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Berlin – Zieht bald einer der bekanntesten Entertainer des Landes ins Schloss Bellevue? Was zunächst wie ein Scherz klingt, wird plötzlich ernsthaft diskutiert: Tausende Menschen wollen Komiker und Entertainer Hape Kerkeling (61) als nächsten Bundespräsidenten sehen. Eine Online-Petition sammelt bereits zehntausende Unterstützer für den TV-Star. Und Kerkeling selbst? Der winkt die Idee nicht einfach weg. Auf die Frage, ob er sich das höchste Staatsamt vorstellen könne, sagte er zu RTL: „Ich schließe nichts mehr aus.“
Fest steht: Im Januar 2027 wird ein neuer Bundespräsident gewählt. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier (70) darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Könnte also tatsächlich Hape Kerkeling sein Nachfolger werden? BILD beantwortet die wichtigsten Fragen.

Der aktuelle Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70, damals 53, r.) mit dem vielleicht künftigen Bundespräsidenten Hape Kerkeling (61, damals 44) im Jahr 2009
Foto: Fabian Matzerath
Wer kann Bundespräsident werden?
Grundsätzlich kann jede Deutsche und jeder Deutsche Bundespräsident werden, sofern drei Voraussetzungen erfüllt sind: Die Person muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, zum Bundestag wahlberechtigt sein und das 40. Lebensjahr vollendet haben. Festgeschrieben ist das in Artikel 54 des Grundgesetzes.
Muss ein Kandidat Mitglied einer Partei sein?
Nein. Ein Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten muss kein Mitglied einer Partei sein.
Mehr zum ThemaWer wählt den Bundespräsidenten?
Den Bundespräsidenten wählt die Bundesversammlung. Sie kommt ausschließlich zu diesem Zweck zusammen. Ihr gehören alle 630 Bundestagsabgeordneten sowie die gleiche Zahl an Delegierten an, die von den Landesparlamenten entsandt werden. Aktuell umfasst die Bundesversammlung damit insgesamt 1472 Mitglieder.
Unter den Delegierten finden sich regelmäßig auch zahlreiche Prominente aus Politik, Sport, Kultur und Wissenschaft. Bei der Wiederwahl von Frank-Walter Steinmeier am 13. Februar 2022 gaben unter anderem Schlagerstar Roland Kaiser (74), Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka (31), Virologe Christian Drosten (53), Schauspieler Dietmar Bär (65) und Kabarettist Dieter Nuhr (65) ihre Stimme ab.
Hat er schon mal den Bundespräsidenten mitgewählt?
Ja. Bei der Bundespräsidentenwahl 2017 gehörte Hape Kerkeling als Delegierter der Bundesversammlung an. Die CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag hatte ihn dafür entsandt. Am Ende wählte die Bundesversammlung Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten.

Hape Kerkeling bei der Bundespräsidentenwahl 2017: Der Entertainer gehörte damals als Delegierter der Bundesversammlung an
Foto: Hans Christian Plambeck/laif
Wollte schon mal ein Promi Bundespräsident werden?
Ja. Der bekannteste Fall ist der „Tatort“-Schauspieler Peter Sodann (†87), der 2009 als Kandidat der Linken für das Amt des Bundespräsidenten antrat. Gewählt wurde er nicht. Einen prominenten Showstar mit realistischen Chancen auf das höchste Staatsamt hat Deutschland bislang jedoch nicht erlebt.
Wie lang dauert die Amtszeit?
Die Amtszeit des Bundespräsidenten beträgt fünf Jahre. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Damit kann dieselbe Person höchstens zehn Jahre in Folge im Amt bleiben.
Was verdient ein Bundespräsident?
Der Bundespräsident erhält derzeit Amtsbezüge in Höhe von knapp dem Doppelten eines Bundesministers. Daraus ergibt sich aktuell ein Bruttojahresgehalt von rund 360.000 Euro brutto pro Jahr.