Die Audio Group Denmark hat auf der High End in Wien drei neue Produkte bzw. Serien vorgestellt. Die Lautsprecherserie „A“ soll bekannte Børresen-Technologien aus den Top-Serien in einen erschwinglicheren Preisbereich bringen. Der neue Subwoofer BM3 macht das noch recht junge Børresen-Segment der „Folded Dipole“-Subwoofer kompakter und ebenfalls erschwinglicher. Zuletzt stellte die AGD unter ihrer Elektronikmarke Aavik noch einen neuen Streaming-Vollverstärker vor. Hier die Neuheiten und deren Highlights im Einzelnen:

Børresen A-Serie Passivlautsprecher

Kenner der Marke Børresen werden es freudig zur Kenntnis nehmen: Mit der neuen A-Serie gibt es künftig wieder Lautsprecher mit mattem, naturbelassenem Holzfinish. So wie es ursprünglioch mit der 0-Serie der Fall war, die Børresen vom Stand weg einen fantastischen Ruf einbrachte – auch bei LowBeats. Der gesamte Look der neuen A-Serie erinnert stark an die Erstlingswerke Børresens unter eigener Führung (Børresen zeichnete sich zuvor schon für die Lautsprecher von Raidho verantwortlich, was auch gewisse Marken-Ähnlichkeiten erklärt). Das Modell 02 spielt bei uns immer noch als eine der Lautsprecher-Referenzen.

Die vorgestellten Modelle sind der 2-Wege Kompaktlautsprecher A1 sowie die Standlautsprecher A2 und A3 (beide 2,5-Wege). Diese positionieren sich zwischen den bestehenden Lautsprechern der X- und C-Serie. Die Gehäuse sind in den Ausführungen Satin-Walnuss und Satin-Schwarz-Esche erhältlich, die von skandinavischen Designtraditionen inspiriert sind und gleichzeitig eine Hommage an die ursprüngliche Børresen 0-Serie darstellen.

AGD-News 2026Die neuen Børresen A1 Zwei-Wege Kompaktlautsprecher in naturbelassenem Holzfinish (Fotos AGD)

Das Herzstück der neuen Serie bildet die eigens entwickelte Børresen DCC5s Neo-Treibertechnologie. Der Treiber verfügt über eine mehrschichtige Membrankonstruktion, bei der ein Aramid-Wabenkern zwischen zwei Carbonfaserschichten eingebettet ist, was zu einer außergewöhnlich steifen und dennoch leichten Struktur führt. Das Magnetsystem nutzt eine Ferritmagnetstruktur in Verbindung mit zwei Kupferkappen, die darauf ausgelegt sind, die Induktivität im Spulenspalt zu reduzieren. Dies senkt die Verzerrung, verbessert die Linearität und ermöglicht eine schnellere und präzisere Reaktion auf das Eingangssignal. Die A-Serie verfügt zudem über den Børresen RP94-Bändchenhochtöner, der ab 2,5 kHz mit einer Empfindlichkeit von 94 dB arbeitet. Die aluminiumbeschichtete Membran wiegt nur 0,01 Gramm, wodurch der Hochtöner eine außergewöhnlich geringe bewegliche Masse aufweist und eine blitzschnelle Transientenansprache ermöglicht.

AGD-News 2026Die 2,5-Wege Standlautsprecher Børresen 02 (Fotos AGD)

Anstelle eines herkömmlichen Bassreflex-Designs nutzt die A-Serie ein kontrolliertes hinteres Belüftungssystem, das die interne Luftbewegung regulieren soll, ohne eine bestimmte Resonanzfrequenz zu verstärken. Dieser Ansatz reduziert Kompressionseffekte und trägt zu einer offeneren und natürlicheren Musikwiedergabe bei, so die Dänen.

