Traurige Nachricht aus dem Zoo Zürich: Das am 1. Juni geborene Elefantenkalb wurde eingeschläfert. Das männliche Jungtier konnte im Anschluss an die komplikationslose Geburt trotz wiederholter Versuche nicht selbstständig aufstehen, da es seine Hinterbeine nicht belasten konnte. Darüber informiert der Zoo in einer Medienmitteilung. Hier heißt es: „Da sich sein Zustand trotz großen Einsatzes der Tierpfleger und Tierärzte verschlechterte und die Prognose keine Aussicht auf ein komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbes zuließ, entschied das Team im Sinne des Tierwohls, das Kalb zu euthanasieren.“
Elefant kämpft mit Problemen beim Aufstehen
Weitere Details zur Geburt und der Situation des Jungtiers werden in der Mitteilung ausgeführt. Die 40-jährige Elefantenkuh Indi hatte demnach am Montag, 1. Juni, im Kaeng Krachan Elefantenpark ein männliches Jungtier geboren. Asiatische Elefanten (Elephas maximus) leben natürlicherweise in sogenannten Matriarchaten. Dabei bilden die Weibchen gemeinsam mit ihren Jungtieren enge Familienverbände, die von der ältesten und erfahrensten Kuh angeführt werden. Auch Indi und ihre Tochter Chandra verbindet ein besonders enges Verhältnis. Entsprechend waren die beiden Elefantenkühe während des gesamten Geburtsvorgangs zusammen und meisterten diesen ausgesprochen souverän. Dem Jungtier gelang es anschließend aber nicht, wie für Elefanten üblich, wenige Minuten nach der Geburt selbstständig aufzustehen.
Zur Situation nach der Geburt heißt es in der Mitteilung: „Das männliche Jungtier von Elefantenkuh Indi und dem 21-jährigen Bullen Thai unternahm wiederholt kräftige Aufstehversuche, konnte seine Hinterbeine jedoch nicht ausreichend belasten, weshalb es auf dem Boden liegen blieb“, wird Zoodirektor Severin Dressen zitiert.
Die Situation bessert sich nicht, der kleine Elefant steht nicht auf
Um eine Untersuchung sowie die medizinische Versorgung des Kalbes zu ermöglichen, wurde Chandra – die Halbschwester des Jungtiers – zunächst von Muttertier und Kalb getrennt. Zudem erhielt die Elefantenkuh Indi eine medikamentöse Beruhigung, damit das Jungtier von ihr separiert werden konnte. So war es möglich, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um den Jungbullen beim Aufstehen zu unterstützen und ihn mittels Infusionen mit Flüssigkeit zu versorgen. Bei der anschließenden Untersuchung konnten keine offensichtlichen Verletzungen festgestellt werden. Trotz aller Bemühungen war das Jungtier nicht in der Lage, seine Hinterbeine ausreichend zu belasten und selbstständig zu laufen.

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Der kleine Elefant, der im Zoo Zürich das Licht der Welt erblickte, hatte keine Überlebenschance.
Foto: Zoo Zürich, Tim Benz
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Der kleine Elefant, der im Zoo Zürich das Licht der Welt erblickte, hatte keine Überlebenschance.
Foto: Zoo Zürich, Tim Benz
Somit wurde die Mutter am Abend wieder zu ihrem Jungtier gelassen. Auch über Nacht stand das Jungtier trotz intensiver Betreuung und kontinuierlicher tierärztlicher Überwachung nicht auf. Nach einer erneuten Gesamtbeurteilung der Situation entschied sich das Team im Sinne des Tierwohls für die Euthanasie des Jungtiers. Die Prognose ließ keine Aussicht auf ein komplikationsfreies und lebensfähiges Aufwachsen des Kalbs zu. Anschließend erhielt Mutter Indi die Möglichkeit, sich von ihrem verstorbenen Jungtier zu verabschieden.
„Wir hätten uns sehr einen glücklicheren Ausgang der Trächtigkeit von Indi gewünscht“, bedauert Zoodirektor Severin Dressen den Tod des Jungtiers.
Elefanten im Zoo Zürich
Im Kaeng Krachan Elefantenpark leben derzeit zwei voneinander getrennte Elefantenherden mit jeweils zwei weiblichen Tieren sowie ein Bulle, der zeitweise Zugang zu beiden Gruppen erhält.
Asiatische Elefanten
Der Asiatische Elefant wird auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten der Weltnaturschutzunion IUCN als stark bedroht geführt. Weltweit leben nur noch rund 50.000 Tiere in der Natur – und ihr Bestand nimmt weiter ab. Deshalb engagiert sich der Zoo Zürich seit 2009 mit seinem Naturschutzprojekt Kaeng Krachan in Thailand für den Schutz der Tierart.