Prionen drangen ins Hirn von Primaten ein
Prionen sind falsch gefaltete Eiweiße, die sich im Gehirn anlagern und Krankheiten wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und Rinderwahn (BSE) auslösen können. Bisher galt es aber als sehr unwahrscheinlich, dass die Prionen, die CWD auslösen, auch auf den Menschen übertragbar sind. Die im „Science Advances“ veröffentlichte Studie zeigt nun, dass Prionen sehr wohl in das Gehirn von Primaten eindringen können. Testsubjekte waren Javaner-Affen (Macaca fascicularis), die entweder direkt die Prionen ins Gehirn injiziert oder infiziertes Gewebe von Hirschen und Elchen über die Nahrung bekamen. Über Jahre beobachteten die Forscher die Affen. 18 Makaken wurden infiziert, klar erkennbare Symptome zeigten aber nur zwei der Tiere. Anschließend wurden die Prionen aus den Affen in Mäuse infiziert, um die Übertragungsfähigkeit der Krankheit zu überprüfen. Auch in den Mäusen vermehrten sich die Prionen.
Forscher warnen vor Hysterie
Primaten sind ein wichtiges Mittel, um die Prionenkrankheiten zu erforschen und das Risiko für eine menschliche Infektion richtig einschätzen zu können. Die Infektion der Makaken sehen die Forscher als weiteren Beweis, dass die Prionen durchaus übertragbar sind. Das stellt die vorher verbreitete Forschungsmeinung infrage, dass Primaten vor der Krankheit vollständig geschützt seien. Auch wurden die Makaken zwischen vier und zehn Jahre nach der ersten Infektion untersucht. Prionen haben eine extrem lange Inkubationszeit. Die Autoren der Studie halten es deswegen für möglich, dass einige der Tiere noch gar keine Symptome gezeigt haben. Eine direkte Übertragung auf Menschen weist die Studie aber explizit nicht nach. Eine engmaschige Überwachung und intensive Forschung seien jedoch erforderlich, um die Risiken besser einschätzen zu können.