Die A-Serie folgt weiterhin der 2,5-Wege-Konstruktionsphilosophie von Børresen. Im Vergleich zu komplexeren 3-Wege-Konfigurationen trägt die einfachere Frequenzweichenarchitektur dazu bei, Phasenprobleme und Signalverluste zu reduzieren, was zu natürlicheren Stimmen, einer besseren Klangabbildung und einer geschlosseneren, transparenteren Klangbühne führt.

Wie bei allen Børresen-Lautsprechern stehen Resonanzkontrolle und mechanische Erdung weiterhin im Mittelpunkt der Designphilosophie. Die A-Serie wurde entwickelt, um synergetisch mit den Ansuz Darkz-Resonanzkontrollgeräten zusammenzuwirken, die speziell darauf ausgelegt sind, mechanische Geräusche zu reduzieren und die mechanische Stabilität zu verbessern.

AGD-News 2026Auch das Topmodell der Serie, die A3, arbeiten nach dem 2,5-Wege-Prinzip (Fotos AGD)

Michael Børresen (Co-founder & CTO) zur neuen A-Serie: „Die Vision hinter der A-Serie begleitet mich schon seit langer Zeit und hat ihre Wurzeln in den Ideen, die die 0-Serie geprägt haben. Das Ziel war nicht, diese zu kopieren, sondern diese Philosophie weiterzuführen – sie zu verfeinern, wo möglich zu vereinfachen und zugänglicher zu machen, ohne dabei ihr Wesen zu verlieren.“

Die Preise (pro Paar):
Børresen A1: 10.000 Euro
Børresen A2: 16.000 Euro
Børresen A3: 21.000 Euro

Verfügbar sind die Lautsprecher der Børresen A-Serie voraussichtlich ab Oktober.

Børresen BM2 Subwoofer mit gefaltetem Dipol

Anfang dieses Jahres stellte Børresen das Bassmodul BM3 vor, ein ambitioniertes Vorzeigeprodukt, das entwickelt wurde, um die Wiedergabe tiefer Frequenzen mithilfe der firmeneigenen „Folded Dipole“-Technologie neu zu definieren. LowBeats hat darüber bereits berichtet. Das Prinzip kommt dabei auch in Børresens Überlautsprecher M8 GS zum Einsatz. Siehe unseren ausführlichen Report hier.

Auf der High End Vienna 2026 erweiterte Børresen dieses Konzept nun mit dem neuen BM2 und überträgt die Kernphilosophie sowie die „Folded Dipole“-Prinzipien des BM3 in eine kompaktere und erschwinglichere Form.

Der „Folded Dipole“-Architektur soll viele der akustischen Kompromisse vermeiden, die mit herkömmlichen Basssystemen mit Bassreflex oder geschlossenen Gehäusen verbunden sind. Da das System ohne herkömmliche Gehäusedruckbeaufschlagung arbeitet, minimiert das Design die Rauminteraktion und reduziert das oft mit der Tieftonwiedergabe verbundene Dröhnen sowie die Hörermüdung.

AGD-News 2026Der kompakte BM2 Subwoofer mit „Folded Dipole“-Technik (Foto: AGD)

Das kompakte Gehäuse beherbergt zwei 10-Zoll-Treiber, die innerhalb der gefalteten Dipolstruktur „Gesicht-an-Gesicht“ arbeiten, wodurch der BM2 eine beeindruckende Tieftonleistung liefern und gleichzeitig eine außergewöhnlich schnelle Transientenansprache und präzise Kontrolle beibehalten soll. Das Prinzip des gefalteten Dipols ermöglicht es dem BM2 zudem, sich sehr einfach und natürlich in Hörräume zu integrieren. Das Ziel des BM2 besteht laut Børresen nicht einfach darin, mehr Bassleistung zu erzeugen, sondern ein Tieftonsystem zu entwickeln, das sich auf natürliche Weise in eine Vielzahl von Lautsprechern integrieren lässt und dabei Timing, Kohärenz und musikalischen Fluss bewahrt.

