ZEIT: Sie hatten Glück im Unglück, weil es mehrere Zeugen gab, die die Szene in der Lobby mitbekommen hatten. Sowohl Ihre Kolleginnen als auch Gäste sagten aus, dass von einer Kette nie die Rede gewesen sei. Bis heute fand sich kein Zeuge, der Ofarims Version der Geschichte stützt. Zwei Videogutachter haben stattdessen festgestellt, dass seine Kette im Hotel nicht zu sehen war. Heute nun legt Ofarim im Dschungelcamp nahe, mit den Kameraaufnahmen habe womöglich etwas nicht gestimmt. Was sagen Sie dazu?
Markus W.: Es macht mich fassungslos. Weder das Gericht noch der Videogutachter haben die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen in Zweifel gezogen – ebenso wenig wie die Aussagen der Zeugen. Es gibt übrigens auch keinen Schweigedeal oder eine Verschwiegenheitsverpflichtung, obwohl Herr Ofarim das nahelegt. Er kann über die Vorgänge in der Lobby sprechen. Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich. Er hat im Zuge des Vergleichs vor Gericht eine Unterlassungserklärung abgegeben. Das bedeutet, er darf nicht mehr sagen, dass ich ihn wegen des Tragens einer Davidstern-Kette des Hotels verwiesen hätte. Und er darf auch keine ähnlichen Aussagen tätigen, die andeuten, dass eine antisemitische Äußerung stattgefunden habe. Das ist alles.