchstwerte in keiner einzigen Trinkwasserprobe überschritten. Selbst der strengere, künftig in der EU geltende Summenwert wäre nur in rund einem Prozent der Proben überschritten worden. Das Schweizer Trinkwasser ist eng kontrolliert und gehört zu den am besten überwachten Lebensmitteln des Landes.
Trotzdem ist Bewegung im Thema. Seit dem 12. Januar 2026 müssen die EU-Staaten einen Summenhöchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für 20 ausgewählte PFAS einhalten. In der Schweiz prüft das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die geltende Trink-, Bade- und Duschwasserverordnung und will diesen Summenwert «im Einklang mit der EU» übernehmen. Verbindlich ist er hierzulande noch nicht – die Einführung ist aber vorgesehen.
Das Problem für Private: nicht messbar zuhause
Anders als bei der Wasserhärte gibt es für PFAS keinen Teststreifen für den Hausgebrauch. Eine zuverlässige Bestimmung ist nur über ein Labor möglich. Genau das verunsichert viele Hausbesitzer – und es ist mit ein Grund, weshalb das BLV als mögliche Massnahme an belasteten Standorten ausdrücklich auch Aktivkohlefilter nennt.
Die Nachfrage nach solchen Lösungen für das Eigenheim steigt entsprechend. Bloss: Der Markt ist unübersichtlich. Vom 20-Franken-Aufsatz für den Wasserhahn bis zur Umkehrosmoseanlage verspricht sehr vieles «Schutz vor PFAS». Geprüft ist davon jedoch nur ein Bruchteil.
«Nicht alles, was angepriesen wird, ist auch geeignet»
Einer, der das täglich erlebt, ist René Deiss, Leiter Service bei der Frei AquaService AG. Das Familienunternehmen mit Standorten in Höri im Zürcher Unterland und in Aesch bei Basel beschäftigt sich seit 1924 mit Wasseraufbereitung.
«Es gibt viele Filter, die PFAS reduzieren sollen. Auf den tatsächlichen Rückhalt geprüft sind die wenigsten», sagt Deiss. «Wir setzen bewusst auf ein System, dessen PFAS-Rückhalt unabhängig getestet wurde: nach dem internationalen Standard NSF/ANSI 53.» Der Unterschied sei keine Spitzfindigkeit: «Ohne Tests hat man nur ein Werbeversprechen.»
Ein wichtiger Aspekt, welcher leider selten offen kommuniziert wird, ist gemäss Deiss, dass Aktivkohle bei einer Wassertemperatur von über 35 °C ihre Wirkung verfehlt. Somit kann bei Einzelplatzlösungen, wie beim Wasserhahn in der Küche, jeweils nur das kalte Wasser gefiltert werden. Diese angebotenen Kartuschen können auch nur in eine Leitung eingebunden werden. Die Frei AquaService AG montiert ihren zentralen Aktivkohle-Wasserfilter mit geprüftem PFAS-Schutz deshalb dort, wo das Wasser ins Haus eintritt: vor dem Boiler und der Enthärtungsanlage. «So ist an jeder Entnahmestelle gefiltertes Wasser verfügbar, warm wie kalt.»
Ein zweiter Knackpunkt sei der Wasserdruck. «Je feiner ein Filter ist, desto eher bremst er den Durchfluss. Ein zentraler Filter darf den Druck im ganzen Haus nicht beeinträchtigen», erklärt Deiss. Entscheidend sei deshalb eine ausreichend grosse Filterfläche – und eine ehrliche Angabe zur Durchflussmenge.
Worauf man somit achten sollte
Wer als Hausbesitzer mit dem Gedanken an einen Filter spielt, sollte laut Fachleuten vier Punkte klären: Ist der Filter überhaupt für Trinkwasser zugelassen? Liegt ein unabhängiges Zertifikat zur PFAS-Reduktion vor? Wie hoch ist die Durchflussmenge? Und wie oft muss die Kartusche gewechselt werden? Aktivkohle sättigt sich mit der Zeit und muss in festen Abständen ersetzt werden – ein seriöser Anbieter kommuniziert das transparent.
Deiss selbst rät zur Gelassenheit – und zugleich zur informierten Vorsorge: «Niemand muss in Panik geraten, das Schweizer Trinkwasser ist gut kontrolliert. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, kann das tun – am besten mit einem geprüften System und einer Beratung vor Ort. Dies ist zielführender als mit einem Produkt aus dem Internet, von welchem oft nicht klar ist, ob es die gewünschten Resultate auch zuverlässig erbringen kann.»
Zur Person: René Deiss ist Leiter Service bei der Frei AquaService AG (Höri ZH / Aesch BL). Das Unternehmen ist auf Wasseraufbereitung für Privat- und Gewerbekunden spezialisiert und seit über 100 Jahren am Markt. Weitere Informationen: aqua-service.ch.