Der BM2 verfügt hierfür über eine integrierte Class-D-Verstärkung und eine rein analoge Frequenzweiche. Dieser Ansatz soll unter anderem die mit jeglicher Digitaltechnik unvermeidlichen Latenzen vermeiden. Nicht verwunderlich liegt doch der Fokus auf Geschwindigkeit, Präzision und einer natürlichen musikalischen Integration.

Børresens Statement zum BM2: „Es war alles andere als einfach, die Prinzipien des gefalteten Dipols des BM3 in das wesentlich kompaktere Gehäuse des BM2 zu integrieren und dabei mit weniger, dafür aber größeren Treibern zu arbeiten. Betrachtet man jedoch das Endergebnis, so hat sich der Aufwand voll und ganz gelohnt.“

Der Børresen BM2 ist ab Oktober zum Preis von 9.000 Euro erhältlich.

Aavik U-301 Steaming-Vollverstärker

Der ebenfalls auf der High End gezeigte Vollverstärker U-301 der AGD-Marke Aavik baut auf den Grundlagen des ursprünglichen Aavik U-300 auf. Es handelt sich um Streamer, DAC, Vorverstärker und Endstufe in einem einzigen Gehäuse, was Aavik Unity-Verstärker nennt.

AGD-News 2026Der Aavik U-301 ist ein Streaming-Vollverstärker und Nachfolger des U-300 (Foto: AGD)

Der in Aalborg, Dänemark, entwickelte und montierte U-301 wurde konzipiert, um die Komplexität des Systems zu reduzieren und gleichzeitig die Signalintegrität, die zeitliche Genauigkeit und die musikalische Kohärenz über die gesamte Signalkette hinweg zu bewahren. Durch die Zusammenführung der kritischen Stufen des Audiosignalwegs in einer einheitlichen Plattform minimiert der U-301 Signalverluste, reduziert Rauschen und gewährleistet die allgemeine Systemkohärenz, so die Beschreibung.

Das Herzstück des U-301 ist eine Class-D-Verstärkerplattform, die von der Aavik I-x88-Serie abgeleitet ist. Der Verstärker liefert 2 x 300 Watt an 8 Ω und 2 x 600 Watt an 4 Ω. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mehrkomponentensystemen soll die vollständig einheitliche Architektur ermöglichen, dass die Stufen für Streaming, digitale Wandlung, Vorverstärkung und Endverstärkung als ein optimiertes Gesamtsystem und nicht als separate, extern angeschlossene Komponenten arbeiten. Dieser integrierte Ansatz zielt darauf ab, die zeitliche Präzision und den musikalischen Fluss zu bewahren und gleichzeitig sowohl die Systemeinrichtung als auch den täglichen Gebrauch zu vereinfachen.

AGD-News 2026Das Design des U-301 stammt aus der feder von Flemming Rassmussen (Foto: AGD)

Der U-301 verfügt zudem über ein Resonant-Mode Schaltnetzteil, nutzt die mechanischen Erdungsprinzipien der Schwestermarke Ansuz, sowie die ebenfalls von Ansuz stammenden Rauschunterdrückungstechnologien, die im gesamten Ökosystem der Audio Group Denmark zum Einsatz kommen.

Optisch knüpft der U-301 an die minimalistische skandinavische Designsprache an, die sich bei den jüngsten Aavik-Produkten etabliert hat. Er zeichnet sich durch raffinierte Aluminiumdetails, integrierte Kühlstrukturen und eine große Frontdisplay-Oberfläche aus.

Michael Børresen zum Aavik U-301: „Der Entwicklungsprozess des U-301 fühlte sich wie eine Rückkehr zu Aaviks Wurzeln und unserem ersten Unity-Verstärker an. Dank Flemmings Mitwirkung ist der U-301 eine Hommage an dieses Erbe und weist gleichzeitig eindeutig in die Zukunft.“

Auch der Unity-Verstärker Aavik U-301 soll ab Oktober im Fachhandel erhältlich sein. Sein UVP liegt bei 15.000 Euro.

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