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Son Vida (Mallorca) – Es war ein Abend mit einer deutlichen Botschaft. Bei der Einweihung der Mega-Villa „Remus – The View“ von Luxus-Makler Marcel Remus (39) auf Mallorca hatte Schauspielerin Nastassja Kinski (65) ihren ersten Auftritt nach dem Deutschen Filmpreis. Dort war der seit Jahren schwelende Streit um den Film „Falsche Bewegung“ von 1975, in dem sie als 13-Jährige nackt zu sehen ist, offen ausgebrochen. Regisseur Wim Wenders (80) will das Werk nun von allen Plattformen verbannen. Ein Erfolg für Kinski? „Ich bin nur so halb zufrieden“, sagt sie zu BILD.
Die jüngsten Entwicklungen seien lediglich ein erster Schritt. „Ein Kind ist ein Kind. Es war jetzt ein Teilerfolg, denn es muss ja noch gelöscht werden.“ Wenders hatte genau das bisher verweigert. Bei dem Event sagte Kinski deutlich: „Er muss das Richtige tun und zwei Minuten schneiden. Ich kämpfe schon viele Jahre darum.“ Erst danach würde sie eine Entschuldigung des Regisseurs akzeptieren. „Schauen wir mal. Bis jetzt noch nicht passiert.“

Nastassja Kinski (damals 13) im Film „Falsche Bewegung“. Das Werk soll zukünftig nirgendwo mehr gezeigt werden
Foto: action press
Nastassja Kinski skeptisch gegenüber Wim Wenders
Wie findet Kinski die Entscheidung, das Werk gar nicht mehr zu zeigen? „Er nimmt den ganzen Film zurück, hat er gesagt“, so Kinski weiter zu BILD. „Ich traue ihm aber nicht. Doch wenn er sein Herz auf dem richtigen Fleck hat, dann macht er das. Ich hätte mir das schon so lange gewünscht, aber ohne die Öffentlichkeit und ohne die große Bühne.“

Wim Wenders (80) bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2026 in Berlin. Er wurde für sein Lebenswerk geehrt. Gegenüber der Forderung von Nastassja Kinski zeigt er sich uneinsichtig
Foto: Christoph Soeder/dpa
Kinski: Nacktszene stand nicht im Drehbuch
Besonders kritisch blickt Kinski auf die Entstehung der Szene zurück. Nach ihren Angaben sei die Sequenz nicht im Drehbuch vorgesehen gewesen. „Ich kann nur sagen, es war nicht im Buch. Meine Mutter und ich wussten es nicht. Mir wurde nicht gesagt, was gedreht werden soll. Und ja, wenn man ein Kind ist, dann ist man auch leicht verloren in so einer Situation und leichtgläubig. Wir hatten ihm vertraut.“
Für die Schauspielerin geht es dabei nicht nur um ihre eigene Geschichte. Sie sieht den Fall als Signalwirkung für die Branche. Jungen Frauen und Mädchen, die heute in die Filmwelt einsteigen, möchte sie eine Botschaft mitgeben: „Den jungen Mädchen in der Branche würde ich raten, alles zu lesen und davon zu lernen. Ich will, dass meine Stimme auch anderen hilft.“
Der Streit um „Falsche Bewegung“ dürfte damit weitergehen. Während Kinski auf die endgültige Entfernung der Szene drängt, hat Wenders zuletzt eine breitere Debatte darüber angeregt, wie mit umstrittenen Werken des Filmerbes umzugehen ist.

Nastassja Kinski mit Gastgeber Marcel Remus (39) bei der Einweihungsfeier seines neuen 2000-Quadratmeter-Anwesens „The View“. Es soll zukünftig an exklusive Gäste vermietet werden
Foto: ddp/pazimedia